Drückeberger

Bist du ein Drückeberger?

Gestern in der Früh hatte ich die klare Absicht, den ganzen Vormittag zu nutzen, um einen Artikel zu schreiben.

Was hab ich gemacht?

Meinen Schreibtisch aufgeräumt. Meine Mails gecheckt und beantwortet. Im Internet gesurft. Telefoniert.

Schwups! Schon warʼs 13.00 Uhr und ich musste zu einem Mittagessen.
Müßig zu sagen, wie weit ich mit meinem Artikel gekommen bin.

Ich geh meine To-do-Listen in der Regel sehr intuitiv an. Entscheide also meist spontan und je nach Verfassungen, welchen meiner anstehenden Punkte ich jetzt gut erledigen kann. [Siehe: To-do Liste für Kreative]

Jetzt könnte ich mir bei meiner gestrigen Vormittags-Aktion problemlos einreden: „Macht ja nichts, war eben etwas anderes wichtiger. Ich war einfach heute nicht in der Verfassung zu schreiben.“ Doch in meinen Innersten weiß ich ganz genau, dass das nicht stimmt.

Warum ich das mit Sicherheit weiß:
Meine Aktionen haben sich nicht gut, richtig und stimmig angefühlt.
Währenddessen nicht und nachher auch nicht.

In Wahrheit hab mich einfach nur gedrückt, vor dem, was ich vor hatte und was ich wirklich tun wollte.

Weißt du, was ich meine? Kennst du solche Drückeberger-Aktionen?

Das richtige Timing

Wenn wir die Dinge zur richtigen Zeit und in der richtigen Reihenfolge tun, sind wir im Flow. Alles – selbst Schwieriges – geht uns viel leichter von der Hand. Alles – selbst Langweiliges – kann so Spaß machen. Wir sind zufrieden, spätestens wenn die Aufgabe erledigt ist.

Tun wir etwas nur, um uns abzulenken und uns vor dem, was wesentlich ist, zu drücken, bleibt ein nagendes Gefühl der Unzufriedenheit. Wenn wir auch noch so viel getan haben, sind wir trotzdem nicht befriedigt. Wir haben unsere Zeit und Energie für etwas eingesetzt, was gar nicht dran war.

An einem anderen Vormittag kann es gut sein, dass ich hoch zufrieden bin, nachdem ich meinen Schreibtisch aufgeräumt, offene Mails beantwortet und ein paar Telefonate erledigt hab. Es lag also nicht an den Aufgaben an sich, sondern am falschen und unstimmigen Timing.

Verzichte auf Drückerberger-Aktionen!

Sagen wir so: Solange solche Drückeberger-Atkionen nur alle heiligen Zeiten vorkommen, ist das natürlich keine große Sache. Menschlich eben.

Falls du aber öfters in diese Falle tappst, mach dir bewusst, dass du damit wertvolle Zeit und Energie verschwendet. Mach Schluss damit! Nachdem die Aufschieberitis eng verwandt ist mit der Drückebergerei findest du ein paar Gründe und Mittel dagegen hier.

Oder fang so an:
Entscheide zumindest ab sofort ganz bewusst VORHER, ob du dich jetzt WIRKLICH drücken möchtest. Oder ob du nicht doch lieber dein geplantes Vorhaben angehst und der Versuchung widerstehst, dich abzulenken und dich anderweitig zu beschäftigen.

Ja, die Versuchungen können groß sein. Mein Schreibtisch schreit manchmal förmlich danach aufgeräumt zu werden und auch mein Mailprogramm hat eine unglaubliche Anziehungskraft, wenn ich mich vor etwas drücken möchte.

Triff eine bewusste Entscheidung, ob du der Versuchung nachgehen willst – OK! – oder eben nicht. Achte darauf, dass du so oft wie möglich die Dinge tust, die im Moment wirklich anstehen und sich jetzt gut und richtig anspüren.

Beobachte, wie sich das auf dein Energieniveau, deinen Tatendrang und deinen Flow auswirkt.

Go for flow!
Su Coach

, ,

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar