Egoistisch-sein

Warum egoistisch sein gesund und für alle gut ist

Wann sind Sie das letzte Mal im Flieger gesessen?
Erinnern Sie sich an die Sicherheitshinweise der Flugbegleiterin?

Im Notfall müssen Sie sich zuerst selbst die Sauerstoffmaske überziehen, bevor Sie sich um Ihren Sitznachbarn kümmern. Egal, wer neben Ihnen sitzt. Nur wenn Sie Sauerstoff zum Atmen haben, können Sie Ihren Mitfliegern helfen.

Diese “Flugzeugregel” gilt nicht nur in der Luft, sondern auch auf der Erde:
Ihr eigenes Wohlbefinden hat Priorität.

Sie dürfen egoistisch sein

Es kursieren unzählige Glaubenssätze à la:

  • Ich darf nicht egoistisch sein.
  • Ich muss auf andere Rücksicht nehmen und selbst zurückstecken.
  • Zuerst muss ich schauen, dass es anderen gut geht.

Sich selbst und das eigene Wohlbefinden an erste Stelle zu setzen, das scheint für viele Menschen fast sündhaft zu sein oder zumindest reichlich egoistisch. Viele haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie es tun.

Wenn Sie sich zuerst um Ihren mentalen, emotionalen und körperlichen Zustand kümmern und für Ihr persönliches Wohlbefinden sorgen, dann ist das egoistisch. Ja!

Und das ist gut so. Kein Grund ein schlechtes Gewissen zu haben.

Sie müssen zuerst auf sich achten.

Das heißt, nicht “Ja” sagen, wenn Sie “Nein” meinen. Nicht ständig zurückstecken und Ihre Bedürfnisse hinten anstellen. Nicht versuchen, es anderen Recht zu machen und die Erwartungen anderer zu erfüllen, in der Hoffnung dafür Anerkennung, Liebe oder sonst was zu bekommen. Nicht gegen Ihre eigenen Überzeugungen und gegen Ihre Intuition handeln.
[Siehe auch Nein sagen lernen]

Egoistisch sein hat mit Selbstliebe zu tun und heißt:

  1. Gut für sich zu sorgen und auf die eigenen Bedürfnisse zu achten
  2. Zu tun, was sich für Sie jetzt gut, richtig, authentisch und stimmig anfühlt.

Gesunder Egoismus

Schauen wir uns näher an, warum Egoismus gesund, wichtig und richtig ist.

1. Sie können nur geben, was Sie selbst haben.

Betrachten wir die Angelegenheit einmal von einer anderen Warte:
Sie können jemandem nur dann Geld geben, wenn Sie Geld haben. Sie können anderen nur dann Ihr Wissen vermitteln, wenn Sie etwas wissen. Sie können Ihr Essen nur teilen, wenn Sie etwas zu essen haben.

Das leuchtet jedem ein. Viele meinen aber, andere glücklich machen zu können, ohne selbst glücklich zu sein, und für andere sorgen zu können, ohne für sich selbst zu sorgen.

Wie wollen Sie etwas geben, das Sie selbst nicht haben?

Lösen Sie sich von der Illusion, zuerst für andere da sein zu können, wenn es Ihnen nicht gut geht. Das ist nicht möglich. Wenn Sie keine Energie und Kraft haben, haben Sie nichts zu geben. So einfach ist es. Warten Sie also nicht bis Sie ausgebrannt sind und gezwungen, sich um sich selbst zu kümmern.

2. Nur in einem guten Zustand haben Sie Zugriff auf Ihr Potenzial

Mit Sicherheit haben Sie schon Situationen erlebt, in denen Sie schlecht drauf waren und sich anders verhalten haben als Sie wollten.

Streit ist ein typisches Beispiel. Im Zuge eines Streites sagen oder tun wir Dinge, die wir später bereuen. In der Situation selbst können wir einfach nicht anders – andere Optionen sind wie ausgeblendet. Im Nachhinein wundern wir uns dann, was da in uns gefahren ist und wie es soweit kommen konnte.

Ein anderes Beispiel: Sagen wir, Sie sind gestresst und überarbeitet und dann kommt auch noch irgendjemand mit einem Problem daher. Sie wissen beim besten Willen nicht, wie Sie das jetzt auch noch meistern sollen.
Nehmen wir an, Sie sind an dem Tag entspannt und gut drauf und derselbe Jemand kommt mit demselben Problem auf Sie zu. Sie werden wesentlich besser und konstruktiver helfen können.
Sie sind derselbe Mensch in derselben Situation – der einzige Unterschied ist Ihre Gemütsverfassung.

Wenn Sie im Flow sind, geht Ihnen ALLES leichter von der Hand.
Und das wissen Sie aus eigener Erfahrung.

3. Was Sie ausstrahlen, ziehen Sie an

Das Gesetz der Resonz lautet: Gleiches zieht gleiches an.
Wie Sie selbst drauf sind, bestimmt, was Sie anziehen und erleben. Die Ereignisse, Menschen und Situationen, die in Ihrem Leben auftauchen, sind eine Reflexion Ihres Gefühlsniveaus. Ihr Umfeld ist ein Spiegel Ihrer Innenwelt.

Der Spiegel des Lebens lächelt nicht bevor Sie nicht lächeln.

Ein skurriles Beispiel aus meinem Leben: Wenn ich genervt am Computer sitze, erlebe ich ganz oft, dass meine Technik anfängt zu spinnen – mein Computer ständig hängen bleibt, Mails nicht reinkommen, meine Homepage zickt und so weiter.
Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, SOFORT zu schauen, wie es mir geht, wenn technische Probleme auftauchen und zuerst irgendetwas zu tun, damit es mir besser geht, bevor ich weitermache.

Einbildung oder purer Zufall, denken Sie?

Achten Sie einmal bewusst darauf, wie es Ihnen geht und wie Ihre Tage verlaufen bzw. welche Situationen auftauchen. Welchen Zusammenhang Sie entdecken. Welche Unterschiede Sie bemerken.

Es ist mir noch niemand untergekommen, der keine Korrelation erkennt. Schon allein, weil Sie weit weniger Situationen als “schwierig” erleben bzw, mit schwierigen Situationen wesentlich besser umgehen können, wenn es Ihnen gut geht. [Für Notfälle: Wie Sie einen schlechten Tag gut überstehen]

Im Wissen um das Gesetz der Resonanz ist eines glasklar:

Egositisch ≠ Rücksichtslos

Für das eigene Wohlbefinden zu sorgen bedeutet NICHT, rücksichtslos zu sein, andere Menschen auszunutzen oder anderen zu schaden.
Das ist nicht egoistisch, sondern selbstsüchtig.

Und unterm Strich bescheuert: Was Sie ausstrahlen, kommt zurück.

4. Sie haben MEHR zu geben

Gesunder Egoismus hat auch nichts damit zu tun, keine Anteilnahme zu zeigen, andere Menschen nicht zu unterstützen und nicht für andere da zu sein.

Im Gegenteil: Menschen, denen es gut geht, sind in der Regel wesentlich toleranter, offener und verständnisvoller. Sie sind angeschlossen an ihre Quelle der Freude und haben damit genügend Kraft, für andere da zu sein, andere anzunehmen, wie sie sind, und anderen wirklich zu helfen.

Wer hingegen versucht, in einem schlechten inneren Zustand hilfreich zu sein und die Welt zu verändern, richtet am Ende meist mehr Schaden als Nutzen an.

So paradox es klingen mag:
Sie helfen anderen am meisten, wenn Sie zuerst sich selbst helfen.
Sie verbessern die Welt, wenn Sie ihre innere Befindlichkeit verbessern.

Denken Sie aus diesen Gründen immer an die “Flugzeugregel“:
Verwenden Sie Ihre „Sauerstoffmaske“ sofort und ohne schlechtes Gewissen, wenn Sie merken, dass Ihr Wohlbefinden zu wünschen übrig lässt. Alles, was dazu beiträgt, Ihren Gefühlszustand zu verbessern (und sei ein nur ein wenig), ist von Wert.

Seien Sie egoistisch, wenn es darum geht, sich besser zu fühlen. Das schulden Sie nicht nur sich selbst. Sie machen damit auch anderen Menschen ein großes Geschenk: Ihr ganzes Umfeld profitiert von Ihrer positiven Schwingung.

Und, was tun Sie heute noch für Ihr Wohlbefinden?

Go for flow!
Su Busson

Thank you for sharing!

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2 Responses to Warum egoistisch sein gesund und für alle gut ist

  1. Andy 24. März 2016 at 15:50 #

    Eine gute Erinnerung. Darauf vergisst man viel zu oft.

    • Su
      Su 24. März 2016 at 16:37 #

      Danke für Rückmeldung! Muss mich auch selbst immer wieder daran erinnern :-)!

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