Kopfkino

Kopfkino: So stoppen Sie einen negativen Gedankenfilm

Lara hat Läuse! Hoffe, sie hat dich heute nicht angesteckt.

Dieses SMS bekam ich unlängst von einem Freund. Lara ist seine kleine Tochter, mit der ich den ganzen Tag gespielt und den Kopf zusammengesteckt hatte.

Kaum hatte ich die Nachricht gelesen, schon juckte mein ganzer Kopf – tagelang. Und zwar grundlos. Den Läusen missfiel offensichtlich mein Kopf, ich hatte keine; brauche aber nur daran zu denken und muss mich gleich wieder kratzen.

Juckt es Sie auch schon irgendwo?

Warum es hier wirklich geht, ist der Flow – und den kann Ihr Kopf ganz schön ausbremsen. Das “läuselose Jucken” ist nämlich nur ein kleiner Beweis für eine Tatsache:

Das Gehirn ist NICHT in der Lage zu unterscheiden,
ob etwas real ist oder wir uns etwas nur gedanklich vorstellen.

Ihr Kopfkino wirkt im Hier und Jetzt

Sie erleben nicht die Realität. Sie erleben Ihre Gedanken in diesem Moment. Was auch immer Sie sich in Ihrem Kopf vorstellen, wirkt sich unmittelbar auf Ihren Körper und Ihren Gefühlszustand aus.

Durch den “Film”, der in Ihrem Kopf läuft, können Sie sich hier und jetzt schlecht fühlen, obwohl im Moment überhaupt kein Grund dazu besteht.

Probieren Sie es aus: Erinnern Sie sich an irgendetwas Unerfreuliches aus Ihrer Vergangenheit oder malen Sie sich etwas Unangenehmes aus, das in Zukunft passieren könnte. Wenn Sie intensiv genug in Ihr Negativszenario eintauchen, wird sich Ihre jetzige Stimmung verschlechtern – so viel ist sicher.

Das wollen Sie nicht?

Verständlich. Im Kino oder Fernsehen würde wir uns nicht absichtlich einen grottenschlechten Film anschauen. Und dann vielleicht auch noch ständig auf die Wiederholungstaste drücken. Genau das passiert aber oft im Kopf – meist unbewusst und wider besseres Wissen.

Im Kopfkino läuft ein schlechter “Film”

Wir erinnern uns beispielsweise zum x-ten Mal an einen Streit, eine Kränkung oder ein Ärgernis. Obwohl es längst vorbei ist, gehen wir die Situation im Kopf immer und immer wieder durch.
Oder wir malen uns aus, wie ein Projekt schief laufen oder etwas Schreckliches passieren wird.
Oder haben schon bildlich vor Augen, wie wir zu spät zu einem Termin kommen, die anstehende Arbeit nicht rechtzeitig schaffen oder in eine mühsame Diskussion verstrickt sein werden.

Sie kennen vermutlich solche oder ähnliche innere Filme. Sie schlagen auf die Stimmung und verursachen innere Unruhe und inneren Stress.

Zur Wiederholung und im Klartext: Sie fühlen sich im Hier und Jetzt nicht gut, nur weil in Ihrem Kopfkino ein „falscher“ Film läuft!

Das ist vollkommen sinnloses Schlechtfühlen.

Besonders Menschen, die mit einer ausgeprägten Fantasie und mit viel Kreativität gesegnet sind, neigen zum Schwarzmalen. Sie verschwenden ihre natürliche Gabe, indem sie sich auf kreativste Weise die schlimmsten Dinge ausmalen. Und vergessen, Ihr kreatives Talent auf positive Weise einzusetzen.

So weit so gut. Sie wissen, dass schlechtes Kopfkino nicht produktiv und konstruktiv ist. Trotzdem ist es manchmal schwer, das innere Drama abzudrehen.

3 Schritte, um aus dem negativen Gedankenfilm auszusteigen

Schritt 1: Bewusst machen

Der miese innere Film läuft meist auf Autopilot. Ein erster Schritt ist somit Achtsamkeit.

Halten Sie im Laufe des Tages immer wieder inne – insbesondere wenn Sie merken, dass sich Ihre Stimmung verschlechtert. Fragen Sie sich:

  • Wo bin ich gedanklich gerade?
  • Welcher Gedankenfilm läuft in meinem Kopf?
  • Und wie wirkt sich das auf mein Wohlbefinden aus?

Wenn solche Filme mehr oder weniger unbewusst laufen, fühlen wir uns schlecht, und bekommen gar nicht mit, warum.

Sobald Ihnen bewusst wird, “Oh, ich fühle mich nur schlecht, weil im Kopf ein schlechter Film läuft”, wird es schon besser.

Vielleicht können Sie aus dem Gedankenkino nicht sofort aussteigen. Aber Sie müssen das Drama, das Dramolett, das Melodram, den Action- oder Horrorfilm in Ihrem Kopf nicht mehr ganz so ernst nehmen.

Erinnern Sie sich, so wie im Kino oder im Fernsehen, immer wieder daran:
Es ist nur ein Film!

Schritt 2: Lenken Sie Ihren Fokus um

Wenn Ihnen bewusst wird, in Ihrem Kopf läuft ein negativer oder unerfreulicher Film, steigen Sie so schnell wie möglich aus. Sagen Sie innerlich:

STOPP! Ich glaube, ich bin im falschen Film.

Hören Sie damit auf, sich etwas Negatives auszumalen, das jetzt nicht mehr oder noch gar nicht da ist.

Jetzt ist es sau schwer bis unmöglich, nicht mehr an etwas zu denken.
Leichter geht es, Ihren Fokus bewusst umzulenken.

a.) Sie entscheiden sich an etwas ANDERES zu denken –  an irgendetwas Erfreuliches oder wenigstens Neutrales. Sie können sich auch etwas Schönes ausmalen oder sich an etwas Angenehmes erinnern.

b.) Sie lenken stattdessen Ihre Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt. Nehmen Sie bewusst wahr, was in diesem Moment ist:

  • Wo sind Sie?
  • Was tun Sie?
  • Was können Sie sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken?
  • Wie fließt Ihr Atem?

Auf diese Weise kommen Sie mit Ihrem Bewusstsein in Ihren Körper – und der ist im Gegensatz zu Ihrem Kopf immer im Jetzt.

Wenn Sie bewusst einen anderen Film einlegen, werden Sie sich unweigerlich entspannen und Ihre Stimmung wird sich wieder heben. Ja, auch positives Kopfkino wirkt im Hier und Jetzt – nur eben positiv.

Und Sie haben immer eine Wahl, welchen Film Sie sich innerlich anschauen.

Go for flow!
Su Busson

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