Schweinehund

Den inneren Schweinehund mit einem kleinen Trick überwinden 

Von Natur aus bin ich ein Alles-oder-nichts Typ. Wenn ich etwas mache, dann will ich es ordentlich machen oder ich lasse es lieber gleich.

Mein ideales Ich würde jeden Tag mindestens eine Stunde yogisieren, eine halbe Stunde meditieren und eine Stunde in die Entwicklung von neuen Projekten investieren.

Mein reales Ich macht dann häufig nichts davon.

Diese Reaktion auf meine Vorsätze fand ich früher total unlogisch. Waren das doch alles Dinge, die ich wirklich gerne tun wollte – also nichts, wozu ich mich zwingen musste. Warum konnte ich mich trotzdem oft nicht dazu aufraffen?

Der innere Schweinehund ist schuld, dachte ich.

Früher war ich überzeugt, dass da irgendein Teil in mir sein muss, der mich boykottieren, mein Glück und meine Entwicklung verhindern will – ein innerer Schweinehund, der bekämpft gehört.

Für mich kein sehr hilfreicher Gedanke.

Bis ich irgendwann gelernt hab, dass diese Art von innerem Widerstand völlig normal und sogar gesund ist. Dass er ein Zeichen ist, dass ich gerade dabei bin, meine sichere Komfortzone zu verlassen und zu wachsen und mich der „innere Schweinhund“ vor möglichen Gefahr schützen möchte – mehr so etwas wie ein innerer Bodyguard ist. Und dass dieser Widerstand eben selbst dann auftaucht, wenn es um Dinge geht, die uns eigentlich gut tun und Freude machen.

Wenn dir dieses Thema bekannt vorkommt, dann brauchst du vor allem eines: das Wissen, wie du mit diesem inneren Bodyguard am Besten umgehst und trotz Widerstand tust, was du ja wirklich tun möchtest und dir vorgenommen hast.

Ein simpler Trick, der funktioniert:

Verabschied dich vom Alles-oder-nichts-Prinzip!

Statt zu versuchen, alles so zu tun, wie du es in deinen Augen tun solltest,
tust du das, was du wirklich tun kannst.

Und wenn´s nur ein ganz klein bisschen und nicht perfekt ist!

Ein Yogalehrer, Lucas Lockwood, hat mir mal empfohlen: „Praktizier jeden Tag und sei es nur für fünf Minuten. Mach 5 Sonnengrüße. Ein paar Asanas. Oder eine Atemübung. Und wenn das auch nicht geht, dann setzt dich zumindest im Lotussitz auf deinen Schreibtischsessel.“

Und siehe da: Fünf Minuten irgendeine Form von Yoga-Praxis schaffe ich mit Leichtigkeit und ohne inneren Widerstand – und zwar jeden Tag. Manchmal werden daraus fünfzehn, manchmal dreißig Minuten und manchmal übe ich länger. Nur zu den fünf Minuten verpflichte ich mich fix.

Genauso mach ich´s mit dem Meditieren – da klappen bei mir zehn Minuten problemlos. Auch wenn an manchen Tagen mein Kopf überhaupt nicht zur Ruhe kommt, sitze ich zumindest täglich für diese Zeit in meinem Meditations-Sessel und spring nicht gleich auf, wenn´s nicht ideal läuft. Still sitzen – das schaffe ich. Und das genügt. Und wenn mir danach ist, dehne ich die Zeit einfach aus.

Und 5x die Woche tue ich für mindestens zehn Minuten irgendetwas für mein neues Buch-Projekt: Und wenn es nur ein Brainstorming oder eine Recherche ist.

Wenn du dir etwas vorgenommen hast, was du wirklich tun möchtest (also nichts, was du nur meinst, tun zu sollen und tun zu müssen) und trotzdem hapert´s an der Umsetzung, dann finde dein persönliches Minimum.

Dein persönliches Minimum

Verpflichte dich zu ein paar Minuten!

Das, was du wirklich bereit bist, zu tun. Es gibt ein Pensum, das wirklich immer geht.

Klingt vielleicht sinnlos, aber es ist wesentlich besser, dieses scheinbar lächerliche Minimum zu tun als gar nichts. Seien es täglich nur ein paar Minuten für ein neues Projekt arbeiten, ein paar Minuten etwas Neues lernen oder sich ein paar Minuten zu bewegen – es hat einen Effekt. Mehrere Effekte sogar:

  1. Es fühlt sich wesentlich besser an, Mini-Verpflichtungen einzuhalten als größere Vorsätze immer wieder auf morgen zu verschieben.  Es entsteht das Gefühl, wenigstens irgendetwas getan zu haben statt dem „wieder-nicht“ Frust.
  2. Du hast tatsächlich irgendetwas getan. Und bekanntlich summieren sich selbst Kleinigkeiten.
  3. Und das finde ich das Beste daran: Es reicht oft diese kurze Zeit aus, um den inneren Widerstand zu überwinden und von ganz alleine Lust auf mehr zu bekommen. Der innere Bodyguard merkt quasi „Ah, das ist sicher. Das tut mir gut. Da können wir ruhig mehr davon machen.“

Also: Was willst du jetzt angehen. Zu welchem Minimum verpflichtest du dich?

Go for flow!
Su Coach

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