Innere Mitte

Die innere Mitte finden mit der Hara Meditation

Atme in dein Hara!

Sagte ich gestern in meiner Yoga-Klasse, als es darum ging die innere Mitte zu finden.

„Häh??? Was soll ich machen?“, fragte ein Neuling verdutzt.

Das kommt davon, wenn ich nicht nur mit Sanskrit Worten um mich werfe, sondern auch noch fachjapanisch spreche.

Dabei ist das mit dem Hara einfach und eine sehr hilfreiche Vorstellung, um sich zu zentrieren. Nicht nur auf der Yogamatte, sondern – mit ein wenig Übung – auch mitten in der Bürohektik.

Was ist jetzt dieses Hara?

Hara bedeutet auf Japanisch „Bauch“. In fernöstlichen Kulturen ist der Bauch aber nicht einfach nur der Bauch.

Der Bauch ist unser Lebenszentrum.

Das Hara gilt als Kontaktpunkt von Körper und Seele. Über das Hara betreten wir das Leben und verlassen es beim Tod wieder.
Vermutlich kennen Sie den Ausdruck „Harakiri“, was Selbstmord bedeutet:
Wer das Hara zerstört, zerstört seinen allerwichtigsten Energiespeicher.

Die innere Mitte

2-3 Fingerbreit unterhalb des Nabels ist quasi das Zentrum des Zentrums.
Unsere innere Mitte. Auch Dantien genannt.

Idealerweise sind wir in unserer Mitte verwurzelt. Denken und agieren aus unserer Mitte heraus. Was soviel heißt wie: Nichts bringt uns aus der Ruhe!

Ein wünschenswerter Zustand!

Ich möchte Ihnen hier nichts unterstellen: Aber bei den meisten Menschen steckt viel zu viel Energie im Kopf. Vor allem bei “Kopfarbeitern”. Also bei Menschen, die beim Arbeiten viel Hirnschmalz brauchen.

Wenn zuviel Energie im Kopf steckt, ist das “in sich selbst Ruhen” unmöglich. Blöderweise denken wir dann auch nicht konstruktiv, arbeiten nicht entspannt produktiv und sind nicht im Flow.

Kein Wunder, dass in der traditionellen chinesischen Medizin, im Shiatsu, im Yoga und in vielen östlichen Kampfkünsten die Stärken und Heilung der Mitte eine ganz wesentliche Rolle spielen.

Wenn wir uns ganz bewusst mit dem Hara verbinden,
kommen wir raus aus dem Kopf und finden in unsere Mitte.

Soviel zum Hintergrund. Jetzt zu einer ganz einfachen Anwendung in der Praxis.

Die Hara-Meditation

Am Anfang machen Sie die Übung am besten in aller Ruhe in Ihrem stillen Kämmerchen. Nehmen Sie sich Zeit und Raum dafür.

So geht´s:

  • Setzen Sie sich möglichst aufrecht hin oder machen Sie es sich im Liegen bequem.
  • Legen Sie Ihre linke Hand auf den Unterbauch. Ungefähr so, dass die Mitte Ihrer Handinnenfläche ca. 2-4 cm unterhalb Ihres Nabels liegt.
  • Nehmen Sie die Berührung wahr und bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit bei Ihrer Mitte. Lassen Sie den Atem sanft – ohne Anstrengung – in Ihr Zentrum fließen.
  • Beobachten Sie, wie es sich mit dem Atem hebt und wieder senkt.
  • Wenn Sie bemerken, dass Ihre Gedanken abschweifen – und das werden sie –, dann lenken Sie Ihr Bewusstsein sanft zu Ihrem Hara zurück und stellen Sie sich vor, wie Sie sich mit jedem Atemzug in Ihrem Hara sammeln.

Die innere Mitte visualisieren

Wenn Sie gerne visualisieren, können Sie verschiedene Bilder zur Unterstützung der Hara-Meditation nutzen. Zum Beispiel:

  • In der inneren Mitte verankern

Ich stelle mir gerne vor, wie ich mich in meiner Mitte verankere. Dazu nutze ich die Vorstellung von einem Anker, mit dem ich mich in meinem Hara andocke.

Manchmal nehme ich das Bild von einem Karabiner und „höre“ quasi wie er sich im Zentrum „einklickt“.

Nutzen Sie das „Hilfsmittel“, das für Sie am stimmigsten und natürlichsten ist.

  • Das „Mini-Me“ ins Hara setzen

Sie können Sich auch eine Miniaturausgabe von sich selbst vorstellen. Dieses „Mini-Me“ setzen Sie in Ihr Zentrum hinein.

In meinem Unterbauch sitzt in meiner Vorstellung Klein-Su tiefenentspannt im Lotussitz — den ich im realen Leben übrigens gar nicht kann.

Ein Klient hat am liebsten sein golfendes Ich verwendet, weil er am Golfplatz in sich ruht.

Vorm Einschlafen & vorm Aufstehen

Ich mach diese Meditation gerne vorm Einschlafen oder unmittelbar vorm Aufstehen für 5 bis 10 Minuten oder einfach bis ich mich zentriert fühle. Am Abend schlafe ich manchmal dabei ein – auch fein.

Jederzeit – mitten im Joballtag

Wenn Sie die Hara-Meditation regelmäßig üben, können Sie diese Meditation überall anwenden. Das geht dann blitzschnell und ohne Handauflegen:

  • Den Fokus in Ihr Körperzentrum lenken.
  • Ein paarmal ruhig und gleichmäßig in Ihr Hara atmen.
  • Sich in Ihrer Mitte sammeln und verankern.

Fertig.

Go for flow!

Thank you for sharing!

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