Schnellen und mühelosen Erfolg zu erwarten, blockiert oft.

Erfolg: Bist du bereit den nötigen Einsatz zu leisten?

Körperakrobatik hat mich schon immer fasziniert. Mit offenem Mund hab ich vorhin wieder mal ein grandioses Yoga-Video auf Facebook bestaunt:
Eine Frau, die in den Handstand hinaufschwebt und da oben herumturnt als wäre das die einfachste Sache der Welt. Wow!

Abgesehen von bewundernden Kommentaren waren auch viele Anfragen drunter, wie man denn das lernt. Nach dem Motto: Bring mir das doch bitte schnell mal bei! 

Erfolg bitte, aber flott!

Hahaha! Als ob das so einfach wäre.

Zufällig wollte ich das „In-den-Handstand-schweben“ selbst einmal lernen und hab auch ein Weilchen geübt. Obwohl ich nicht unbedingt untrainiert bin, bin ich nicht sonderlich weit gekommen. Ich hatte wenig Erfolgserlebnisse, dafür umso mehr Verspannungen.

Kurz: Ich hab ziemlich schnell w.o. gegeben.

Die Yogis, die ich persönlich kenne, und die das „In-den-Handstand-schweben“ können, waren entweder
a.) bereits in ihrer Jugend Bodenturner (oder so was in die Richtung) oder
b.) haben 4-5 Jahre (Jahre!!!) konsequent dafür geübt.

Die sind also nicht eines Tages in der Früh aufgewacht und haben sich gesagt: „Ach heute stelle ich mich einfach mal auf meine Hände und lasse meine Beine in die Luft gleiten.“ Nope!

Dieses „Du-musst-schon-deinen-Einsatz-bringen“ gilt nicht nur im Yoga und in der Akobraitk, sondern in fast allen Bereichen, in denen wir etwas erreichen wollen.

„Ich habe 30 Jahre gebraucht, um über Nacht berühmt zu werden .“ 
Harry Belafonte

Erfolg kommt nicht über Nacht!

Jetzt wird uns heute aber überall der Eindruck vermittelt, dass alles schnell schnell und ganz leicht geht:

  • 5 Kilo abnehmen in 7 Tagen
    (Vor kurzem wieder auf der Titelseite einer bekannten Frauenzeitschrift)
  • 30 neue Kunden in 30 Tagen
  • Schnell reich werden im Internet
  • Und so weiter. Und so fort.

Lass dich bitte davon nicht täuschen!

Schnellen Erfolg zu erwarten, ist oft blockierend.

Zu schnelle Erfolge zu erwarten, ist ein weit verbreiteter Grund, warum Menschen aufgeben und scheitern.

Egal, ob das zum Beispiel beim Abnehmen ist – die ersten zwei, drei Kilos gehen noch schnell runter und dann kommt der große Frust, weil auf der Waage nichts weitergeht, und alle Vorsätze schmelzen dahin.
Oder beim neu eröffneten Business – weil es eben ein Weilchen dauert, sich einen Kundenstock aufzubauen.
Oder beim Bloggen, weil das Geld mit ein paar Artikeln eben nicht beim Fenster hereinschneit.

Immer wieder erlebe ich im Coaching Menschen, die sich schlecht fühlen – fast schon als Versager, weil sie ihr Vorhaben eben nicht so schnell auf die Reihe bekommen – so wie das da draußen oft dargestellt wird.

Mühelosen Erfolg zu erwarten, ist oft blockierend.

Zu glauben, es geht mühelos, ist ein zweiter Grund für Misserfolg.

Oft sehen wir bei anderen Menschen nur das Ergebnis, das scheinbar total mühelos erzielt wurde. Was wir oft nicht sehen, ist das Fundament von Disziplin, Konsequenz, Stärke und Willenskraft, das dahinter steckt.

Denk nur an einen Spitzensportler, der im Flow seine Bestleistung abliefert, und dann vergiss nicht, wie viel Training und Vorbereitung dafür erforderlich war.

Was so leicht und mühelos ausschaut, ist in aller Regel mit viel Einsatz verbunden.

Und was ist mit dem Flow?

Jetzt geht es in diesem Blog ja um das Thema „Flow“. Und zwei ganz typische Flow-Merkmale sind Leichtigkeit und Mühelosigkeit.

Zur Erinnerung: Damit ist nicht gemeint, dass du im Flow NICHTS tun musst und du ohne Einsatz von Zeit und Energie, Erfolg hast und erreichst, was du erreichen möchtest – dir also alles einfach so zufliegt.

Was du dir auf dem „Flow-Weg“ weitgehend ersparst:

  • Kampf und Krampf
  • inneren Widerstand
  • unnötige Anspannung und ungesunden Stress
  • den Versuch, Dinge zu kontrollieren, die du nicht unter Kontrolle hast
  • „Es sollte anders laufen“-Gedanken und
  • die seelische Belastung, die aus all dem entsteht.

Im Flow bringst du deinen (manchmal durchaus großen) Einsatz mit Freude und Leichtigkeit. Zumindest ist das der Normalfall, nicht die große Ausnahme.

Da ist aber zunächst einmal die große Frage, ob du überhaupt bereit bist, deinen Einsatz aufzubringen:

Überprüf deine Einsatzbereitschaft

Was möchtest du können, erreichen oder tun?

  • Ist dir das wirklich wichtig, liegt es dir am Herzen oder macht es dir einfach Freude, das zu verfolgen?
  • Bist du bereit, deine Zeit und deine Energie (und vielleicht auch dein Geld) dafür zu investieren?
  • Bist du bereit, den nötigen Einsatz zu bringen, um dieses Vorhaben zu verwirklichen?

Nein! OK. Lass es sein.
Wenn du auch nur eine der drei Fragen mit „Nein“ beantwortest (aus welchen Gründen auch immer), dann nutz deine Zeit und Energie lieber für etwas anderes. Für etwas, was für dich wirklich zählt, statt dich halbherzig – in der Hoffnung, dass es schnell und leicht geht – an die Sache zu machen.

Ja! Leg los und lass dich nicht davon abschrecken, dass es vielleicht (etwas) länger dauert und nicht ganz so leicht ist, wie gedacht. Der Weg vielleicht manchmal ganz schön steinig ist.

Denk daran, die meisten Menschen, bei denen etwas ganz leicht und mühelos aussieht, sind konsequent dran. Und zwar nicht, weil sie so viel mehr Disziplin haben als du!!!
Sie sind konsequent dran,

  • weil es etwas ist, was sie in ihrem Leben unbedingt wollen.
  • weil es eine positive Herausforderung ist.
  • weil es etwas ist, das es wert ist, Zeit und Energie dafür einzusetzen.
  • weil es etwas ist, das ihrem Leben einen Sinn gibt oder richtig Freude macht.

Und vergiss nicht: Wenn du deinen Einsatz leistest, tust was du tun kannst, dann kommt dir das Leben entgegen. Dann „fliegt“ dir vieles zu. Dann passieren manchmal echte Wunder.

Go for flow!
Su Coach

P.S: Ich übe jetzt wieder eine Runde Handstand :-)!

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