Wohlbefinden abhängig machen

Was passiert, wenn du dein Wohlbefinden von äußeren Umständen abhängig machst

Ich wette, du wirst mir zustimmen:

Es ist relativ leicht, sich wohlzufühlen, in seiner Mitte zu ruhen und im Flow zu sein, wenn es im Leben richtig gut läuft.

Wenn du mit Menschen zu tun hast, die auf deiner Wellenlänge sind, und die sich so verhalten, wie es für dich angenehm ist.
Wenn sich die Dinge wunschgemäß entwickeln und die äußeren Umstände zufriedenstellend oder sogar großartig sind.

Wie aber schaut es aus, wenn in deinem Leben etwas schief läuft oder nicht so wie gewünscht?
Wenn du mit unangenehmen Zeitgenossen zu tun hast oder dich jemand nicht so behandelt, wie du das möchtest?

Wie sehr beeinflussen, die äußeren Umstände dein Wohlbefinden?

Was, wenn jemand beispielsweise unfreundlich zu dir ist, dir das Leben schwer macht, dich unter Druck setzt oder dich runtermacht?
Was, wenn das Leben deine Pläne durchkreuzt, Hindernisse auftauchen oder deine Erwartungen enttäuscht werden?
Was, wenn Umstände eintreffen, die alles andere als rosig sind?

  • Wie steht es dann um dein Wohlbefinden?
  • Wie sehr ruhst du dann noch in deiner Mitte?
  • Wie sehr bleibst du dann im Flow?

Hand aufs Herz: Das ist dann nicht mehr so einfach. Oder?

Möglicherweise bist du die große Ausnahme, aber bei den meisten Menschen schaut es dann schlecht aus mit dem Gutgehen, der inneren Balance und dem inneren Frieden. Vorbei ist das im Fluss und im Einklang sein mit sich selbst und dem Leben.

Das ist zwar sehr menschlich.
Macht aber blöderweise alles nur noch schlimmer.

Übernimm die volle Verantwortung für dein Wohlbefinden

Sagen wir mal, deine äußeren Umstände sind irgendetwas zwischen frustrierend, bescheiden und beschissen und dann kommt vielleicht noch so ein Klugschwätzer daher und sagt dir:

Du bist für dein Glück und dein Leben selbstverantwortlich.

Quasi selbst schuld, wenn es dir nicht gut geht und dein Leben nicht rund läuft.
Herzlichen Dank für die Info!

Wenn die äußeren Umstände mehr oder weniger zu wünschen übrig lassen, dann stößt die Ansage, für das eigene Glück selbst verantwortlich zu sein, bei vielen Menschen auf Widerstand, Ablehnung oder Angst. Auch bei den Menschen, die THEORETISCH sehr genau wissen, dass das stimmt.

Ich denke, das liegt daran, dass Verantwortung so oft mit Schuld verwechselt wird.

Damit das klar ist: Hier geht es NICHT um die Frage: Wer oder was ist schuld?

Es geht vielmehr um die Fragen:

  • Wer oder was bestimmt über deinen inneren Zustand und dein Wohlbefinden?
  • Wer kann deinen inneren Zustand und dein Leben verändern?
  • Wem oder was gibst du Macht über dich?

Das ist ein riesen Unterschied.

Ich möchte dir in diesem Blogartikel vor allem zeigen, was passiert, wenn du NICHT die volle Verantwortung für den Wohlbefinden übernimmst – und zwar EGAL, was sich im Außen gerade abspielt.

Wohlbefinden = abhängig von Außen

Wenn du dein Wohlbefinden und deinen Flow von äußeren Umstände oder anderen Menschen abhängig machst, steckst du bis zum Hals in Problemen. Warum?

Problem 1: Du hast kaum Einfluss auf dein Wohlbefinden

Wenn du deinen Gefühlszustand davon abhängig machst, was außen passiert oder nicht passiert und wie andere Menschen sind oder nicht sind, dann ist die logische Schlussfolgerung:

Du bist den Auf und Abs des Lebens und anderen Menschen voll ausgeliefert.

Du bist zufrieden, selbstbewusst und glücklich, wenn alles gut läuft. Und du bist mies drauf, unsicher und verzweifelt, wenn dies nicht der Fall ist. Willkommen in der Achterbahn des Lebens.

Ein banales Beispiel: Wenn du dich zum Beispiel gut fühlst, weil dir jemand Anerkennung schenkt, wirst dich automatisch schlecht fühlen, wenn dir Anerkennung verweigert wird. Jemand sagt etwas und du fühlst dich gut, und jemand sagt etwas und du fühlst dich schlecht.

Du reagierst auf Knopfdruck anderer Menschen und bestimmter Situation.

Wahrscheinlich können nicht alle Menschen und nicht alle Situationen deine „Knöpfe“ drücken, aber es werden immer genug sein, die Einfluss auf deine Gemütsverfassung haben.

Andere haben die Macht darüber, was du fühlst und was du erlebst.

Oft reichen sogar das Wetter, der Verkehr, die Warteschlange im Supermarkt, die Nachrichten oder ein Haar in der Suppe als Auslöser für negative Stimmung.

Dein Zustand wird dir von außen diktiert.

Problem 2: Angst ist dein ständiger Begleiter

Wenn du tatsächlich meinst, dein Wohl hängt davon ab, was im Außen passiert, ist Angst automatisch ein ständiger Begleiter in deinem Leben:

  • Die Angst, etwas nicht zu bekommen, was du dir wünscht.
    (z.B.: Liebe, Geld, Anerkennung, Komplimente, Erfolg, Aufträge)
  • Die Angst, etwas zu bekommen oder behalten zu müssen, was du dir nicht wünscht.
    (z.B.: Krankheit, Einsamkeit, Geldsorgen)
  • Die Angst, etwas zu verlieren, was du bereits hast.
    (z:B.: Job, Geld, Beziehung, Gesundheit, Selbstwert)

Für die meisten Menschen ist die Angst vor einem Verlust noch größer als die Angst, etwas gar nicht erst zu bekommen. 
Dieser Teufelskreis endet also nicht, wenn du endlich alles hast, was du meinst für dein Wohlbefinden zu brauchen.

Egal welche Angst es ist, Angst macht uns unsicher und unfrei und hindert uns daran, unserer inneren Führung zu folgen und gelassen und entspannt zu tun, was eben zu tun.

Problem 3: Du versuchst etwas zu kontrollieren, was du nicht unter Kontrolle hast.

Die – oft unbewusst wirkende – Angst versuchen viele Menschen zu bewältigen, indem sie sich bemühen, alles in ihrem Leben im Griff zu haben.

Damit es ihnen besser geht, versuchen sie, andere Menschen zu verändern, bestimmte Dingen zu bekommen, irgendwelche Ziele zu erreichen, viele Situationen zu vermeiden, ihre Umwelt zu manipulieren oder ähnliches.

Das ist Sisyphusarbeit und hilft so viel wie Salzwasser gegen Durst. Wenn du versuchst, dein ganzes Umfeld und die äußeren Umstände zu kontrollieren, wirst du selbst mit viel Aufwand wenig erreichen. Das kostet nicht nur viel Kraft und Mühe, sondern ist auch sehr unsicher:

Äußere Umstände hast du niemals wirklich unter Kontrolle, und andere Menschen genauso wenig.

Selbst Verantwortung für dein Wohlbefinden und für dein Leben zu übernehmen, bedeutet, das zu kontrollieren, was innerhalb deines Kontrollbereichs liegt, und den Rest dem Leben anzuvertrauen.

Was du tatsächlich unter Kontrolle hast, ist nicht die Außenwelt, sondern deine Innenwelt und das ist, was in Wirklichkeit zählt. Du kannst nicht immer beeinflussen, was du erlebst. Aber du kannst IMMER beeinflussen, wie du mit dem, was du erlebst umgehst und was du daraus machst. Das ist entscheidend.

Du bist zuständig für dich selbst – wie du denkst, fühlst, agierst und reagiert. 

Das Außen musst du nicht lenken, kontrollieren und steuern, sondern nur die eigenen Gedanken und Gefühle – das Leben reagiert darauf ganz von alleine, ohne dein Zutun.

Zugegeben, das ist auch kein leichtes Unterfangen, aber wesentlich Erfolg versprechender. Denn du wirst erkennen, dass es deine Innenwelt ist, die darüber entscheidet, was du fühlst und was du im Außen erlebst. Und nicht umgekehrt.

Problem 4: Wie innen, so außen.

Wenn du glaubst, dass dein Wohlbefinden die Folge von zufriedenstellenden Außenbedingungen und erfüllten Wünschen ist, versuchst du das Pferd beim Schwanz aufzuzäumen.

Viel eher funktioniert es umgekehrt: Inneres Wohlbefinden ist die Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Das heißt, du musst…

  • glücklich sein, um äußerliches Glück zu erleben.
  • dich selbst lieben, um geliebt zu werden.
  • dich erfolgreich fühlen, um Erfolg zu haben.
  • dich reich fühlen, um äußeren Reichtum anzuziehen.
  • dich selbst anerkennen, um anerkannt zu werden.

Es macht daher viel mehr Sinn, deine Energie dafür zu verwenden, dich um deine Innenwelt zu kümmern und selbst für dein Wohlbefinden zu sorgen statt dich von der Außenwelt abhängig zu machen.

Die meisten Menschen überschätzen, den Einfluss anderer Menschen, irgendwelcher Dingen oder Umstände auf das eigene Wohlbefinden und unterschätzen, ihren eigenen Einfluss darauf.

Halten in deinem Alltag immer wieder kurz inne und stell dir folgende Fragen:

  • Wie geht es mir? Wen oder was mache ich für meinen Zustand verantwortlich?
  • Will ich äußeren Umständen die Schuld geben oder selbst Verantwortung übernehmen?
  • Was kann ich selbst in diesem Augenblick für mein Wohlbefinden und meinen Flow tun?
  • Was denke ich gerade und was kann ich denken, damit es mir ein bisschen geht?
  • Was tue ich gerade und was kann ich tun bzw. in meinem Tun verändern, dass es mir ein bisschen besser geht?

Bemühe dich nicht um weltbewegende Veränderungen, die scheitern oft an der Umsetzung. Meist reichen Kleinigkeiten oder minimale Kurskorrekturen völlig aus, um täglich selbst dafür zu sorgen, dass es dir gut und immer besser geht.

Und ja! Du darfst egoistisch sein, wenn es um dein Wohlbefinden geht.

Go for flow!

Su Coach

P:S: Wenn du gerade feststeckst oder dir Hilfe wünscht bei deinen Kurskorrekturen, schreib mir: Mail schreiben

6 Responses to Was passiert, wenn du dein Wohlbefinden von äußeren Umständen abhängig machst

  1. Wolfgang 2. September 2016 at 19:50 #

    Liebe Su…das sind wunderbare News. Auch, wenn mans „eigentlich“ weiß, ist es so schön und wertvoll, daran wieder erinnert zu werden.
    Wie oft versuchen wir unsere Außenwelt und die Menschen in unserem Leben zu verändern obwohl das nicht funktionieren kann.
    Der Schlüssel liegt in uns selbst- DANKE Su ?

    • Su
      Su 2. September 2016 at 19:57 #

      Vielen Dank für dein schönes Feedback, lieber Wolfgang!!!

  2. Stella 5. September 2016 at 11:00 #

    Oh ja, und dann gibt es diesen kleinen, oft winzigen Zeitraum zwischen dem, was rundherum passiert (was jemand sagt, tut, was ich bemerke etc.) und meiner eigenen Reaktion, in dem ich wirklich die Wahl habe, wie ich reagiere, und in dem ich eine Autopilot-Reaktion abstoppen kann.
    Die Fragen am Ende sind toll – die helfen, diesen Raum neu herzustellen!

    Und danke für den Gedanken, dass uns vielleicht deshalb vor Selbstverantwortung graust, weil wir da Schuld mit reinmischen, da hast du was sehr klar ausgedrückt waas bei mir bisher nur so vage im Kopf geschwommen ist ohne greifbar zu werden 🙂

    • Su
      Su 5. September 2016 at 11:19 #

      Liebe Stella,
      wie wahr!
      Den Auto-Piloten kenne ich gut und ich bin immer wieder überrascht, wie gerne er das Steuer an sich reißt :-). Und wie anders es fließt, wenn es mir gelingt bewusst zu bleiben, diesen – wie du schreibst oft winzigen – Zeitraum zu nutzen und zu wählen.
      Alles Liebe
      Su

  3. Claudia 16. November 2016 at 7:30 #

    Liebe Su!
    Ich danke Dir besonders für die Differenzierung zwischen Verantwortung übernehmen und Schuld sein/haben…das wird nur zu gerne in den selben Topf geworfen und führt zu schlechtem Gewissen, negativen Gefühlen – also wieder in eine Abwärtsspirale…
    Danke!
    Glg
    Claudia

    • Su
      Su 16. November 2016 at 9:35 #

      Liebe Claudia,
      ich danke sehr für dein Feedback.
      Ja, wie du sagst, Schuld bringt uns in die Abwärtsspirale und Verantwortung bringt uns in unsere eigene Macht und Kraft ??.
      Alles Liebe
      Su

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