Umgang-Stress

Ein tierisch guter Umgang mit Stress

Vielleicht kennst du Mr. Rabbit noch nicht, aber du solltest dir anhören, was er seiner Frau am Abend alles so zu erzählen hat:

„Stell dir vor, heute hat mich wieder der Jäger gejagt und ich bin ihm nur mit Müh und Not entkommen. Dabei wäre ich fast einem Fuchs in den Rachen gelaufen, dem ich in letzter Sekunde entwischen konnte.
Zur Zeit ist es wirklich gefährlich da draußen und ich komme überhaupt nicht zur Ruhe. Bei dem ganzen Stress hab ich es nicht mehr geschafft, etwas zu fressen für uns beide zu finden.“

Dann würde sich der Hase ein wenig bemitleiden und vor dem Einschlafen die schlimmen Szenen des heutigen Tages noch ein paar Mal Revue passieren lassen.

OK! Das tut der Hase natürlich nicht.

Im Gegensatz zu uns Menschen denken Hasen nämlich nicht über das nach, was gewesen ist, und haben keine Wiederholungstaste im Kopf, mit der sie die Vergangenheit wieder und wieder abspielen können.

Das heißt: Mr. Rabbit rennt zwar mehrmals am Tag tatsächlich um sein Leben und ist tagtäglich hohem Stress ausgesetzt, aber wenn er zur Ruhe kommt, dann kommt er zu Ruhe.

Nach einer Verfolgungsjagd zieht er sich an einen geschützten Ort zurück und fährt runter. Genauer gesagt: Der Körper baut von ganz alleine, die Spannung, die durch den Stress entstanden ist ab, und bringt sich wieder in sein Gleichgewicht. Da muss der Hase gar nichts dazu tun.

Sein Körper reguliert sich in der Ruhephase von selbst und danach ist Mr. Rabbit wieder topfit und bereit für die nächste Verfolgungsjagd.

Das menschliche Nervensystem funktioniert nicht sehr viel anders. Unser Körper ist ganz genauso immer bestrebt, unnötige Spannung abzubauen und sich selbst in Balance zu bringen. Er ist genial und regeneriert sich selbst.

Ja, vorausgesetzt wir pfuschen unserem Körper nicht rein und lassen ihn seine Arbeit machen!

Was wir von Mr. Rabbit lernen können:

1. Sich Ruhephasen gönnen

Ja, das ist wirklich nicht Neues. Jeder weiß, wie schlecht Dauerstress ist. Trotzdem verhalten wir uns – die einen mehr, die anderen weniger oft – so, als wäre ständig ein Jäger mit seiner Knarre hinter uns her. Obwohl unser Innerstes längst Signale sendet, einmal Kürzer zu treten oder eine Pause einzulegen, machen wir einfach weiter (Warnsignale des Körpers).

Geht schon noch.“ oder „Ich hab einfach KEINE ZEIT, Ruhe zu geben.“, heißt es dann oft.

In unserer Leistungsgesellschaft haben manche Menschen sogar ein schlechtes Gewissen, wenn Sie sich erholen, sich Verschnaufpausen gönnen und sich einfach nur Gutes tun. Falls du da dazu gehörst, darf ich dir sagen, du solltest ein schlechtes Gewissen haben, wenn du es NICHT tust.

So wie der Hase können wir alle Herausforderungen im Leben frisch und mit voller Kraft angehen, wenn wir mehr auf unsere natürlichen Instinkt hören und Ruhe geben, wenn Ruhe angesagt ist.

[Siehe auch: Der schlimmste Fehler im Umgang mit Stress – und wie du in vermeidest]

2. Keine Kopfkino-Schleife

In seiner Erholungsphase denkt der Hase NICHT an den Jäger oder den Fuchs oder daran, dass er gestern nichts zu fressen gefunden hat.

Zugegeben der Hase hat es da ein wenig leichter, weil er vergangene Erlebnisse im Kopf nicht reproduzieren kann. Diese Fähigkeit haben wir Menschen.
Aber die Fähigkeit an sich ist ja nicht schlecht, sondern hilft uns, Ereignisse zu reflektieren und aus Erfahrungen zu lernen.

Es macht aber keinen Sinn, stressige, ärgerlich, unangenehme Situationen im Kopf immer und immer wieder durchzuspielen oder vielleicht auch noch mit Hinz und Kunz darüber zu reden.

Unser Gehirn ist nicht in der Lage zwischen Realität und Vorstellung zu unterscheiden!

Was auch immer du dir in deinem Kopf vorstellst, wirkt sich unmittelbar auf deinen Körper aus. Das heißt beispielsweise:

  • Du schüttest Adrenalin aus, obwohl du gerade entspannt und gemütlich mit deinen Liebsten beim Abendessen sitzt.
  • Oder du bist gestresst, obwohl du seelenruhig und gut behütet in deinem warmen Bett liegst.

Und zwar nur weil du dich daran erinnerst, was vor mehr oder weniger langer Zeit einmal war oder was einmal sein wird. 

Das ist echt sinnloses im Stress sein!

Und die Erholungspausen bringen dir wenig, wenn du im Kopf den Stress weiterspinnst.

3. Ins Hier und Jetzt kommen

Übe dich darin so wie der Hase, präsent im Hier und Jetzt zu sein.

Lenk Deine Aufmerksamkeit auf die Gegenwart: Nimm bewusst wahr, was in diesem Moment ist: Wo bist du? Was tust du? Was kannst du sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken? Wie fließt dein Atem?

Durch diese Fragen bringst du dein Bewusstsein in deinen Körper – er ist im Gegensatz zu deinem Kopf immer im Jetzt.

Wenn du ganz präsent bist, lässt der Körper in der Regel sofort unnötige Spannung los und hilft dir deine volle Leistungsfähigkeit wieder herzustellen.

Wenn du das nächste Mal Stress hast, dann denk an unseren Mr. Rabbit und was du von ihm lernen kannst. Apropos, ich mach jetzt eine Pause!

Go for flow!
Su Coach

2 Responses to Ein tierisch guter Umgang mit Stress

  1. irmgard kothbauer 31. Januar 2016 at 19:20 #

    liebe sue, wie wahr, wie wahr, ich bin gerade dabei zu lernen, mich nicht zu zerbröseln.Danke für diesen text, liebe grüsse irmgard

    • Su
      Su 31. Januar 2016 at 21:20 #

      Liebe Irmgard,
      gerne! Ich neige auch zum Zerbröseln 🙂 und muss mir „Ruhe geben“ richtig gehend verordnen.
      Wir lernen also gemeinsam!
      Alles Liebe
      Su

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