Murmeltier

Lebensthemen – und täglich grüßt das Murmeltier

Widmen wir uns wieder einmal dem Thema Arbeit. Diesmal geht es jedoch nicht um den Beruf, sondern um die Arbeit an uns selbst, um unsere persönliche Entwicklung. In der Regel ein sehr schöner und heilsamer Job, der zweilen aber auch ziemlich frustrierend sein kann.

Die meisten Menschen, die an sich arbeiten, reflektiert und bestrebt sind, alte Denk- und Verhaltensmuster abzulegen, kennen so etwas wie „Dauerthemen“.

Und täglich grüßt das Murmeltier!

Was sind Lebensthemen?

Was ich damit meine sind Probleme und Herausforderungen, die immer wieder auftauchen. Kaum denkt man, das Thema ist ein für alle mal vom (Lebens)tisch, taucht es in irgendeiner Form an irgendeiner Ecke wieder auf.

  • „Nicht schon wieder!“
  • „Das darf nicht wahr sein. Ich dreh mich nur im Kreis.“
  • „Ich dachte wirklich, das ist endlich erledigt.
  • „Das wird sich wohl nie ändern.“
  • „Warum passiert das immer mir?“

So oder ähnlich klingen die Gedanken oder Aussagen im Falle eines „Rückfalls“.

Kein Grund zur Verzweiflung! Und vor allem kein Grund für Selbstvorwürfe! Diese „Rückfälle“ bei bestimmten Themen sind NORMAL.
Und: Sie sind eine Chance!

Mir gefällt die Erklärung, dass es sich dabei um Lebensthemen handelt, die wir uns auf Seeleneben aussuchen, um bestimmte Erfahrungen in diesem Leben zu machen. Wir haben uns also irgendwann einmal selbst entschieden und vorgenommen, uns intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Dafür, dass wir diesen Vorsatz einhalten, sorgt das Leben. Schon unsere Familie, in die wir hineingeboren werden, haben wir nach diesen Kriterien ausgewählt.

Ob das wirklich stimmt, kann ich natürlich nicht beweisen, aber darum soll es hier gar nicht gehen. Viel wichtiger ist nämlich die Frage:

Wie du mit Nicht-schon-wieder-Situationen gut umgehst.

Lenk deine Aufmerksamkeit bitte nicht auf das, was im Außen schon wieder gleich ist und sich scheinbar nie ändert. Dadurch bekommst du nur mehr davon. Der Fokus auf das Problem, führt nur zu mehr Problemen.

Selbst wenn sich in den äußeren Umständen (noch) keinerlei Veränderung zeigt, hast du die Möglichkeit dein Inneres und deinen Zustand zu der Situation zu verändern. Das geht immer!

Alle Erlebnisse – auch wenn sie uns gerade gar nicht gefallen und wir sicher sind, uns das nicht ausgesucht zu haben – sind eine Gelegenheit in dieser Hinsicht zu wachsen, sich zu entwickeln und heil zu werden.

Wachstum ist ein Prozess

Dabei ist es wichtig zu wissen bzw. sich immer wieder daran zu erinnern: Entwicklung und Wachstum sind ein Prozess. Dieser Prozess verläuft nicht linear, sondern spiralförmig. Du kommst immer wieder zum Ausgangspunkt zurück, allerdings auf einer anderen Ebene. Das kann zuweilen frustrierend sein, weil der Eindruck entsteht, dass sich nichts verändert.

Schon wieder beschäftigt dich ein Thema, an dem du bereits zig Mal gearbeitet hast. Schon wieder taucht ein Hindernis auf, von dem du glaubtest, es längst bewältigt zu haben. Schon wieder stehst du dir selbst im Weg, wider besseren Wissens.

Denk bitte an eine spiralförmige Auffahrt in einem Parkhaus.

Bei der, an die ich denke, muss ich manchmal achtmal im Kreis fahren, bevor ich im achten Stock angelangt bin, wo dann endlich ein Parkplatz frei ist. Wenn ich mich so Etage für Etage hochschlängeln muss, komme ich immer wieder zu denselben Aussichten und in jedem Stock sind an der gleichen Stelle hundsgemeine Bodenwellen, die mich einbremsen. Wüsste ich es nicht besser, hätte ich das Gefühl, die ganze Zeit nur im Kreis zu fahren und immer über dieselben Hindernisse zu stolpern.

In Wahrheit nehme ich mit jedem Mal eine andere – höhere – Perspektive ein, und das ist eben notwendig, um schließlich oben anzukommen. Ähnlich verläuft das Leben. Lass dich also bitte von Déjà-vu-Erlebnissen und Stagnationsgefühlen nicht entmutigen.

Bei jedem Durchgang kann wieder ein neuer oder tieferliegender Aspekt geheilt werden. Dazu können folgende Fragen hilfreich sein:

  • Wie möchte ich jetzt mit dieser Situation umgehen? Was kann ich aus der momentanen Situation lernen?
  • Was hat mir früher in so einer Situation schon mal geholfen?
  • Was könnte ich diesmal anders oder besser machen? Welches neue Verhalten könnte ich vielleicht ausprobieren?

Kurz: Konzentriere dich nicht auf die äußeren Umstände, sondern darauf, wie du diese „schon wieder“ Situation für dich nutzen kannst. Entscheide bewusst, was du daraus machen möchtest. Es ist dein Übungs- und Wachstumsfeld.

Wenn du dich innerlich veränderst, schlägt dein Leben eine andere Richtung ein – das ist ein universelles Gesetz!

Go for flow!
Su Coach

P.S: Der beste Abschluss zu diesem Artikel ist eine Geschichte von Sogyal Rinpoche:

Ich gehe eine Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren. Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder hinauszukommen.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle schon wieder hinein – aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen. Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

Ich gehe eine andere Straße.

(Sogyal Rinpoche)

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