Ängste, Sorgen, mulmige Gefühle

Ängste, Sorgen und mulmige Gefühle in dieser Zeit

Nachdem sich im Moment alles um Corona dreht und ohnehin schon so viele mehr oder weniger hilfreiche Informationen und Tipps kursieren, wollte ich mich zurückhalten. Jetzt melde ich mich doch. Ich erzähle Ihnen, wie es mir im Moment geht, in der Hoffnung, dass das dem ein oder anderen vielleicht ein Stück weiterhilft.

Bis letzten Freitag war ich entspannt. Ehrlich gesagt, lange Zeit, weil ich den Virus unterschätzt oder, besser gesagt, nicht verstanden habe, was wirklich das Problem ist. Danach weil mir durchaus bewusst ist, dass Ängste, Sorgen und innere Unruhe nicht weiterhelfen – und außerdem dem Immunsystem schaden. Doch das wissen wir im Grunde alle. Und doch ist das kein Schutz davor.

Als ich am Freitag vor den völlig leergeräumten Supermarktregalen stand, war ich zum ersten Mal erschüttert und schockiert. Naiverweise war mein Kühlschrank gähnend leer und Vorräte habe ich selten zu Hause. In dieser Situation tauchte auf einmal der Gedanken auf “Oh mein Gott, was wenn es nichts mehr zu essen gibt?” Die damit verbundene Panik hat sich schnell wieder vorzogen. Wohl auch, weil mir eingefallen ist, dass ich schon nicht verhungern werde.

Aber ich merke, wie seither immer wieder andere angst- und sorgenvolle Gedanken auftauchen. Ängste, wie es finanziell weitergeht, nachdem einige Projekte abgesagt wurden und ich nicht unterrichten darf. Sorgen, um meine Mutter – die Gott sei Dank gesund ist, aber nächste Woche auf Reha gehen sollte. Ein mulmiges Gefühl, allein zu sein – was für mich völlig absurd ist, weil ich normalerweise auch gerne allein bin und sich mein Bedürfnis nach sozialen Kontakten ohnehin in Grenzen hält. Ein beklemmendes Gefühl, wenn ich die mehr oder weniger leeren Straßen sehe. Und Ähnliches.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie von solchen Gedanken und Gefühlen völlig verschont sind. Die Wahrscheinlichkeit ist aber recht hoch, dass es auch Sie auf die eine oder andere Weise trifft. 

Vielleicht machen Sie sich Sorgen, wie Sie die Zeit mit Ihren Kindern gut und ohne gröberen Familienkrach überstehen. Haben Angst, Ihren Job zu verlieren, oder Ihr Geschäft auf Dauer zusperren zu müssen. Grübeln, wie lange das wohl dauert oder wie es weitergehen wird. Sind gestresst und erschöpft, weil Sie zu den Menschen gehören, die jetzt den größten Einsatz leisten müssen – in dem Fall ganz besonders herzlichen Dank dafür. Oder sind sogar unmittelbar von dem Virus betroffen und fürchten um Angehörige oder sich selbst. Doch oft reicht auch schon die Unsicherheit und Ungewissheit der Situation, um eine innere Unruhe zu verspüren.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber bei all dem, bin ich gleichzeitig auch unglaublich dankbar dafür, in welchem Luxus wir normalerweise leben dürfen. Mir wird sehr bewusst, was für uns sonst so selbstverständlich ist und wie gut es uns geht. Außerdem bin ich froh, in diesem Land zu Hause zu sein. 

Und bei all den Unannehmlichkeiten und Einschränkungen hat diese Pandemie zweifelsohne auch positive Aspekte. Sei es die Umwelt, die sich erholt, sei es der Zusammenhalt und das An-einem-Strang-Ziehen, sei es, dass wir alle einmal entschleunigen und uns auf die wesentlichen Dinge im Leben besinnen müssen. 
Möglicherweise führt diese Krise ja auch zu einem Umdenken und einem nachhaltigeren Verhalten auf globaler Ebene, wahrscheinlich jedenfalls zu einem tief greifenden Wandeln für uns alle. 

Mir geht es aber heute nicht darum, Sie zu ermuntern, positiv zu denken, sich auf das Gute zu fokussieren und die Krise als Chance zu sehen. Ich möchte Sie vielmehr daran erinnern, dass wir unsere Gedanken fühlen und nicht die Welt. 

Das heißt: Wenn Sie jetzt Ängste, Sorgen oder Stress erleben, liegt es auch in dieser Ausnahmesituation daran, dass Sie gerade angstvolle, sorgenvolle oder stressige Gedanken haben. Das ist im Moment sehr normal, weil diese Energie auch überall in der Luft liegt. Aber erinnern Sie sich daran: Angstvolle Gedanken und Gefühle sagen nichts über Ihre Zukunft aus und schon gar nichts darüber, wie es Ihnen dann gehen wird. Nichts darüber, was wirklich sein und passieren wird. 

Mit dem, was jetzt gerade ist, können Sie immer umgehen – selbst wenn es nicht angenehm ist. Trotz und gerade in diesem Ausnahmezustand haben Sie Ihre innere Weisheit und Ihr inneres Navi, dass Ihnen in Echtzeit sagt, was für Sie jetzt zu tun ist  – und ob jetzt überhaupt etwas zu tun ist oder es einfach mal darum geht, abzuwarten und Tag für Tag zu leben (oder auch Stunde für Stunde). 

Üblicherweise versuchen wir allerdings unsere Ängste und Sorgen möglichst schnell loszuwerden. Wir denken, dass “Nachdenken über die Dinge” hilft, Entscheidungen zu treffen, Probleme zu lösen und das eigene Leben wieder in den Griff zu bekommen. Wir spielen alle möglichen Szenarien durch und kämpfen gedanklich mit der Situation. Wir denken, sofort irgendetwas tun zu müssen. Wir denken, wir müssten alles so gut wie möglich unter Kontrolle haben, damit es uns wieder gut geht und wir uns sicher fühlen können. 
Genau das verursacht aber viel Unruhe im Kopf, überlagert unser inneres Navi und wühlt uns noch mehr auf. Und basierend auf Ängsten, Sorgen und innerem Aufruhr treffen wir leider keine guten Entscheidungen und handeln auch nicht besonders konstruktiv.

Die Wahrheit ist: Jetzt, in diesem Moment, sind Sie okay – egal, was ist. 
In diesem Moment sind Sie okay – egal, was Sie gerade denken und fühlen. 
In diesem Moment, sind Sie okay – auch wenn Sie daheim “eingesperrt” sind. 
In diesem Moment sind Sie okay – auch wenn Sie nicht wissen, wie es weitergeht.

“Okay sein” kommt aus dem Bewusstsein hinter dem Denken und Fühlen; 
aus dem Bewusstsein hinter den Ängsten und Sorgen. 
Und aus diesem immer präsenten, unzerstörbaren, friedvollen Space kommt auch Ihre innere Weisheit und zum richtigen Zeitpunkt das Wissen, wie Sie die Dinge anpacken müssen und wie Sie mit realen Problemen am besten umgehen können. 

In diesem Bewusstsein lasse ich Ängste, Sorgen und mulmige Gefühle, die im Moment immer wieder auftauchen, so gut es geht einfach kommen und gehen. Achte darauf, so wenig wie möglich darauf zu reagieren und mich damit zu identifizieren. Erinnere mich daran, dass es Gedanken und Gefühle sind, die wie alle Gedanken und Gefühle vorbeigehen. Freunde mich damit an, vieles noch nicht zu wissen und einfach mal zu schauen, was kommt. Übe mich darin, anzunehmen was ist, und versuche, das Beste aus der momentanen Situation zu machen. 

Und vielleicht möchten Sie sich dem anschließen.

Falls Sie sich in dieser Zeit Coaching-Unterstützung wünschen, um mit der Situation gut umgehen zu können, oder Sie die Zeit nutzen möchten, um sich mit Ihrem Bauplan, Ihren Stärken, Talenten und Fallen, zu beschäftigen, oder sonst ein Anliegen an mich haben, schreiben Sie mir ein Mail. Ich arbeite via Skype, FaceTime oder Telefon.

In jedem Fall wünsche ich Ihnen Gesundheit, gute Nerven und innere Ruhe.

Go for flow!

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