Weiß-nicht-wie

„Ich weiß nicht, was ich will!“ Wirklich nicht?

„Ich möchte mich schon lange beruflich verändern, aber ich weiß einfach nicht, was ich wirklich tun will.“

So hat eine Klientin ihr Problem mit einem Satz auf den Punkt gebracht.

„Das stimmt nicht!“, widersprach ich.
Ich hatte Ihr in die Karten geschaut und da gab es einen beruflichen Traum.

Die Frage, was sie denn am allerliebsten beruflich tun würde, konnte sie tatsächlich ziemlich konkret beantworten. Und dann…

…dann kam das große ABER.
Aber das machen schon so viele und ich weiß nicht, ob ich Talent dazu hab…
Aber ich müsste dafür eine Ausbildung machen, die ziemlich teuer ist…
Aber ich weiß nicht, ob ich damit jemals genug Geld verdienen kann…

Und so verwirft sie ihren Traum immer wieder und redet sich selbst ein:
Ich weiß nicht, was ich will.

Mit dieser Strategie ist sie kein Einzelfall. Oft wissen wir im Grunde unseres Herzens sehr genau, was wir eigentlich wollen.

Sei es, sich beruflich zu verändern. Sei es, endlich ein Herzensprojekt anzupacken. Oder sei es, ins Grüne zu ziehen oder gar ins Ausland zu gehen. Irgendwie spüren wir: „Das wäre genau „meines“. Wir trauen uns dann nur oft nicht, dem nachzugehen. Das ist durchaus normal und menschlich.

Halten wir aber mal fest:

Es ist ein riesen Unterschied, ob Sie wirklich nicht wissen, was Sie wollen, oder ob Sie nur (noch) nicht wissen, wie Sie das, was Sie wollen, realisieren können!

Hier finden Sie Anregungen, wenn Sie wirklich nicht wissen, was Sie wollen.

Sie wissen, was Sie wollen, ABER…

Wenn Sie wissen, was Sie am liebsten tun wollen, aber eine Litanei von Gründen haben, warum das (vielleicht) (jetzt) nicht möglich ist, hören Sie bloß auf, sich immer und immer wieder zu sagen: „Ich weiß nicht, was ich will.“

Mit dieser Affirmation schaffen Sie sich selbst ein Problem – ein Problem, das in Wahrheit gar nicht da ist. Sie ignorieren Ihr innere Stimme und den Ruf Ihres Herzens, fühlen sich orientierungslos und glauben irgendwann, tatsächlich nicht zu wissen, wo es für Sie eigentlich langgeht.

Damit killen Sie auch Ihren inneren Antrieb und Ihre Motivation.

Stellen Sie sich lieber Fragen wie:

  • Wer könnte mich dabei unterstützen, meinen Wunsch zu verwirklichen?
    Um herauszufinden, wie Sie Ihren Traum realisieren, können Sie sich jederzeit Hilfe holen. Bei jemandem, der diesen Schritt bereits gegangen ist. Bei einem Coach oder Berater. Aber auch bei jemandem, dem Sie ganz einfach vertrauen und der Sie in Ihrem Vorhaben bestärkt.
  • Wenn jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt ist:
    Wann kann ich mit der Verwirklichung beginnen? Und wie kann ich die Zeit bis dahin am besten nutzen?
    Ich kenne einige Menschen, die sich einen großen Traum erst in späteren Jahren erfüllt haben – vorher waren Kinder großzuziehen oder die finanzielle Situation war zu eng oder es hat sich einfach kein Weg ergeben. Was vielleicht nicht GLEICH möglich ist, kann sehr wohl eines Tages möglich werden.
  • Oder, wenn sich der „große“ Traum nicht mehr verwirklichen lässt:
    Wie könnte ich einen kleinen Aspekt davon umsetzen?
    Eine Klientin von mir wollte beispielsweise immer Primabellerina werden – hat aber bereits als Kind aufgehört zu tanzen. Mit fünfundvierzig war es für die große Staatsopernkarriere also tatsächlich zu spät, aber fürs Tanzen nicht. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie dann begonnen Salsa Kurse zu besuchen und die beiden gehen heute sogar auf Salsa-Turniere – ziemlich erfolgreich sogar.

Falls Sie sich in diesem Beitrag wiedererkennen, streichen Sie das „Ich weiß nicht, was ich will“ für eine Weile aus Ihrem Wortschatz.

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“, hat Kafka gesagt.
Recht hat er. Der erste Schritt ist aber, sich Ihren Wunsch wirklich einzugestehen.  

Go for flow!
Su Busson

P.S: Ich liebe es, berufliche Träume, Wünsche und Ideen auf die Welt zu bringen. Wenn Sie Geburtshilfe brauchen, schicken Sie ein Mail.

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2 Responses to „Ich weiß nicht, was ich will!“ Wirklich nicht?

  1. Karin meister 4. April 2016 at 0:07 #

    Hallo Su
    Ich kann deinem Artikel voll und ganz zustimmen, es braucht nur mit sich selbst ehrlich zu sein. Am besten lässt man los sich selbst zu belügen und sich die eigenen Wünsche zu verbieten. Ich bin gerade in einem loslassen Prozess und kann dies nur empfehlen!
    Herzliche Grüsse
    Karin
    Karinmeister.blogspot.com

    • Su
      Su 12. April 2016 at 9:59 #

      Hallo liebe Karin,
      jö! Das freut mich. Danke Dir sehr für Dein Feedback!
      Ja, so ein Loslass-Prozess ist total reingehend und bringt viel Klarheit. Danach geht auch alles wieder viiiel leichter!
      Ich wünsche Dir alles alles Gut und freu mich auf ein Wiederlesen.
      Alles Liebe
      Su

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