Energie folgt der Aufmerksamkeit

Energie folgt der Aufmerksamkeit – Achtung bei Problemen

Kennen Sie das?

  • Sie zerbrechen sich den Kopf über eine Situation, obwohl Sie wissen, dass Sie zurzeit nichts tun oder daran verändern können.
  • Unzählige Male haben Sie sich schon gefragt, warum dieses oder jenes passiert ist, und obwohl mit Sicherheit keine befriedigende Antwort zu finden ist, hören Sie nicht auf weiterzugrübeln.
  • Es beschäftigen Sie Probleme, die noch gar nicht aufgetreten sind und von denen Sie gar nicht wissen, ob Sie jemals auftreten werden.
  • Irgendjemand sagt bzw. tut etwas, und Stunden später überlegen Sie immer noch, wie Sie am besten reagieren hätten sollen. Eigentlich wollen Sie schon längst nicht mehr darüber nachdenken.
  • Sie wollen wirklich nicht überbesorgt, misstrauisch, eifersüchtig oder neidisch sein, aber ständig passiert irgendetwas und sofort tauchen Gedanken auf, die sich nicht unterdrücken lassen und genau diese Gefühle verursachen. 

Willkommen im Gedankenkarussell.

Unser menschliches Gehirn ist darauf programmiert, Negatives, Gefährliches und Unangenehmes zu identifizieren und möglichst zu vermeiden bzw. loszuwerden. Das dient dazu, unser Überleben zu sichern.

Das heißt, sobald wir ein Problem haben bzw. denken, ein Problem zu haben, kreist unsere Aufmerksamkeit in aller Regel um das Problem. Wir müssen ständig daran denken und darüber nachdenken.

Das ist menschlich.

Und selbst wenn es gut geht, tendiert unser Gehirn dazu, Dinge wahrzunehmen, die nicht in Ordnung sind, und in den Fokus unserer Aufmerksamkeit zu rücken. 
Vermutlich kennen Sie das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse: Die Ärmste kann nicht schlafen, weil sie trotz zwanzig Matratzen und zwanzig Eiderdaunendecken die winzige Erbse spürt, auf der sie liegt. 

Der Haken an der Sache: Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Worauf Sie Ihren Fokus richten, wird mehr und verstärkt sich. 

Je mehr Aufmerksamkeit Sie einer problematischen Sache oder einer schwierigen Situation widmen, desto realer, bedeutungsvoller und spürbarer wird sie. 

Selbst eine kleine „Erbse“ kann so zu einem riesigen Ding werden, dass Ihr ganzes Leben vereinnahmt. Schauen wir uns bildlich an, wie das abläuft.

Der übliche Problemkreislauf:

Problemkreislauf

Haben Sie beispielsweise Ihren Fokus auf Ihren Geldproblemen, wundern Sie sich nicht, dass das Geld spärlich hereinfließt oder ständig neue Rechnungen auftauchen.
Denken Sie viel darüber nach, wie schwierig Ihre Beziehung ist und wie schlecht es läuft, sind Beziehungsprobleme so sicher wie das Amen im Gebet.
Konzentrieren Sie sich darauf, dass Sie nie genug Zeit und viel zu viel zu tun haben, werden Sie nie genug Zeit und immer viel zu viel zu tun haben. Sind Sie ständig auf der Suche nach hinderlichen Glaubenssätzen, werden Sie immer mehr hinderliche Glaubenssätze entdecken.

Eine meiner Standardaussagen war: „Ich bringe nicht genug weiter. Ich bin einfach nicht produktiv genug.“ Raten Sie, was ich ständig erlebt habe. Kein noch so guter Produktivitätstipp hat bei mir länger als ein paar Tage funktioniert. Keine noch so tolle Strategie gegen meinen „inneren Schweinehund“ zeigte dauerhaft Wirkung.

Beobachten Sie selbst, wo Ihre Aufmerksamkeit ist, was Sie denken und womit Sie sich beschäftigen. Nehmen Sie wahr, was Sie sagen und tun. Dann wird Ihnen um einiges klarer werden, warum Sie erleben, was Sie erleben.

Ein weit verbreiteter Irrglaube

Aus menschlicher Sicht und solange wir mitten in der Matrix stecken, scheinen Probleme von außen zu kommen und REAL zu sein. Dadurch unterliegen wir so leicht dem Irrglauben, dass wir ein Problem lösen können, indem wir uns ausführlich damit auseinandersetzen, darüber nachdenken, reden, nach Erklärungen suchen oder uns im Außen nach Methoden und Tipps umschauen.

Mit anderen Worten: Wir denken, Probleme loswerden zu können, in dem wir unsere Aufmerksamkeit darauf lenken. Und handeln uns damit nur mehr Probleme ein.

Achtung! Worauf ich hier nicht hinauswill, ist, dass Sie Ihre Probleme ab sofort ignorieren und einfach so tun sollten, als wären sie nicht da. 

Sobald Sie allerdings das Gesetz der Anziehung kennen – Gleiches zieht Gleiches an – und verstehen, wie Ihre Aufmerksamkeit und Ausstrahlung Ihre Realität erschafft, scheint es wesentlich sinnvoller, Ihren Fokus von dem wegzulenken, was Sie nicht wollen – hin zu dem, was Sie möchten. 

Oder, was manchmal einfacher ist, sich auf etwas Neutrales zu fokussieren.

Im Bewusstsein, dass Energie der Aufmerksamkeit folgt, können wir unsere Aufmerksamkeit jedenfalls achtsamer nutzen.

Wie Sie Ihre Aufmerksamkeit konstruktiv lenken

Ein einfaches “Werkzeug”, um mit Ihrer Aufmerksamkeit bewusster umzugehen, sind vier Fragen, die Sie sich immer wieder stellen können.
Vor allem wenn Sie bemerken, dass Sie sich ins Problemdenken verstricken, halten Sie kurz innen und fragen Sie sich:

1. Wo ist meine Aufmerksamkeit? 

Sie stellen einfach fest, worauf Ihre Aufmerksamkeit gerichtet ist, was Sie gerade beschäftigt und wohin Ihre Energie geht. Ohne Urteil!

2. Wie wirkt sich dieser Aufmerksamkeitsfokus auf mich aus?

Fühlt er sich gut an oder nicht? Was empfinden Sie dabei – Stress, Wut, Ärger, Freude, Frieden, Begeisterung?

Nehmen Sie die Wirkung einfach nur bewusst wahr. Ihre Gefühle sind lediglich der Schatten Ihrer momentanen Gedanken. Nicht mehr und nicht weniger.

3. Ist das der Aufmerksamkeitsfokus, den ich wirklich haben möchte?

Energie folgt der Aufmerksamkeit. Die Frage ist also: Wollen Sie mehr von dem, was Sie gerade fokussieren oder nicht? 

Machen Sie sich bloß keine Selbstvorwürfe, wenn Sie sich beim „falschen“ Fokus ertappen. Es ist für den menschlichen Verstand typisch und evolutionsgeschichtlich betrachtet sinnvoll, sich auf Probleme zu fokussieren. Und üblicherweise denken wir auch, dass wir Probleme nur lösen können, indem wir uns damit beschäftigen und darüber nachdenken. Doch das ist nicht wahr!

4. Worauf möchte ich meine Aufmerksamkeit richten?

Von den unzähligen Möglichkeiten, die Sie zur Auswahl haben:
Worauf wollen Sie sich wirklich fokussieren? Womit möchten Sie sich – gedanklich oder tatsächlich – beschäftigen? Wofür möchten Sie Ihre Energie und Aufmerksamkeit verwenden? Wo soll Ihre Energie hingehen?

Jeder Fokus ist mit bestimmten Gefühlen verbunden. Sie fühlen Ihr momentanes Denken und nicht die Wirklichkeit.

Sie werden unschwer erkennen, dass es sich eher schlecht anfühlt:

  • im Widerstand mit dem zu sein, was jetzt ist
  • sich gedanklich mit unerfreulichen Dingen aus der Vergangenheit zu beschäftigen, die sich nicht mehr ändern lassen. Also im Widerstand mit dem zu sein, was war.
  • sich den Kopf über die Zukunft zu zerbrechen und sich zu sorgen, ob etwas Schlechtes passieren könnte.
  • innere Dialoge mit nicht anwesenden Personen zu führen, die nicht angenehm sind.
  • den Fokus auf einem Problem zu haben.
  • sich um Angelegenheiten zu kümmern, die nicht die eigenen sind. 

Sinnvoller, leichter oder erfreulicher fühlt es sich in aller Regel an,… 

  • die Aufmerksamkeit auf den Augenblick zu lenken – auf Ihren Atem, auf Ihre Sinne, auf das, was JETZT gerade ist.
  • einfach nur zu beobachten, was sich gerade im Kopf abspielt – Gedanken wahrzunehmen wie Wolken am Himmel.
  • Ihre Reaktion auf das momentane Kopfkino zu beobachten (wie in einem Film, den Sie im Kino sehen, in die Zuschauerrolle zu schlüpfen statt völlig im Film zu versinken).
  • sich zu fragen, was Sie aus der Situation lernen und wie Sie das Beste daraus machen können. 
  • den Fokus auf der Lösung zu haben. Und zwar nicht darauf, wie Sie zur Lösung kommen. Es reicht, die Lösung vor Augen zu haben und zu wissen, wo Sie hinwollen. Wie bei einem Navigationsgerät.
  • etwas zu tun, was Ihnen jetzt guttut und Ihrer Freude zu folgen.
  • an etwas völlig Anderes zu denken.
  • etwas ganz Anderes zu tun.
  • sich an etwas Schönes zu erinnern.
  • sich etwas Erfreuliches auszumalen.

In Wahrheit haben Sie unzählige Optionen zur Wahl. Dieses “Werkzeug” schreibt Ihnen nicht vor, worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit richten sollen. Sie werden sehen, welche Möglichkeiten in Ihrem Bewusstsein auftauchen und Sie anlachen.

Gerade wenn wir mitten in einem Problem stecken, ist es oft leichter, den Fokus auf ganz andere Dinge zu lenken und sich mit Erfreulichem oder zumindest Neutralem zu beschäftigen.

Und nur, wenn wir das Gesetz der Resonanz kennen, wird klar, warum das nicht bedeutet, ein Problem zu ignorieren, sondern eine Lösung des Problems zu erlauben. Verändern Sie Ihren Fokus, verändern sich augenblicklich Ihre Gedanken und damit das, was Sie fühlen und was Sie ausstrahlen. Sie werden anders agieren und infolgedessen eine andere Realität erleben. 

Und wenn sich Ihr Kopf beruhigt statt im Problemkreislauf zu rotieren, tauchen auch kreative Lösungen auf. Sie werden wissen, was jetzt tatsächlich als Nächstes für Sie zu tun ist.

Wo sich jedes Problem auflöst und alles gut ist

Schauen wir uns das Ganze noch aus höchster Wirklichkeitssicht an:  

Es gibt kein Problem jenseits des Denkens. Jedes Problem hat damit zu tun, dass wir denken, etwas sei nicht in Ordnung. 

Eines Tages traf mich die Einsicht, dass ich nur denke, nicht produktiv genug zu sein. Dass ich nur denke, mehr schaffen zu müssen. Und dass ich nur denke, dass es ein Problem ist, wenn ich nicht schaffe, was ich mir einbilde schaffen zu müssen.  Paradoxerweise bin ich seit dieser Erkenntnis wesentlich produktiver – allerdings oft auf andere Art und Weise als sich das mein Verstand vorstellt. 

Die Frage ist:

  • Was, wenn Sie versuchen ein Problem zu lösen, das gar keines ist?
  • Was, wenn Sie nur denken, ein Problem zu haben?
  • Was, wenn die wahre Lösung woanders liegt?

Der Fokus auf dem, was bleibt

Vollkommene Stressfreiheit, innere Sicherheit und Frieden finden Sie niemals in dem, was kommt und geht. Nicht durch Besitztümer, Geld, Menschen oder Situationen. Nicht durch irgendwelche Technik, Tipps und Tricks. Nicht in irgendwelchen Gedanken oder Zuständen. Ihr Fokus verändert sich ständig und Ihre Aufmerksamkeit springt unweigerlich. Das ist Teil des menschlichen Spiels.

Aber da ist etwas, das bleibt. Da ist etwas, das kein Problem hat, nie hatte und nie haben wird.

Es ist der unveränderliche, ewige Teil in Ihnen, der Sie wirklich ausmacht. Für den alles in Butter ist – egal, was ist. Genau genommen ist es kein Teil von Ihnen, sondern Sie sind vielmehr ein Ausdruck davon.

Während Sie also in Ihrem physischen Körper inkarniert sind, sind Sie sicher eingebettet, umhüllt und durchdrungen von der universellen Quelle. Während Sie all Ihre Erfahrungen in dieser Welt machen, ruht die Quelle in Ihnen. Bei all den Turbulenzen im Kopf und im Außen vergessen wir das nur leicht. Doch hier ist Ihr wahres Zuhause. Ihr Fundament, auf dem Sie sicher stehen und alles, was wirklich ist, meistern können.

Diesem Raum hinter dem Denken entspringt Ihre innere Weisheit. Aus diesem Raum können Sie Entscheidungen treffen, Probleme mit innerer Gelassenheit lösen und sicher durch Ihr Leben navigieren. Und je mehr Sie das erkennen, desto weniger interessieren Sie sich für die Problemdenkerei, zu der der Kopf nun einmal neigt, und desto ruhiger wird es mit der Zeit im Oberstübchen.

Ihren inneren Beobachter wahrnehmen

Halten Sie in Ihrem Alltag immer wieder für einen kurzen Moment inne und lenken Sie Ihren Fokus auf den nicht tuenden, nicht denkenden, nicht urteilenden, sich nicht verändernden Teil in Ihnen: Ihren inneren Beobachter.

Den Teil in Ihnen, der immer stressbefreit und im Flow ist. Das können Sie zum Beispiel tun, während Sie essen, reden, fernsehen, lesen oder an der Supermarktkasse stehen. Entdecken Sie dabei den Beobachter in Ihrem Innersten, der sich nur dessen gewahr ist, was ist. Ihren inneren Zeugen. 

Entdecken Sie das, was ewig und unveränderlich ist.  Wenn Sie diesen Teil gerade nicht wahrnehmen können, reicht es, sich bewusst zu machen, dass er da ist. Der Beobachter ist das, was IMMER ist, nie vergeht und nie Stress hat. Egal, ob Sie ihn erkennen oder nicht. Er ist wie die Augen, durch die Sie schauen.


Experimentieren Sie mit diesen vier Fokus-Fragen und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit immer wieder bewusst auf Ihren “inneren Zeugen”. Sie werden staunen, was diese kleinen Bewusstseinsverlagerungen in Ihrem Leben bewirken können.

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Dieser Blog-Text enthält Auszüge aus meinem Buch stressbefreit *. Wenn Sie mehr lesen wollen, finden Sie das Buch hier: stressbefreit

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