Annehmen

Kannst du annehmen, was ist? Oder streitest du mit der Wirklichkeit?

It is what it is.

pflegt ein guter Freund von mir immer zu sagen.
Was auf Deutsch soviel heißt wie: Es ist, wie es ist.

In Business-Kreisen wird dieser Ausdruck übrigens immer wieder verwendet, um durch die Blume auszudrücken: „Scheiß drauf!“ oder „Mir doch piepegal“.
[Nur für den Fall, dass du das einmal brauchen solltest :-).]

Mein lieber Freund meint mit dem Sager allerdings etwas wesentlich Schlaueres, nämlich:
Leg dich nicht mit der Wirklichkeit an!
Nimm es, wie es ist. Mach das Beste daraus oder lass es.

Vorstellungen & Erwartungen

Gar nicht so einfach: Der Kopf – mein Kopf zumindest – hat bestimmte Vorstellungen, wie das Leben sein sollte. Und wehe, es kommt anders!

Wenn es nicht so läuft, wie das mein Oberstübchen gerne hätte und für gut und richtig befindet, hab ich zu kämpfen: mit Enttäuschung, mit Ärger, mit Frust oder mit Traurigkeit.

Stell dir vor…

  • Du hilfst jemandem, tust jemanden einen großen Gefallen, und es gibt kein Danke – kein Piep, kein Ton.
  • Du lieferst eine tolle Arbeit ab und bekommst null Anerkennung dafür.
  • Du sitzt in einem Restaurant und der Kellner ist sau unfreundlich oder du musst stundenlang aufs Essen warten.
  • Du willst unbedingt einen Job oder einen Auftrag, gehst gut vorbereitet und voller Hoffnung zum Gespräch und dann kommt eine floskelhafte Absage.
  • Du hast es eilig und alle Straßen sind hoffnungslos verstopft oder es stehen gefühlte Millionen Menschen vor dir an der Supermarktkasse (Deine Schlange ist natürlich die langsamste!).
  • Du freust dich auf einen schönen Abend mit einem geliebten Menschen und der kommt nicht nur viel zu spät, sondern auch noch schlecht gelaunt zur Verabredung.
  • Du scheust keine Mühen und triffst alle Vorbereitungen für eine große Garten-Grillerei mit deinen Freunden und dann regnet es an dem Tag in Strömen.

Genug der Beispiele. Manches wirst du vielleicht locker wegstecken.

Aber ich traue mich zu wetten, dass auch dein Kopf in so mancher Situation der Meinung ist, dass es so ganz einfach nicht sein SOLLTE. Dass er Erwartungen hat, was andere Menschen tun und wie sie sich verhalten sollten. Dass er Vorstellungen hat, was passieren und was eben (verdammt noch mal) nicht passieren sollte.

In der Regel sind wir unzufrieden und enttäuscht, wenn die Realität anders ausschaut als gewünscht, erhofft, vorgestellt oder erwartet.
Dann heißt es: 
„So kann man sich nicht verhalten.“
„Das ist falsch.“
„Das kann man so nicht machen.“
„Das darf nicht wahr sein.“
„Das ist nicht in Ordnung“.

Oft neigen wir dazu, die Dinge persönlich zu nehmen und uns verletzt zu fühlen. Ja, der Kopf kann selbst das Wetter auf sich beziehen:
„Eh klar, dass es regnet, wenn ICH einmal grillen will.“

Der Streit mit der Wirklichkeit

Tatsache ist: Wann immer du denkst, dass irgendetwas anders sein müsste oder anders sein sollte, als es ist, streiten deine Gedanken mit der Wirklichkeit. Ein Streit, der nicht nur viel Energie kostet, sondern auch ein Streit, den du niemals gewinnen kannst. Sinnlos also.

Es bringt vor allem nichts, sich über Dinge aufzuregen, die sich (jetzt gerade) nicht ändern lassen.
Das kostet nur unnötig Kraft und bremst deinen Flow gehörig. Je öfter du mit der Wirklichkeit streitest, desto weniger Lebensenergie und Antrieb hast du.

Damit das auch wieder mal gesagt ist:
Es geht nicht darum, alles hinzunehmen, zu resignieren und sich alles gefallen zu lassen. Es geht nur darum, aufzuhören, damit zu kämpfen und zu hadern, das etwas ist, wie es nun einmal ist.
Nimm´s und mach das Beste daraus. Oder lass es, wenn das geht.

Hast du schon einmal einen Surfer beobachtet? Wie jemand auf den Wellen des Meeres reitet?

Stell dir vor, der Surfer hätte eine eigene Vorstellung, wie das Wasser zu fließen hat oder wo die Wellen brechen sollten. Stell dir vor, er würde sich ständig darüber beschweren, dass die Wellen so kommen, wie sie nun einmal kommen.
Das würde ihm wohl reichlich wenig helfen und so würde Surfen auch keinen Spaß machen. Das Meer lässt sich nicht kontrollieren oder verändern.
Was macht der Surfer wirklich? Er beobachtet einfach den Wellengang und passt sich intuitiv den äußeren Gegebenheiten an. Er nutzt die Wellen, so wie sie eben kommen. Er ist im Flow.

Nur wenn wir bereit sind das anzunehmen, was jetzt gerade ist, haben wir die Energie das Beste daraus zu machen. Nur dann, sind wir im Flow.

Paradoxerweise stellt sich dann heraus, dass die Wirklichkeit ohnehin immer perfekt ist, genau so wie sie ist.

Du willst nicht sinnlos mit der Wirklichkeit streiten?
Gut. Das erfordert ein wenig Übung. Sei geduldig mit dir, denn der Kopf gibt seine Vorstellungen und Erwartungen nicht so sang- und klanglos auf.

Annehmen, was ist – eine gute Übung

Leg immer wieder einen erwartungsfreien Tag ein!

Schick deine Erwartungen und deine fixen Vorstellung, wie die Dinge sein sollten, für diesen einen Tag auf Urlaub. Du gehst vor allem nicht davon aus, dass irgendetwas so laufen muss, wie sich dein Kopf das vorstellt.

Stattdessen übst du dich einen ganzen Tag lang bewusst darin, anzunehmen, was jetzt gerade ist. Das heißt nicht, dass du alles gut finden oder gar lieben musst. Es bedeutet wahrzunehmen, was da ist, ohne dagegen anzukämpfen und damit zu hadern.

  1. Andere Menschen dürfen so sein, wie sie gerade sind.
  2. Du darfst so sein, wie du gerade bist.
  3. Das Leben darf so sein, wie es gerade ist.

Mehr noch: Du vertraust darauf, dass an diesem Tag zu jeder Zeit genau das Richtige passiert.
Dass in Wahrheit ist alles zu deinem Besten ob du das gerade erkennst oder nicht.

Wenn du deinen Lebensflow richtig ankurbeln möchtest, machen einen fixen Tag in der Woche zu deinem erwartungsfreien Tag.

Go for flow!
Su Coach

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