Idealbild-entsprechen

Welchem Idealbild meinen Sie entsprechen zu müssen?

Kennen Sie das Gefühl, nicht gut genug zu sein?

Nein? Gratuliere!
Ja? Willkommen im Klub.

Nur wenige Menschen sind zufrieden damit, wie sie sind. Die meisten haben irgendwelche Verbesserungsvorschläge, wenn es um sie selbst geht.

Warum ist das so?

Der Wunsch nach Wachstum und danach besser zu werden, ist natürlich und gesund. Sie kommen quasi als Same mit Ihren Anlagen in die Welt und haben den inneren Drang, zu wachsen und Ihr volles Potenzial zu entfalten.

Ihr Wesenskern möchte blühen – werden, was Sie sind.

Idealbild = Wie Sie sein möchten

Idealweisere kümmern Sie sich darum, Sie selbst zu sein und sich auf natürliche Weise zu entwickeln. Die beste Version von sich zu entfalten und Ihr Bestes zu geben. Auch im Job.

Soweit so gut.

Problematisch wird es, wenn Sie dabei irgendeinem Idealbild hinterherlaufen.  Schlimmer noch, wenn es ein Idealbild ist, das mit Ihnen und Ihrem Wesenskern nichts zu tun hat.

Stellen Sie sich mal vor, eine Tulpenknospe, die das Potenzial hat eine wunderschöne Tulpe zu werden, bemüht sich darum, zu einer Rose heranzuwachsen. Absurd, oder?

Und doch tappen wir in diese Falle alle schnell einmal. Warum?

Wie ein Idealbild entsteht

Wir lernen durch Nachahmung und suchen uns Vorbilder. Sie sind eine Orientierungshilfe und ein Leitbild für die Selbstfindung, die persönliche Entwicklung und den eigenen Lebensentwurf.

Bewusst gewählte Vorbilder können viel bewirken, im positiven Sinn:
Vorbilder können uns inspirieren und Hoffnung, Mut und Tatendrang vermitteln, unseren eigenen Weg zu gehen. Das ist hervorragend.

Was weniger hervorragend ist, aber leider viel öfter passiert:


  • Ständig werden uns “Vorbilder” vor die Nase gehalten. Wir sehen, hören, lesen überall, was angeblich IDEAL ist – wie wir sein und leben sollten.
  • Wir wählen unsere Vorbilder nicht bewusst aus.
  • Und schlimmer noch, wir vergleichen uns mit diesen nicht bewusst gewählten „Vorbildern“.

Im Alltag schaut das dann beispielsweise so aus:

Ich höre, wie phänomenal ein Projekt eines Kollegen gelaufen ist und welch großartige Ergebnisse er erzielt hat und vergleiche – in aller Regel unbewusst –meine eigene Performance damit.

Ich sehe auf Facebook die tollen Fotos mit den strahlenden Gesichtern und vergleiche – in aller Regel unbewusst – meinen lange nicht so perfekten Alltag damit.

Oder ich lese die Geschichte von einer erfolgreichen Business-Frau und vergleiche – in aller Regel unbewusst – meine eigene Karriere damit.

In aller Regel unbewusst

„In aller Regel unbewusst“ heißt, dass wir es oft gar nicht richtig mitbekommen, wir gar nicht merken, was da genau passiert. Vielmehr taucht ein latentes Gefühl der Unzufriedenheit auf und der Glaube, nicht gut genug zu sein, wächst und gedeiht. 

Durch den Vergleich entwickeln wir eine Vorstellung, wie wir sein SOLLTEN – ein Idealbild – und verknüpfen damit meist auch die Idee, dass dann alles besser wäre.

Schon geht es los mit „Ich müsste, sollte, dürfte nicht“. Zum Beispiel:

  • Ich sollte mehr schaffen.
  • Ich sollte eine bessere Chefin/Mitarbeiterin/Partnerin/Mutter/Freundin (ein besserer Chef/Mitarbeiter/Partner/Vater/Freund) sein.
  • Ich sollte besser präsentieren/delegieren/kommunizieren… können.
  • Ich sollte organisierter/strukturierter/kreativer… sein
  • Ich muss abnehmen.
  • Ich muss endlich Yoga machen/regelmäßig meditieren/laufen gehen.
  • Ich dürfte nicht so undiszipliniert sein.
  • Ich sollte mehr Ehrgeiz haben und erfolgreicher sein.
  • Ich sollte glücklicher sein mit dem, was ich habe.

Kennen Sie solche oder ähnliche „Ich sollte. Ich müsste. Ich dürfte nicht“ Gedanken? Die Vorstellung, auf irgendeine Weise anders (besser) sein zu müssen?

Manches davon mag aus Ihrem Innersten kommen – etwas sein, was zu Ihrem Wachstum beiträgt und wichtig für Sie ist. Vermutlich wird da aber VIELES dabei sein, was Sie nur meinen, zu sollen und zu müssen, weil Sie sich vergleichen.

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Das hat Søren Kierkegaard gesagt.

Im Vergleich mit anderen müssen wir schlecht abschneiden, denn es gibt immer jemanden, der in irgendeiner Weise besser ist, mehr hat oder mehr tut als wir: schöner, reicher, begabter, intelligenter, erfolgreicher, konsequenter, disziplinierter, strukturierter, dünner, begehrter oder kreativer ist.

Wenn wir uns lange genug vergleichen, ließe sich die Ich-sollte, Ich-müsste- und Ich dürfte-nicht-Liste ENDLOS fortsetzen.

Noch absurder ist, dass wir uns oft mit jemandem vergleichen, den es in Wahrheit gar nicht gibt. Mit den glückstrahlenden Menschen in der Werbung. Mit perfekt retuschierten Gesichtern und Figuren in den Zeitschriften. Mit Facebook-Bildern, die lediglich einen Mini-Ausschnitt aus der Realität zeigen – und der ist oft nicht mal echt. Usw.

Und doch entsteht ein Idealbild im Kopf.

Mit jedem Ideal, dem Sie meinen, hinterherlaufen zu müssen, entfernen Sie sich von sich selbst.

Sie sind unzufrieden mit sich, weil Sie dem angeblichen IDEAL nicht entsprechen – eben nicht perfekt sind. Sie haben ein schlechtes Gewissen und ständig das Gefühl, so wie Sie sind, nicht zu genügen.

Sie konzentrieren sich darauf, was nicht ist, statt auf das, was ist. Die Wirklichkeit müsste besser sein, glauben Sie. Ohne jemals darauf zu achten, wie perfekt die Wirklichkeit in Wahrheit ist.

Ein Ideal ist immer unerreichbar – genau das macht sein Wesen aus. Die Latte der Perfektion ist immer zu hoch. Perfekt gibt es nicht. Sie versuchen, etwas Unmögliches zu erreichen, und kämpfen einen Kampf, den Sie niemals gewinnen können. Schlimmer noch, Sie versuchen jemand zu sein, der Sie nicht sind.

Das kostet viel Kraft, Zeit und Nerven und führt dazu, dass Sie nicht das leben, was Ihnen tatsächlich entspricht. Ihnen bleibt einfach zu wenig Kraft, Zeit und Nerven für Ihres .

Schluss damit! Nehmen Sie sich heute Zeit, herauszufinden, welche Idealverstellung Sie meinen, erfüllen zu müssen.

Ihr Idealbild

Schreiben Sie Ihre Ich-Ideal-Liste

Was wäre idealerweise an Ihnen anders?
Wie müssten oder sollten Sie sein, um in Ihren Augen besser zu sein?
Was dürften Sie nicht (mehr) sein oder tun?

Ergänzen Sie einfach folgende Satzanfänge immer wieder neu:

  • Ich müsste …
  • Ich sollte …
  • Es wäre besser, wenn ich …
  • Ich dürfte nicht …

Notieren Sie ALLES, was Ihnen in den Sinn kommt. Ohne Zensur.

Vermutlich sind Ihnen viele Anforderungen, die Sie an sich haben, nicht einmal wirklich bewusst. Es würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn Ihre Liste länger wird als erwartet.

Mit falschen oder unbewusst entwickelten Ich-Ideal-Vorstellungen machen Sie sich das Leben unnötig kompliziert: Je länger Ihre Liste, desto schwerer im Flow zu sein und anzupacken, was Ihnen wirklich entspricht und durch Sie gelebt werden möchte.

Was Sie jetzt mit Ihrer Ich-Idealliste am besten machen, finden Sie hier:
Wie Sie ein falsches Ich-Ideal in 3 Schritten loslassen.

Go for flow!
Su Busson

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