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„Hilfe, ich weiß nicht, was ich will!“ – 5 Ursachen & Lösungsansätze

Ich weiß nicht, was ich will!

Wenn ich diesen Satz im Coaching höre, bin ich manchmal versucht zu fragen:

Wer soll es sonst wissen?

Nachdem ich kein provokativer Therapeut bin (Ja, das gibt´s wirklich), gehe ich das Problem dann doch anders an.

Tatsache ist: Andere Menschen haben in aller Regel nicht die geringste Ahnung, was für dich gut und richtig ist.
Um authentisch, erfüllt und im Flow zu leben, musst du dir schon die Mühe machen, deine eigenen Antworten zu finden und Entscheidungen zu treffen.

Und du findest die Antwort immer in dir – soviel ist sicher!

Wenn du also nicht weißt, was du willst, dann hast du im Moment (oder vielleicht auch schon seit längerer Zeit) nur einfach keinen Zugang zu deinen Antworten oder sie sind noch nicht so klar.

Der Ausweg aus „Ich weiß nicht, was ich will.“

Ein guter Anfang ist, dir eine Absicht zu setzen wie beispielsweise:

„Ich finde jetzt heraus, was ich wirklich möchte“ oder
„Ich möchte jetzt bitte Hinweise und Unterstützung, um herauszufinden, was ich möchte.

Damit ist schon einmal klar, was du jetzt möchtest – nämlich mehr Klarheit!

Vielleicht dauert es ein Weilchen bis sich die Nebel lichten, aber du kannst davon ausgehen, dass es passieren wird.

5 Ursachen für die innere Unklarheit

Hier schauen wir uns mal die häufigsten Gründe an, warum die eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Vorlieben, nicht immer so klar sind und wo du ansetzen kannst:

1. Zu viele äußere Einflüsse

Eines der größten Hindernisse, unsere innere Impulse klar zu erkennen, ist die Informationsflut, der wir heutzutage ständig ausgesetzt sind. Radio, Fernsehen, Printmedien, Internet, E-Mail, andere Menschen – unzählige Informationen und Meinungen, die nicht von uns selbst sind, sondern von anderen kommen.

Heute hören wir ständig irgendwo, was gut, richtig und wichtig ist, wie man zu leben hat und welche Ziele erstrebenswert sind. Das passiert oft so subtil, dass wir es gar nicht bewusst mitbekommen, ist aber sehr oft verwirrend.

Kein Wunder, dass wir schon fast verlernt haben, in uns hineinzuhören, um unsere wahren Empfindungen und Bedürfnisse festzustellen und danach zu handeln. Wenn es außen zu laut ist und zu viele Informationen auf uns einströmen, ist es schwierig, die vergleichsweise leise innere Stimme zu hören.

Wer sich nie oder wenig Zeit nimmt, für sich allein zu sein, oder wer dazu neigt, ständig die Meinung anderer Menschen einzuholen, verliert ganz leicht den Draht zu seiner inneren Weisheit. So nenne ich gerne den Teil in dir, der genau weiß, was für dich stimmt und was du von Herzen willst.

Der Lösungsansatz: Rückzug

Um wieder Zugang zu deiner inneren Führung und deinen Antworten zu finden, ist es – zumindest am Anfang – notwendig, sich regelmäßig eine kurze Auszeit zu nehmen. Die äußeren Einflüsse – zumindest für ein Weilchen – mal drastisch zu reduzieren.

Schenk dir Zeit für dich selbst. Zeit allein. Ohne Berieselung von außen.

Der Rückzug hilft dir, aus dem Massenbewusstsein auszusteigen und dich abzugrenzen von dem, was andere denken, fühlen und wollen. Sobald es außen leiser wird, kannst du die leise innere Stimme wieder besser hören.

OK. Vielleicht denkst du jetzt gerade daran, wie toll es wäre ein Retreat zu machen, abzuhauen und auf einer stillen Berghütte zu sitzen und hinten nach folgt gleich der Gedanke „Das geht ja leider nicht!“

Natürlich kann eine totale Auszeit Wunder wirken – und wenn du spürst, dass du genau das jetzt brauchst, gönn dir das, wenn irgendwie möglich.

Aber die meisten von uns, können eben nicht einfach so abhauen. Keine Sorge, dass ist auch nicht unbedingt notwenig, um deine innere Stimme wieder zu hören.
Nimm dir 10 bis 15 Minuten am Tag – jeden Tag, in denen du dich zurückziehst, ungestört und nur für dich bist. Diese paar Minuten am Tag sind für jeden machbar.
Meditiere in dieser Zeit oder sitz einfach still da. Schreib dir alles von der Seele. Male. Bastle. Oder hör dir deine Lieblingsmusik an.

2. Zu viele Optionen

Wir leben in einer Alles-ist-möglich Kultur. Das hat viele Vorteile. Aber ist es sogar wissenschaftlich erwiesen, dass zu viele Optionen lähmend sind. Vor lauter „Alles ist möglich“, wissen wir gar nicht mehr, wofür wir uns entscheiden sollen.

Stell dir ein riesen Buffet vor und du weißt einfach nicht, was du essen sollst – du hast auf vieles Lust, aber ALLES geht nicht. Jetzt nascht du mal ein wenig von hier und ein wenig von dort. Beim Buffet funktioniert das noch einigermaßen – abgesehen davon, dass dir von dem Durcheinander vielleicht schlecht wird.

Wenn du diese Strategie in deinem Leben fährst, hast du eben von allem ein bisschen aber nichts so richtig. Für manche Menschen funktioniert das hervorragend, bei vielen hinterlässt das aber auch ein höchst unbefriedigendes Gefühl.

Dieses Problem haben oft die sogenannten Scanner. Das sind Menschen, die viele Interessen haben, es lieben verschiedenste Dinge anzufangen und sich mit allem möglichen zu beschäftigen, aber so bald es langweilig wird, kommt das nächste dran. Diesen Menschen fällt es oft sau schwer, Optionen auszuschlagen und sich auf einen einzelnen Bereich, ein Vorhaben oder ein Ziel festlegen. (Ich weiß, wovon ich rede – ich gehöre zu der Sorte.)

Während das jetzt einerseits Teil des eigenen Wesens (und damit gesund) ist, viele unterschiedliche Dinge zu tun und zu wollen, kann es anderseits zermürben und für den Flow kontraproduktiv sein, ständig auf tausenden Hochzeiten tanzen zu wollen.

Der Lösungsansatz: Eine Wahl treffen

In dem Fall geht es mehr darum, Türen zu schließen und sich für etwas zu entscheiden statt sich alle Optionen offen zu halten.

Einfach ist es, wenn eine Option klar besser erscheint als der Rest. Go for it.
Wenn sich eine Option gut, richtig und stimmig anfühlt, aber der Kopf Zweifel anmeldet und ständig einwirft, ob die andere Optionen nicht doch… , dann höre auf dein Bauchgefühl. Der Kopf neigt immer dazu zu zweifeln.

Schwieriger wird es, wenn mehrere Optionen verlockend sind. Nimm dir in Ruhe Zeit, die Optionen abzuwägen, such dir Unterstützung, um da klarer zu werden, und dann entscheide dich für eine. Und aus. In aller Regel ist es in solchen Fällen nicht so wichtig, für welche Option du dich entscheidest, sondern dass du dich für eine entscheidest und dann das Beste daraus machst.

3. Innere Widersprüche

Ein Teil in dir will etwas. Ein anderer Teil will das nicht oder will etwas anderes. Das kennt wohl jeder.

Ein Klassiker: Ein Teil von dir will abnehmen, ein anderer will Schokolade.
Oder: Ein Teil von dir möchte hochproduktiv sein und etwas weiterbringen. Ein Teil will einfach nur faul sein.
Oder: Da gibt es den Wunsch nach einem neuen Job oder den Wunsch ins Ausland zu gehen und gleichzeitig ist da das dringende Bedürfnis nach Sicherheit.

Das Ergebnis ist innere Zerrissenheit und die endet oft in der Aussage:
„Ich weiß nicht, was ich will.“
Genau genommen, gibt es da zwei Teile, die beide sehr genau wissen, was sie wollen! Sie sind sich nur nicht einig.

Der Lösungsansatz: Zwischen den Anteilen vermitteln

In dem Fall geht es also um eine „Vermittlung“ zwischen Anteilen in dir.

Oft ist es möglich für beide Anteile etwas zu tun: Du kannst ein Stück Schokolade essen und trotzdem abnehmen. Du kannst hochproduktiv sein und dir Zeiten gönnen, in denen du stinkfaul bist (Das Faulsein wird deiner Produktivität sogar gut tun). Du kannst beim Sprung in einen neuen Job, ganz bewusst etwas für deinen „Ich brauche Sicherheit“ Teil tun.

So leicht ist das nicht immer. Aber warum es hier letztlich geht, ist, beide Anteile in dir zu würdigen, statt einen zu unterdrücken oder ständig hin und hergerissen zu sein.

4. Erwartungen anderer

Die „Krankheit“, es anderen recht machen zu wollen, ist ebenfalls weit verbreitet – und auch im Flow-Bog immer wieder Thema.

Statt zu tun, was für einen selbst stimmt und Freude macht, macht man eben das, was erwünscht ist. Das beginnt oft schon in der Kindheit – zum Beispiel, wenn „brav sein“ und „keine Schwierigkeiten machen“ ganz groß geschrieben ist. Schwups, schon verlierst du aus den Augen, was DU willst.

Im Buch von Bronnie Ware 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen, steht an erster Stelle:
Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben.
Den Mut, mir selbst treu zu bleiben, statt so zu leben, wie es andere von mir erwarten.

„Lassen sie niemals zu, dass irgend jemand sie von dem abhält, was sie wollen“, sagte eine ältere Dame kurz vor ihrem Tod zu ihrer Sterbebegleiterin Bronnie Ware. Ein guter Rat.

Der Lösungsansatz: Sich selbst treu bleiben

Manche Menschen haben regelrecht verlernt, auf ihr inneres Gefühl zu hören, und spüren wirklich nicht mehr, was sie selbst wollen oder fragen sich das gar nicht mehr.
Solltest du da dazugehören, bist du schon auf einem guten Weg, wenn du diesen Artikel liest und dir erlaubst, deine Bedürfnisse und Wünsche wieder ans Licht zu holen. Zeit für dich selbst (siehe oben), wird dir gut tun und weiterhelfen.

Andere stellen ihre eigenen Bedürfnisse einfach immer hinten an.
Wenn das deine Thema ist, dann weißt du im Grunde, was du willst, du übergehst deine Wünsche und Bedürfnisse nur immer (wieder). In dem Fall geht es darum, einen gesunden Egoismus zu entwickeln.

Siehe auch: Das Gut-dastehen-wollen Syndrom + Sei egoistisch und kümmere dich um dein Wohlbefinden + 4 Tipps, um konstruktiv Nein zu sagen

5. Umbruchsphasen

Wenn das Leben an einem Wendepunkt ist, kommt eine “Ich weiß nicht, was ich will” Phase sehr häufig vor. Das Alte passt, funktioniert oder ist nicht mehr, und das Neue ist noch nicht da.

Vor allem unerwartete Veränderungen hinterlassen oft ein großes Fragezeichen. Wer – sagen wir – plötzlich seinen Job verliert, hat sich vielleicht schon lange nicht mehr die Frage gestellt, was er beruflich tun will. Oder wer von seinem Partner aus dem blauen heraus verlassen wird, muss sich auch erst wieder neue orientieren und seine Wünsche orten.

Der Lösungsansatz: Zeit & Geduld

In solchen Zeiten ist es wirklich vollkommen normal und natürlich, wenn ein großes Fragezeichen in der Luft hängt. Kein Grund zur Panik!

Hier geht es ganz einfach darum, sich die nötige Zeit zu gönnen und sich eventuell Unterstützung oder Inspiration zu holen, um herauszufinden, in welche Richtung es jetzt gehen soll.

Die Richtung wird kommen und ganz oft stellt sich im Nachhinein heraus, dass dieser Wendepunkt das Beste war, was einem passieren konnte.

An dieser Stelle noch ein Verweise für alle, die in Wahrheit eigentlich sehr genau wissen, was sie wollen, aber sich nicht trauen, dem Wunsch nachzugehen. Da haben wir es mit einem etwas anderen Problem zu tun: „Ich weiß nicht, was ich will!“ Wirklich nicht?

Wenn du dich auf die Suche nach deinen inneren Wünsche machst, erwarte dir nicht unbedingt, den großen „Aha-Effekt“. Peng! Und auf einmal, weißt du ganz genau, was du willst.

In Wahrheit ist das vielmehr ein Entwicklungs- und Wachstumsprozess. Deine Wünsche und Vorlieben sind nicht statisches. Sie entwickeln sich und wachsen mit dir. Und jede Erfahrung kann dir dabei helfen, klarer darüber zu werden, was du jetzt leben und manifestieren möchtest.

Go for flow!

Su Coach

P.S: Wenn du feststeckst und dir Hilfe wünscht, um Klarheit zu gewinnen, was du willst und wo es für dich lang geht, schreib mir ein Mail.

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