Gute Vorsätze

Wie Sie gute Vorsätze fürs neue Jahr finden

Zurzeit kursieren überall Tipps und Tricks zum Thema “Vorsätze für das nächste Jahr”. Auch ich möchte ich Ihnen ein paar eher ungewöhnliche Gedanken und Hinweise mitgeben, wie Sie 2020 auf entspannte Weise zu einem wundervollen Jahr machen können – egal, was Sie vorhaben. 

Vielleicht haben Sie ja schon mehr oder weniger konkrete Ideen, was Sie 2020 tun, erreichen oder verändern möchten. Vielleicht nehmen Sie sich so manches schon lange vor und doch scheitert es immer wieder an der Umsetzung. Vielleicht haben Sie aber auch so etwas wie Neujahrsvorsätze schon längst aufgegeben, bekanntlich leben die meisten ohnehin nicht viel länger als Eintagsfliegen.

Der Hauptgrund, warum so viele Vorsätze, Ideen und Pläne scheitern – nicht nur die von Neujahr –, ist nicht mangelnde Disziplin. Es liegt vielmehr daran, dass wir das Ganze unter falschen Vorstellungen angehen und etwas vermischen, was nichts miteinander zu tun hat. Und das müssen wir erst einmal auseinanderdividieren. 

Sobald Sie von der richtigen Ausgangsbasis ausgehen, wird es wesentlich leichter, gute Vorsätze zu finden, die Ihnen und Ihrem Wesen entsprechen.

Der Wunsch, dass es uns besser geht

Egal was wir uns wünschen, verändern oder erreichen wollen, in aller Regel hat es damit zu tun, dass wir denken, dass es uns dann auf irgendeine Art und Weise besser geht. Wir sehnen uns nach bestimmten Gefühlen – nach schönen Gefühlen – und suchen sie in bestimmten Umständen. 

Dazu passt die Geschichte, die über das Versteck der Wahrheit kursiert
Als Gott die Welt erschuf, rief er alle Engel zu sich und sprach: „Ich werde die Menschen nach meinem Bild erschaffen. Doch sollen sie ihre Göttlichkeit für eine Weile vergessen, um selbst entdecken zu können, wer sie wirklich sind. Ich suche noch ein Versteck für die Wahrheit.“ 
Ein Engel schlug vor, die Wahrheit auf dem höchsten Berggipfel zu verstecken. Schnell war klar, dort würden die Menschen sie schon bald finden. Ein anderer schlug vor, die Wahrheit an der tiefsten Stelle des Meeres zu verbergen. Aber auch dieses Versteck schien allen zu einfach. Selbst auf dem Mond und über den Wolken würden die Menschen in Bälde suchen. Schließlich sagte Gott: „Ich weiß, was zu tun ist. Wir verstecken die Wahrheit in den Herzen der Menschen. Dort kann sie jeder sofort finden. Doch dort wird nur suchen, wer erkannt hat, dass die Welt ohne Wahrheit wertlos ist.“ 

Das ist zwar nur eine Geschichte, aber wir tappen doch tatsächlich häufig in die Falle, unser “inneres Glück” und alles, was dazugehört, in der Welt zu suchen – und dabei zu übersehen, wer wir sind und was IN UNS ist. 

Die “falschen” Vorsätze

Irrtümlicherweise denken wir, unser Wohlsein, unser Sicherheitsgefühl, unser Selbstwertgefühl und unser innerer Frieden hängen von äußeren Umständen ab. Wir denken, bestimmte Ziele erreichen zu müssen, bestimmte Gegebenheiten loswerden zu müssen, bestimmte Situationen unbedingt vermeiden zu müssen, bestimmte Dinge haben zu müssen, damit wir zufrieden, glücklich, gelassen, sicher und erfüllt sein können. 

Diese Illusion führt zu enorm viel Stress, Ängsten und innerer Unruhe, weil wir dadurch automatisch denken, das Leben steuern, kontrollieren und im Griff haben zu müssen. 

Mit dieser falschen Verknüpfung zwischen innerem Zustand und äußeren Umständen kann der Kopf unmöglich zur Ruhe kommen und durch die viele Denkerei schneiden wir uns von uns selbst, von unserem angeborenen Wohlsein und unserer inneren Weisheit ab. Wir “vergessen” unsere sichere Homebase, unseren inneren Ruhepol und unsere wahre Kraftquelle.

Dadurch tun wir Dinge, die uns eigentlich gar nicht entsprechen, und verfolgen oft völlig falsche Träume, Ziele und Vorhaben, nur weil wir denken, dass es uns dann besser geht.

Gleichzeitig tun wir Dinge NICHT, die wir eigentlich tun wollen, weil wir Angst davor haben, wie wir uns fühlen, wenn es schief läuft. Beziehungsweise geben Vorhaben schnell wieder auf, sobald sie mit unangenehmen Gefühlen verbunden sind.

Irreführende Vorstellungen

In der Coaching Szene ist ein Tipp sehr weit verbreitet und der heißt: 
Malen Sie sich aus, wie Sie sich an Ihrem gewünschten Ziel FÜHLEN werden, wie es Ihnen geht, wenn Sie erreicht haben, was Sie erreichen wollen, oder Sie ein Vorhaben erfolgreich umgesetzt haben.

Stellen Sie sich also beispielsweise vor, wie Sie sich fühlen werden, wenn Sie eine bestimme Summe Geld haben, wenn Sie den neuen Job antreten, ein Projekt umsetzen oder sich selbständig machen, wenn Sie Ihre Traumbeziehung führen oder X Kilo abgenommen haben, wenn Sie in Ihr neues Auto steigen, Ihr neues Heim beziehen oder endlich erleuchtet sind (oder was auch immer Sie 2020 verändern, erreichen bzw. schaffen möchten).

Konkret könnte das beispielsweise heißen: 
Wenn ich so und so viel Geld habe, habe keine Existenzängste mehr und fühle mich sicher. Oder wenn ich genug am Konto habe, kann ich endlich tun, was ich möchte und fühle mich frei. Wenn ich endlich den richtigen Job habe und meine Berufung lebe, bin ich erfüllt und fühle mich wertvoll. Wenn ich den richtigen Partner habe, fühle ich mich geliebt. Wenn ich den perfekten Körper habe, fühle ich mich attraktiv und bin selbstsicherer. Wenn ich endlich erleuchtet, bin ich immer glücklich. 

Wir zerbrechen uns den Kopf über die Zukunft und darüber, was wir wollen bzw. nicht wollen. Denken darüber nach, was passieren muss, damit es uns gut geht, und was nicht passieren darf, damit es uns nicht schlecht geht. Wir glauben die Zukunft vorhersehen zu können und voraussagen zu können, wie wir uns fühlen werden, wenn …. passiert.

Und in diesem Irrglauben nehmen wir uns alles Mögliche vor, schmieden Pläne und setzen uns Ziele. 

Die Wahrheit über Ihre Gefühle in der Zukunft

Das ist völlig paradox und sinnlos, weil unsere momentanen Gefühle nun einmal nicht von äußeren Umständen abhängen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wir fühlen nicht die Umstände, sondern unser Denken in diesem Moment. Bei all Ihren Zukunftsprognosen, Wunschträumen, ersehnten Zielen und gefürchteten Horrorvorstellungen übersehen Sie das unvorhersehbarste, variabelste und gleichzeitig wesentlichste Element in der ganzen Gleichung:
die Gedanken, die Ihnen dann durch den Kopf gehen werden:

  • Sie wissen nicht, was das sein wird. 
  • Ihre Gedanken verändern sich ununterbrochen und damit verändern sich Ihre momentanen Gefühle – manchmal sogar schlagartig.
  • Egal, wie gut es läuft, ein Gedanke reicht, um sich wieder unzufrieden, gestresst, unsicher oder unglücklich zu fühlen. Gedanken wie “nicht gut genug”, “nicht perfekt”, “an der Sache ist sicher ein Haken” , “zu viel”, “zu wenig”, “brauche mehr”, “was wenn, ich es wieder verliere”, “X fehlt mir”, “Y sollte anders sein”, “warum bin ich nicht glücklich” und so weiter können Ihnen Ihr Glück gehörig versalzen. Und kein Mensch ist gefeit vor solchen Gedanken. 

Deswegen können Menschen unglücklich, unzufrieden und unerfüllt sein, vollkommen gleichgültig, was sie alles erreicht und geschafft haben. Deswegen können Menschen Depressionen haben, egal wie rosig ihr Leben zu sein scheint. Deswegen können Menschen Existenzängste haben, vollkommen gleichgültig, wie viele Millionen auf ihrem Bankkonto liegen. Deswegen können Mensch noch so viel Erfolg haben und sich innerlich dennoch als Versager sehen bzw. das Gefühl haben, nicht gut genug zu sein. 

Wir fühlen unser Denken. Und es ist sehr menschlich, auch “negative” Gedanken zu haben. Ob und wie oft das passiert, hat in erster Linie damit zu tun, auf welcher “Frequenz” wir uns gerade befinden – wie es uns innerlich geht – und wie empfänglich wir im Moment für solche Gedanken sind; und es hat nichts damit, was wir erreicht haben, besitzen oder sind. 

Unproduktive Gedanken können wie aus dem Nichts auftauchen und sobald wir sie ernst nehmen fühlen wir Mangel, Unsicherheit, Stress, Angst, Frust oder Ähnliches. Kaum sind so unangenehme Gefühle da, suchen wir wieder nach einer Lösung. Nur in aller Regel wieder an der falschen Stelle. Vor lauter Sucherei und Denkerei übersehen wir, was längst in uns ist. Vollkommen egal, was im Außen ist. Vollkommen egal, was wir momentan denken und fühlen. 

Die beste Ausgangsbasis für gute Vorsätze

Damit zurück zu Ihrer Homebase: Sie sind vollkommen in Ordnung. Unter dem Gedankenzirkus, der sich im Kopf abspielt, ist alles da, was Sie gefühlsmäßig wirklich brauchen. Ihr natürlicher Seinszustand, Ihre Essenz, ist Flow, Friede, Freude, Stille, bedingungslose Liebe, Glückseligkeit, Sicherheit. 
Diese Zustände sind in Wahrheit nichts, worum Sie sich bemühen und wofür Sie sich anstrengen müssen. Nichts, das Sie irgendwann in der Zukunft an irgendeinem Ziel erreichen. Nichts, das Sie wirklich verlieren können.

Diese tieferliegenden Gefühlszustände sind vollkommen unabhängig von äußeren Umständen und Gegebenheiten. Sie haben nichts mit Ihren Gedanken zu tun, denn sie sind nur „hinter“ Ihrem Verstand zu finden – in der Stille zwischen allen Gedanken. 

Das ist Ihr unerschütterliches Fundament.

Und das ist die beste AUSGANGSBASIS für Ihr Leben, für das Jahr 2020 und für ALLES, was Sie schaffen, erreichen, verändern oder manifestieren wollen. 

In diesem Bewusstsein sind Sie wesentlich unabhängiger von dem, was im Außen passiert, und angebunden an die universelle Kraftquelle. Ihr “inneres Glück” und Ihr Wert stehen nicht auf dem Spiel und das erspart Ihnen viele Irrwege und Komplikationen. Und in diesem Bewusstsein können Sie sich das vornehmen und anpacken, was immer Sie wirklich tun möchten.

Was Ihnen jedoch nicht erspart bleibt, sind momentane Gefühle, die Ihr momentanes Denken widerspiegeln. Nachdem Gedanken kommen und gehen, verändern sich diese Emotionen ständig. Nichts davon müssen Sie fürchten oder loswerden.

Noch einmal zusammengefasst: Sobald Sie sich wieder an Ihr angeborenes Wohlsein erinnern, können Sie 

  • aufhören, Ihr inneres Glück in äußeren Umständen zu suchen und sich im Kopf davon abhängig zu machen.
  • aufhören, das Leben, Situationen und andere Menschen kontrollieren zu wollen – das allein erspart Ihnen viel Energie, Zeit und Nerven. 
  • aufhören, sich alles Mögliche vorzunehmen und Dinge zu tun und bestimmte Ziele zu verfolgen, nur weil Sie denken, dass es Ihnen dann besser gehen wird.
  • mehr von dem Tun, was Sie TATSÄCHLICH tun möchten.

Und damit das auch gesagt ist:
Ja, Sie können sich Ziele setzen, Pläne schmieden und Dinge vornehmen, MÜSSEN Sie aber nicht. 
Sie können auch Großartiges erreichen und verwirklichen, wenn Sie einfach präsent sind, Ihren inneren Impulsen folgen und aus allem, was passiert, das Beste machen. Und viele Menschen sind sogar so gestrickt, dass sie mit der zweiten Variante wesentlich besser leben (Das hängt von Ihrer Matrix ab).

Egal, ob mit oder ohne Zielen und Vorsätzen: 

Sobald Ihnen bewusst ist, dass Ihr Wohlsein, Ihr innerer Frieden, Ihre innere Sicherheit und Ihr Glück UNABHÄNGIG davon sind, was passiert oder nicht passiert, wird es Ihnen wesentlich leichter fallen, Ihre innere Weisheit zu hören, die für Sie korrekten Entscheidungen zu treffen, Ihren inneren Impulsen zu folgen, Ihre wahren Wünsche, Träume und Vorhaben zu verwirklichen und Ihre Mission zu leben. Sie ersparen sich so viel Stress, Ängste und Sorgen und Sie gewinnen so viel mehr Freiheit, Spielraum und Kraft, um Ihr Leben so zu leben, wie es Ihnen wirklich entspricht.

Go for flow!

Flow-Experte
Follow me:
Comments are closed.