Den Geist beruhigen

Ein Quick-Tipp, um den Geist zu beruhigen

Sie kennen das vermutlich: Sie möchten innerlich zur Ruhe kommen, aber der Geist läuft auf Hochtouren.

Sei es, dass Sie innerlich mit einer Situation hadern. Sei es, dass unerledigte Dinge in Ihrem Kopf herumgeistern. Sei es, dass Sie sich gedanklich mit Problemen beschäftigen, die noch gar nicht aufgetreten sind. Oder sei es, dass Ihr Geist ohne ersichtlichen Grund in Aufruhr ist und Ihre Gedanken wahllos hin- und herspringen. Ein sehr menschliches Phänomen.

Diese inneren Turbulenzen fallen uns oft erst dann auf, wenn wir  eigentlich zur Ruhe kommen möchten. Beim Einschlafen, beim Meditieren oder beim Versuch, sich zu konzentrieren. Und sie treten auf, obwohl wir genau wissen, dass diese Denkerei jetzt sinnlos und kontraproduktiv ist. Aber je mehr wir uns bemühen den Geist zu beruhigen, desto unruhiger wird er.

Wie sich der Geist beruhigen lässt

Wie kann ich aufhören zu denken und innerlich zur Ruhe kommen?
Eine Frage, die in meiner Coaching-Praxis häufig auftaucht.

Aufhören zu denken können Sie nicht – zumindest nicht willentlich. Aber die Aktivitäten im Kopf lassen sich verlangsamen. Nachweislich.

Die elektrische Aktivität des Gehirns kann mittels Elektroenzephalografie (EEG) gemessen und die Gehirnwellen sichtbar gemacht werden. In Abhängigkeit von Ihrem Bewusstseinszustand schwingen diese Wellen in einer unterschiedlichen Frequenz.

Ist Ihr Geist hyperaktiv – aufgrund von Anspannung, Aufregung, Stress, Angst, Grübelei & Co –, befinden Sie sich in im sogenannten High Beta-Zustand (ca. 20–35 Hz = Schwingungen pro Sekunde). Die Wellen schlagen hoch. Das Gehirn läuft auf Hochtouren und die Gedanken rasen.

Im Beta-Zustand – und insbesondere in High Beta – kann der Geist nicht zur Ruhe kommen. Jetzt ist es aber schwierig, das Gehirn willentlich aus diesem schnellen Rhythmus in die langen, langsamen und entspannten Wellen des Alpha- (8 – 14 Hz) oder Theta-Zustandes (4 – 7 Hz) zu bringen.
Wenn wir weniger denken wollen, versuchen wir meist durch Denken das Denken zu beruhigen, was die Wellen üblicherweise in noch mehr Unruhe versetzt. Statt das Gehirn von 100 km auf 5 km herunterzubremsen, steigen wir unabsichtlich aufs Gas.

Glücklicherweise gibt es wesentlich hilfreichere Möglichkeiten, wie wir unseren Bewusstseinszustand und die damit verbundenen Gehirnwellen verändern und dadurch unseren Geist erfolgreich beruhigen können.
Anhand Ihrer genetischen Matrix  lassen sich beispielsweise erstaunlich genau Denkmuster erkennen, die immer wieder auftauchen, für Unruhe sorgen und Sie aus Ihrer Mitte bringen, solange Sie Ihren Kopf nicht durchschauen. Mit diesem Bewusstsein schlagen die Wellen von Haus aus seltener hoch.
Hier möchte ich Ihnen aber einen kurzen, sehr einfachen und schnell wirksamen Beruhigungstipp vorstellen, wenn der Kopf schon in Aufruhr ist.

Quick-Tipp: Durch entspannende Bilder zur Ruhe kommen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Eine alte Weisheit, die sich für das Bedürfnis nach innerer Ruhe adaptieren lässt:

Ein Bild bewirkt mehr als tausend Worte.

Gerade wenn wir unruhig sind, geistern ohnehin schon viel zu viele Gedanken – Worte und Sätze – durch unseren Kopf. Statt zu versuchen mit weiteren Gedanken etwas zu verändern, sind entspannende Bildern wesentlich hilfreicher.

a. Beruhigende Bilder anschauen

Nutzen Sie reale Bilder, um die Gehirnwellen zu verlangsamen.
Insbesondere Landschaftsbilder haben eine beruhigende Wirkung auf den Geist – wie beispielsweise ein Foto von einem klaren Bergsee, dem Meer, einem Wald oder Baum auf einer grünen Wiese, einem Wasserfall, einem Sonnenauf- oder untergang, Solche Aufnahmen können uns aus der Hektik des Alltags in die Stille der Natur entführen.

Wenn Sie sich ein paar Beispiele anschauen möchten: Die 100 schönsten Landschaftsbilder

Auch symmetrische Bilder wirken entspannend und können Ruhe und Ordnung ins aufgewühlte Gehirn bringen. Einige schöne Muster-Fotos habe ich hier gefunden: Oh my prints.

Hängen Sie sich beispielsweise Ihr liebstes Entspannungsbild an die Bürowand. Oder verwenden Sie es als Bildschirmfoto auf Ihrem Computer bzw. Handy. Auch Ihr Bildschirmschoner kann zur Beruhigung beitragen. (Fündig werden Sie z.B.: hier: Die 100 besten Bildschirmschoner zum kostenlosen Download.)

Noch wirkungsvoller ist es natürlich, das beruhigende Bild LIVE zu sehen.
Die meisten Menschen finden es unglaublich entspannend aufs Meer mehr zu schauen und die Wellen zu beobachten. Die Möglichkeit haben Sie vermutlich nicht immer. Doch andere Optionen gibt es in aller Regel.
Mir fällt es beispielsweise oft leichter, mit offenen Augen und Blick auf die Bäume vor meinem Fenster zu meditieren – vor allem, wenn ich innerlich aufgewühlt bin. Mein Hirn beruhigt sich auch relativ schnell, wenn ich am Cobenzl (unseren “Hausberg”) fahre und den Blick über Wien genieße.

b. Beruhigende Bilder visualisieren

Sie können aber auch Ihre Vorstellungskraft nutzen. Gerade beim Einschlafen oder mitten in einem Meeting ist das oft die beste Option.
Stellen Sie sich ein beruhigendes Bild in Ihrem Kopf vor. Fertig. Anfangs fällt es Ihnen wahrscheinlich leichter, wenn Sie dabei Ihre Augen schließen. Mit ein wenig Übung funktioniert das aber – wenn es die Umstände erfordern – genauso gut mit offenen Augen.
Zahlreiche neurologische Befunde bestätigen jedenfalls, dass durch Visualisierungen dieselben Gehirnareale aktiviert werden, wie durch konkret erlebte Erfahrungen.

Ihr Ruhe- oder Entspannungsbild kann aus Ihrer Erinnerung stammen, etwas sein, das Sie irgendwo gesehen haben, oder Ihrer Fantasie entspringen. Sie können dabei auch Geräusche, Gerüche und das entsprechende Gefühl nutzen, um das Bild zu verstärken. Je realistischer Sie das Ganze wahrnehmen, desto einfacher ist es, Ihre Aufmerksamkeit darauf zu lenken, und den gewünschten Effekt zu erzielen.

Eines möchte ich noch einmal extra erwähnen:
Vielleicht sind Sie kein besonders visueller Mensch und es fällt Ihnen schwer, ein inneres Bild zu SEHEN.  Verzweifeln Sie deswegen nicht, Sie können dieselbe Wirkung erreichen, wenn Sie Ihr “Ruhe-Bild” FÜHLEN, HÖREN, RIECHEN oder SCHMECKEN. Was immer Ihnen am leichtesten fällt, ist hier vollkommen in Ordnung. Nutzen Sie Ihre Erinnerung bzw. Ihre Fantasie, wie sich dieses Bild erleben würden und machen Sie es auf Ihre Art und Weise so real wie möglich.

Jedes Mal, wenn Sie merken, dass Ihre Gedanken abschweifen und sich selbstständig machen, verlagern Sie – ohne sich selbst zu verurteilen – Ihren Fokus wieder sanft auf die beruhigende Szenerie zurück. Auf diese Weise wechselt das Gehirn automatisch in einen ruhigeren Modus und erzeugt mehr Alpha- und Thetawellen. Der Geist beruhigt sich. Probieren Sie es aus!

Go for flow!
Flow-Experte

P.S.: Ihr Geist ist ständig hyperaktiv und sie kommen zurzeit gar nicht zur Ruhe? Das soll sich ändern? Schreiben Sie mir ein Mail.

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