Leben-vertrauen

Dem Lauf des Lebens vertrauen

[Jeden Sonntag gibt es hier eine Intention der Woche – eine Absicht, die ich mir für die nächsten 7 Tage setze. Du bist herzlich eingeladen mitzumachen.]

Der Kopf schmiedet gerne Pläne und hat bestimmte Vorstellungen, wie das Leben sein wird oder sein sollte, und wehe, es kommt dann anders.

Wenn die Erwartungen – egal ob an andere Menschen, an sich selbst oder an eine bestimmte Situation, sehr hoch sind, dann ist die Realität manchmal ziemlich ernüchternd. Das durfte ich jedenfalls gerade wiedermal feststellen.

Wer weiß, wozu es gut ist

Aus Erfahrung weiß ich mittlerweile allerdings auch, dass…:

  • mein Kopf noch lange nicht Recht hat, nur weil er etwas jetzt gerade nicht „gut“ und „richtig“ findet.
  • mein Kopf gerne über Situationen und Dinge urteilt, die er gar nicht beurteilen kann, weil er nicht in der Lage ist, alle Zusammenhänge und das große Ganze zu erkennen – geschweige denn in die Zukunft schauen kann.
  • ich dem Leben ruhig vertrauen darf und alles schon so seinen Sinn hat, wie es ist – auch wenn ich das nicht sofort erkennen kann.

Ich mag die Geschichte vom klugen Bauern, die das so schön veranschaulicht:

In einem Dorf lebte ein alter Bauer mit seinem Sohn. Ihr einzig wertvoller Besitz war ein prachtvoller Hengst, mit dem sie die Felder bestellen konnten. Eines Tages war der Hengst aus dem Stall verschwunden. Die Dorfbewohner kamen zu dem Mann und riefen aufgeregt: „Was für ein Unglück! Jetzt hast du nichts mehr.“ Der Bauer erwiderte gelassen „Das Pferd steht nicht im Stall. Das ist alles, was ich weiß. Ob das gut ist oder schlecht? Wer weiß.“

Einige Tage später kehrte der Hengst in seinen Stall zurück und brachte im Schlepptau drei Wildpferde mit. Das ganze Dorf eilte zum Bauern. „Du hattest Recht“, staunten sie. „Das Unglück war ein Riesenglück. Die Wildpferde sind ein Geschenk des Himmels.“ Der Alte sagte ruhig „Jetzt habe ich vier Pferde, das stimmt. Ob das ein Glück oder ein Unglück ist, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nicht, welchen Lauf das Leben nimmt. Ich kann nur vertrauen.“

Beim Zureiten eines Wildpferdes wurde der Sohn abgeworfen und erlitt einen schweren Beinbruch. So musste der alte Bauer die ganze Feldarbeit allein bewältigen und erntete das Mitleid der Dorfbewohner. „Die Pferde haben schlimmes Unheil über dich gebracht. Dein Sohn ist ein Krüppel und du musst in deinem Alter noch so hart arbeiten.“ Doch der Bauer dachte nicht daran, sich zu beklagen, sondern sagte mit stoischer Gelassenheit: „Ihr seid wirklich vom Urteilen besessen. Mein Sohn hat ein gebrochenes Bein und ich mache die Arbeit im Moment allein. So ist es. Das weiß ich. Aber wer weiß, wozu das gut ist.“

Wenig später begann ein Krieg und alle jungen, gesunden Männer im Dorf wurden einberufen, als Soldaten zu dienen. Nur der Sohn des alten Bauern durfte zu Hause bleiben, denn mit seiner Verletzung war er nicht kriegstauglich. Das ganze Dorf beneidete den alten Bauern um sein Glück.

Eine meiner Lebensregeln lautet: 
Bewerte nie eine Situation nur an einem einzigen Tag!
Morgen kann schon wieder alles ganz anders aussehen. Und manchmal braucht es Jahre, um rückblickend erkennen zu können, wie gut sich die Dinge entwickelt haben.

Höchstwahrscheinlich hast auch du schon erlebt, dass eine unangenehme Erfahrung oder eine Ent-täuschung in deinem Leben im Nachhinein betrachtet gut und wichtig war, ein Anstoß für eine positive Veränderung und ein Motor für die eigene Entwicklung.

Vielleicht hat sich als Folge von Ereignissen, die dir zunächst negativ erschienen sind, eine neue Türe in deinem Leben geöffnet. Altes musste gehen, um Platz für Neues zu schaffen. Vielleicht hast du auch rückblickend schon mal gedacht: „Wenn ich damals schon gewusst hätte, wie sich die Sache entwickelt, dann wäre ich viel entspannter geblieben …“

Daran, dass ich dem Leben vertrauen kann, will ich mich diese Woche wieder ganz bewusst erinnern.

Diese Woche vertraue ich dem Leben

Diese Woche lege ich meine Pläne, meinen Willen, meine Vorstellungen, meine Erwartungen und meine Ängste vertrauensvoll in die Hände des Lebens und in die Hände meiner inneren Führung, die weiß, was für mich am besten ist.

Ich lasse jede Vorstellung los, wie das Leben zu sein hat, und akzeptiere, dass das Leben nicht so laufen muss, wie sich das mein kleines Gehirn ausmalt. Ich vertraue darauf, dass zu jeder Zeit das Richtige passiert und sich das Leben auf vollkommene Weise entfaltet.

Und du? Vertrauen wir gemeinsam?!

Go for flow!

P.S: Falls du dir gerade schwer tust, mit einer Lebenssituation klarzukommen und dem Leben zu vertrauen, unterstütze ich dich gerne in einem Coaching.

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