Weniger-denken

Weniger (nach)denken, grübeln & analysieren.

[Jeden Sonntag gibt es hier eine Intention der Woche – eine Absicht, die ich mir für die nächsten 7 Tage setze. Du bist herzlich eingeladen mitzumachen.]

Denkst du viel nach?

Das hat mich unlängst jemand gefragt. Ja, tue ich. Mit allen Vor- und Nachteilen. Ich denke gerne nach und liebe es, Dingen auf den Grund zu gehen. Das kann durchaus konstruktiv sein.

Aber die Gratwanderung ist schmal: Wenn ich nicht aufpasse, neige ich dazu, ständig zu grübeln und mir über alle möglichen und unmöglichen Dinge den Kopf zu zerbrechen.

Von Konstruktivität ist dann keine Rede mehr. Vielmehr beginnen sich die Gedanken im Kreis zu drehen. Oder ich male mir unerfreuliche Szenarien aus. Oder beschäftige mich mit etwas, auf das ich ohnehin keinen Einfluss habe. Und das ist alles andere als produktiv.

Der Kopf denkt ununterbrochen

Wie wir alle wissen, lässt sich das Denken nicht so einfach abstellen.

Um die 60.000 Gedanken geistern angeblich täglich in unserem Kopf herum. Das Ganze passiert quasi im Untergrund: Optimistischen Schätzungen zufolge macht bewusstes Denken gerade einmal zwischen fünf und sieben Prozent des gesamten Denkens aus. Andere Quellen gehen von einem Verhältnis von 1:1.000.000 aus.

Im Yoga reden wir oft vom „Monkey Mind“, dem Affengeist, weil die Gedanken wie Affen von einem Baum zum anderen springen – es im Kopf ziemlich chaotisch und turbulent zugeht. Diese Woche werde ich wieder einmal ganz bewusst darauf achten, mehr Ruhe in meinen Kopf zu bringen.

Diese Woche denke ich weniger (nach)

Sobald es in meinem Kopf ruhiger ist, sind die Gedanken, die ich habe, wesentlich produktiver und ich kann meine innere Stimme viel besser hören. Das ist wie bei einem Glas mit schmutzigem Wasser. Solange das Wasser im Glas in Unruhe ist, bleibt das Wasser trüb. Doch hält man das Glas über eine Weile still, setzt sich der Schmutz am Boden ab und das Wasser ist klar.

Um meinen Kopf zu beruhigen, nutze ich ganz banale Tricks wie zum Bespiel:

  • immer wieder meinen Atem beobachten;
  • mich auf das konzentrieren, was ich jetzt gerade sehe, fühle, rieche, schmecke, höre;
  • mich zentrieren, in dem ich mir vorstelle, ich sitze in meinem Bauch (klingt komisch, aber mein Kopf lässt sich so beruhigen);
  • mich erden und bewusst den Boden unter meinen Füßen wahrnehmen,
  • meine Lieblingsmusik hören oder ein inspirierendes Buch lesen,
  • Yogaübungen praktizieren,
  • die Wolken am Himmel beobachten;
  • oder mit einer Kerze meditieren.

Was mir außerdem sehr hilft, nannte ein Lehrer von mir:

Mehr Punkte, weniger Kommas.

OK! Das ist ein wenig erklärungsbedürftig. Mein Kopf neigt dazu (und deiner vielleicht auch), Gefühle, Stimmungen und Situationen zu beurteilen, zu analysieren und Erklärungen, Gründe oder Rechtfertigungen dafür zu suchen.

Abgesehen davon, dass das, wie gesagt, nicht immer konstruktiv ist, heizt das das Denken an. Statt beispielsweise einfach festzustellen:

Ich ärgere mich. Punkt.
Oder: Ich bin traurig über diese Situation. Punkt.

Wird daraus eine lange Geschichte: Ich ärgere mich, dass ich heute nichts weitergebracht habe, weil ständig irgendetwas dazwischen gekommen ist. … Ich sollte mich wirklich nicht immer von meinen Mails ablenken lassen und dann hat mich auch noch mein Kollege im Stick gelesen, wie kann man nur….  Aber mich zu ärgern macht auch keinen Sinn , das schadet mir nur selbst und verdirbt mir den ganzen Tag….. usw…

Stopp!

Diese Woche stoppe ich solche und ähnliche Gedankenschleifen ganz bewusst:
Die Stimmung, das Gefühl, der Gedanke, die Situation ist da. Punkt. Und aus.

Und was hilft dir diese Woche dabei, weniger zu denken? Deinen Geist zur Ruhe kommen zu lassen?

Go for flow!

P.S: Falls du dir Hilfe dabei wünscht, deinen Kopf mehr zur Ruhe zu bringen und deinen innere Stimme (wieder) zu hören, hol dir ein Life-Coaching.

, , , ,

2 Responses to Weniger (nach)denken, grübeln & analysieren.

  1. Irene 19. März 2017 at 0:02 #

    Liebe Su, genau so geht es mir in letzter Zeit oft. Gefühle zu hinterfragen ist super, Teile meiner Persönlichkeit aufzustellen, um Klarhiet zu bekommen, ist auch suer 😉 Aber immer alles und jedes zu analysieren ist schrekclich. monkey mind trifft es, aber ich kann es soooo schwer lassen. Danke für den Tipp mit dem „stopp“ und Punkt – ich bin traurig.
    Ist sehr schwer für mch, aber ich bleibe dran.

    vertrauen – scheint meine neue aufgabe zu sein – lg irene

    • Su
      Su 19. März 2017 at 8:13 #

      Hallo liebe Irene,
      danke sehr für deine Nachricht.
      Vergiss nicht, dass es schon ein riesen Schritt ist sich überhaupt mal bewusst zu sein, was sich da im Kopf alles abspielt und wie die Affen herumhüpfen. Im Auto-Pilotmodus bekommen wir das gar nicht erst mit und leider bringt uns auch in der Schule keiner bei, mit den Affen gut umzugehen.
      Mach dir also bloß keine Vorwürfe, wenn das nicht gleich so klappt, wie du das gerne hättest, sonst vermehren sich die Affen gleich und das Theater im Kopf wird nur größer :-).
      Vertrauen ins Leben ist immer eine gute Option.
      Alles Liebe
      Su

Schreibe einen Kommentar zu Irene Click here to cancel reply.