Meine-Angelegenheit

Mich um meine eigenen Angelegenheiten kümmern

[Jeden Sonntag gibt es hier eine Intention der Woche – eine Absicht, die ich mir für die nächsten 7 Tage setze. Du bist herzlich eingeladen mitzumachen.]

Kümmerst du dich um deine Angelegenheiten?

Erst kürzlich hab ich mich dabei ertappt, wie ich mich mit einem Freund über einen gemeinsamen Bekannten unterhalten hab – darüber, was der nicht besser machen könnte und wie er sich selbst ihm Weg steht …
Bis eine leise innere Stimme mir zuflüsterte:

Kehr vor deiner eigenen Tür!

Uppps!

Vielleicht kennst du das, dass du dich mit Problemen beschäftigst, die gar nicht deine sind. Du dir den Kopf zerbrichst, was jemand am besten tun oder wie jemand deiner Meinung nach sein sollte. Oder du dich ungebeten in die Angelegenheiten anderer einmischt. Sei es ausgesprochener Weise – dem Betroffenen oder Dritten gegenüber – oder still und leise in deinem Oberstübchen.

Mal ehrlich! Wer tut das nie?

Es ist sehr verlockend, sich mit dem Leben, den Problemen und den Gefühlen anderer zu beschäftigen, für andere Ratschläge parat zu haben und für andere Verhaltensregeln aufzustellen. Manchmal passiert das aus Mitleid, manchmal aus Besserwisserei, aus Langeweile, aus Sorge, aus einem Kontrollbedürfnis oder aus Liebe.

Egal aus welchen Gründen, sich in fremde Angelegenheiten einzumischen, ist Energieverschwendung. Energie, die wir gut brauchen können, um uns um unsere eigenen Angelegenheit – unser eigenes Sein – zu kümmern.

Schauen wir uns kurz an, was mit fremden und eigenen Angelegenheiten genau gemeint ist.

Die drei Angelegenheiten: meine, deine und die des Universums

Von Byron Katie stammt die Unterscheidung zwischen drei Arten von Angelegenheiten:

  1. meine eigenen Angelegenheiten –  alles, was ich denke, fühle, sage und tue; wie ich agiere und wie ich auf andere Menschen reagiere; was ich aus den Umständen und Situationen in meinem Leben mache.
  2. Angelegenheiten anderer Menschen – alles, was andere Menschen denken, fühlen, sagen und tun; wie andere agieren und reagieren, was andere aus den Umständen und Situationen ihres Lebens machen.
  3. Angelegenheiten des Universums (Gottes oder einer höheren Macht) – alles, was außerhalb meiner oder deiner Kontrolle oder der Kontrolle von irgendjemand sonst liegt.

Ein paar Beispiele:
Wenn ich so etwas denke wie: „Ich will nicht, dass du beleidigt bist oder dich kränkst.“ „Ich möchte, dass du glücklich bist.“ oder „Du solltest dich anderes verhalten….“, dann bewege ich mich in deinen Angelegenheiten.
Was ich zu dir sage, wie ich mit dir umgehe und was ich fühle, das ist meine Angelegenheit.

Wenn ich denke (oder sage) „Mein Partner sollte mir zuhören und mich besser verstehen.“, bin ich in den Angelegenheiten meines Partners. Mein Ärger darüber, dass mir mein Partner nicht zuhört, und das Gefühl, dass er mich nicht versteht, und wie ich damit umgehe, das ist meine Angelegenheit.

Wenn ich Angst habe, mich beklage oder mir Sorgen mache über so etwas wie Naturkatastrophen, das Wetter oder den Tod, dann bin ich in den Angelegenheiten des Universums.

Wenn wir uns mit fremden Angelegenheiten beschäftigen, entstehen innerer Stress, Unwohlsein und das Gefühl von Ohnmacht. Klar, wir versuchen Dinge zu kontrollieren, die wir in Wahrheit nicht unter Kontrolle haben. Wir schneiden uns dadurch von uns selbst ab, sind nicht präsent in unserer Mitte und übersehen die Dinge, die tatsächlich in unserem Einflussbereich liegen.

Diese Woche kümmere ich mich um meinen Kram

Ich halte untertags immer wieder inne und frage mich:

Beschäftige ich mich mit den Angelegenheiten anderer?
Oder mit den Angelegenheiten des Universums? 

Ich nehme bewusst wahr, wenn ich mich gedanklich damit beschäftige, was jemand anderer denken, fühlen, sagen oder tun sollte – oder nicht tun sollte. Ich nehme auch wahr, wenn ich – laut oder leise – ungebeten Ratschläge verteile oder denke, besser zu wissen, wie jemand zu sein hat oder wie sich jemand fühlen sollte. Oder auch, wie das Leben zu sein hat.

Wenn ich mich dabei ertappe, in fremden Angelegenheiten zu sein, frage ich mich:

Wurde ich um Rat oder um meine Meinung gefragt?

Wenn nein, dann lenke ich meinen Fokus bewusst zurück zu meinem eigenen Kram – zu meinem Denken, Fühlen und Tun.

Wenn ja, dann frage ich mich:

Kann ich den Rat, den ich gebe, selbst annehmen und leben?
Bin ich, wie ich sein möchte, und tue ich, was ich zu tun habe?

Kurz, ich kehre diese Woche sorgfältig vor meiner eigenen Tür.
Und du: Mit wessen Angelegenheiten beschäftigst du dich diese Woche?

Go for flow!

P.S: Wenn es dir schwer fällt, bei deinen eigenen Angelegenheit zu bleiben, oder es fremde Angelegenheiten gibt, mit denen du nicht zurecht kommst, hol dir ein Life-Coaching.

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