Annehmen

Annehmen, was ist, oder mit der Wirklichkeit streiten?

It is what it is.

Das pflegt ein guter Freund von mir immer zu sagen.
Was auf Deutsch so viel heißt wie: Es ist, wie es ist.

In Business-Kreisen wird dieser Ausdruck übrigens manchmal verwendet, um durch die Blume auszudrücken: „Scheiß drauf!“ oder „Mir doch egal“.
(Nur für den Fall, dass Sie das einmal sagen oder eben nicht sagen wollen.)

Mein lieber Freund meint mit dem Sager allerdings etwas viel Schlaueres:
Leg dich nicht mit der Wirklichkeit an! Nimm das Leben, wie es ist.

Annehmen, was ist

Gar nicht so einfach: Der Kopf – mein Kopf zumindest – hat bestimmte Vorstellungen, wie das Leben sein sollte. Und wehe, es kommt anders.

Wenn es nicht so läuft, wie das mein Oberstübchen gerne hätte und für gut und richtig befindet, habe ich zu kämpfen: mit Enttäuschung, Ungeduld, Ärger, Frust oder Traurigkeit.

Stellen Sie sich vor…

  • Sie entwickeln mit viel Herzblut ein neues Projekt, das dann gnadenlos abgelehnt wird oder floppt.
  • Sie liefern eine tolle Arbeit ab und bekommen null Anerkennung dafür.
  • Sie wollen unbedingt einen neuen Job oder einen Auftrag, gehen gut vorbereitet und voller Hoffnung zum Gespräch und bekommen danach eine floskelhafte Absage.
  • Ein Mitarbeit kommt Ihnen immer wieder in die Quere und intrigiert hinter Ihrem Rücken.
  •  Sie helfen und tun jemandem einen großen Gefallen. Es gibt kein Danke; kein Piep, kein Ton.
  • Sie haben es eilig und alle Straßen sind hoffnungslos verstopft oder es stehen gefühlte Millionen Menschen vor Ihnen an der Supermarktkasse – Ihre ist natürlich die langsamste.
  • Sie sitzen in einem Restaurant und der Kellner ist sau unfreundlich oder Sie müssen stundenlang aufs Essen warten.
  • Sie freuen Sie auf einen schönen Abend mit einem geliebten Menschen und der kommt nicht nur viel zu spät, sondern auch noch schlecht gelaunt zur Verabredung.

Genug der Beispiele. Manches werden Sie vielleicht locker wegstecken.

Aber ich wette, auch Ihr Kopf hat Erwartungen, was andere Menschen tun und wie sie sich verhalten sollten. Vorstellungen, was passieren und was eben (verdammt noch mal) nicht passieren sollte.

In der Regel sind wir unzufrieden, gestresst, frustriert oder enttäuscht, wenn die Realität anders ausschaut als gewünscht, erhofft, vorgestellt oder erwartet.

Dann heißt es: 
“So kann man sich nicht verhalten.”
“Das ist falsch.”
“Das kann man so nicht machen.”
“Das darf nicht wahr sein.”
“Das ist nicht in Ordnung”.

Oft neigen wir dazu, die Dinge persönlich zu nehmen und uns verletzt zu fühlen. Ja, der Kopf kann selbst den Stau auf sich beziehen:
“Eh klar, dass die Straßen verstopft sind, wenn ICH es eilig habe.”

Streiten mit der Wirklichkeit

Tatsache ist: Wann immer Sie denken, dass irgendetwas anders sein müsste oder anders sein sollte, als es ist, streiten Ihre Gedanken mit der Wirklichkeit. Ein Streit, der nicht nur viel Energie kostet, sondern auch ein Streit, den Sie niemals gewinnen können. Sinnlos also.

Es bringt vor allem nichts, sich über Dinge aufzuregen, die sich (jetzt gerade) nicht ändern lassen. Das kostet nur unnötig Kraft und bremst den Flow gehörig. Je öfter Sie mit der Wirklichkeit streiten, desto weniger Lebensenergie und Antrieb haben Sie und desto öfter sind Sie innerlich gestresst und aus der Mitte.

Damit das auch wieder mal gesagt ist:
Es geht NICHT darum, alles hinzunehmen, zu resignieren und sich alles gefallen zu lassen. Es geht nur darum, aufzuhören, damit zu kämpfen und zu hadern, das etwas ist, wie es nun einmal ist.

Das ist ein MUSS, wenn Sie wirklich weniger Stress haben, entspannt hochproduktiv sein und im Flow Ihr Bestes leben möchten.

Die Wellen reiten

Haben Sie schon einmal einen Surfer beobachtet? Wie jemand auf den Wellen des Meeres reitet?

Stellen Sie sich vor, der Surfer hätte eine eigene Vorstellung, wie das Wasser zu fließen hat oder wo die Wellen brechen sollten. Stellen Sie sich vor, er würde sich ständig darüber beschweren, dass die Wellen so kommen, wie sie nun einmal kommen.
Das würde ihm wohl reichlich wenig helfen und so würde Surfen auch keinen Spaß machen. Das Meer lässt sich nicht kontrollieren oder verändern.

Was macht der Surfer wirklich? Er beobachtet einfach den Wellengang und passt sich intuitiv den äußeren Gegebenheiten an. Er nutzt die Wellen, so wie sie eben kommen. Er ist im Flow.

Nur wenn wir bereit sind das anzunehmen, was jetzt gerade ist, haben wir die Energie das Beste daraus zu machen. Nur dann sind wir im Flow.

Paradoxerweise stellt sich dann eines immer heraus:
Die Wirklichkeit ist ohnehin perfekt – genau so wie sie ist.

Sie wollen nicht sinnlos mit der Wirklichkeit streiten?
Gut. Das erfordert ein wenig Übung, denn der Kopf gibt seine Vorstellungen und Erwartungen nicht so sang- und klanglos auf.

Eine kleine Übung im Annehmen

Legen Sie immer wieder einen erwartungsfreien Tag ein.

Für diesen einen Tag schicken Sie Ihre Erwartungen und Vorstellung, wie die Dinge sein sollten, auf Urlaub. Sie gehen vor allem nicht davon aus, dass irgendetwas so laufen muss, wie Sie sich Ihr Kopf das vorstellt.

Stattdessen üben Sie diesen Tag lang, anzunehmen, was jetzt gerade ist. Das heißt nicht, dass Sie alles gut finden oder gar lieben müssen. Es bedeutet wahrzunehmen, was da ist, ohne dagegen anzukämpfen und damit zu hadern.

  1. Andere Menschen dürfen so sein, wie sie gerade sind.
  2. Sie dürfen so sein, wie Sie gerade sind.
  3. Das Leben darf so sein, wie es gerade ist.

Mehr noch: Sie vertrauen darauf, dass an diesem Tag zu jeder Zeit genau das Richtige passiert.
Alles ist zu Ihrem Besten ist, ob Sie das gerade erkennen oder nicht.

Wenn Sie Ihren Stress-Level deutlich senken und Ihren Lebensflow richtig ankurbeln möchten, machen Sie einen fixen Tag in der Woche zu Ihrem erwartungsfreien Tag.

It is what it is.
Go for flow!
Su Busson

P.S: Sie hadern im Moment ständig mit der Wirklichkeit und brauchen Hilfe bei einer inneren und äußeren Veränderung? Schreiben Sie mir.

, , , , ,

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.