Mit Stress umgehen

Wie Sie mit Stress umgehen, wenn viel zu tun ist!

(Falls Sie lieber ein Video zu dem Thema sehen wollen, bitte hier klicken:
Ein großer Fehler im Umgang mit Stress)

Stellen Sie sich vor, Sie müssen einen großen Felsblock auf einen steilen Berg hinaufwälzen.

Fast am Gipfel angekommen …

… flutscht er weg und rollt wieder ins Tal.

Die ganze Plage fängt von vorne an. Und beim nächsten Mal passiert es wieder: “Gleich bin ich das Ding endlich los”, denken Sie. Dann kommt der Rückschlag.

Immer und immer wieder.

Ja, das ist die berühmte Geschichte von Sisyphos, dem armen Kerl.

Was hat das mit Stress zu tun?

Beginnen wir mit den Fakten, die uns alle betreffen: Stress ist eine Schutzreaktion unseres Körpers, die unser Überleben sicherstellt. Wir haben quasi einen inneren Motor, der dafür sorgt, dass wir unseren Hintern heben und alles tun, was notwendig ist, um zu überleben.

Stress sichert unser Überleben

Lebendig zu sein heißt: Es gibt IMMER etwas zu tun!

In der Steinzeit ging es dabei oft um existenzielle Dinge. Damals war es keine Seltenheit, dass ein hungriges Raubtier oder ein speerschwingender Krieger aus dem Gebüsch sprang, und unsere Vorfahren mussten in Nullkommanichts bereit sein, zu fliehen oder anzugreifen.

Mit solcherart Problemen müssen wir uns heutzutage selten herumschlagen.
Der Stress, den wir kennen, hat mit anderen Themen zu tun:
Darum, die übervolle To-do-Liste zu erledigen. Darum, alle Termine unter Dach und Fach zu bekommen. Darum fällige Rechnungen zu bezahlen und Zielvorgaben einzuhalten. Darum im Stau zu stecken und zu spät zu kommen. Und so weiter und so fort.

Sinn und Unsinn einer Stressreaktionen

Physiologisch betrachtet macht es keinen Unterschied, ob Sie Stress haben, weil Sie vor einem Ungeheuer stehen, das Sie gleich fressen wird, oder ob Sie Stress haben, weil Ihre Aufgaben Sie überrollen, Ihnen die Zeit davon läuft, oder Sie eine Rechnung – ein Blatt Papier mit ein paar Zahlen  – in der Hand halten, die Ihren Erfolg oder Ihr Konto “bedroht”.

Ihr Körper reagiert mit einer Stressreaktion – vollkommen EGAL, ob es sich um eine lebensbedrohliche Gefahr handelt oder nicht. Selbst dann, wenn Sie sich die Gefahr nur einbilden. Selbst dann, wenn das “Monster” nur in Ihrem Kopf wütet.

Logisch betrachtet und mit ein wenig Abstand gesehen, macht es aber einen RIESEN Unterschied, ob Ihr Leben tatsächlich in Gefahr ist oder nicht.

Mit Stress produktiv umgehen

Noch einmal zurück in die Steinzeit: Wenn Sie vor dem Säbelzahntiger stehen, müssen Sie so schnell wie möglich reagieren. Sie müssen SOFORT etwas tun, um die Gefahr irgendwie hinter sich zu bringen.

Das leuchtet ein, oder?

Was machen viele heute noch, wenn sie unter Stress stehen: Sie bemühen sich, das Problem möglichst schnell loszuwerden. Sie wollen, alles, was Stress macht oder machen könnte, rasch erledigen, damit der Druck weg ist und DANN endlich wieder Ruhe einkehrt.

Wenn die To-do-Liste nur endlich geschrumpft ist, …
Wenn das E-Mail Postfach nur endlich leer ist, …
Wenn die Termine nur endlich abgehackt sind, …

Klingt logisch, macht aber in Wahrheit nur eines: Der Stress wird schlimmer!

Wer versucht, alles möglichst schnell zu erledigen, tut das in der Hoffnung, den Stress loszuwerden und dann endlich wieder Luft zu haben.

In der Steinzeit hat diese Strategie in aller Regel funktioniert: Nachdem die Flucht oder der Kampf mit dem Säbelzahntiger erfolgreich war, konnten wir uns unter einem schattigen Bäumchen in aller Ruhe erholen.

Und was passiert heute? Kaum ist ein Punkt erledigt, schneit schon der nächste herein: die nächste Aufgabe, das nächste Mail, der nächste Termin, die nächste Verpflichtung, die nächste Rechnung, …

Stellen Sie sich Sisyphos vor, der versucht immer schneller auf den Berg zu laufen, damit er den Felsbrocken ENDLICH los ist. Endlich befreit ist von dem Druck. Peng! Wieder nix.

Kein guter Grund zur Eile

Es gibt immer etwas zu tun. Es gibt immer etwas Unerledigtes. That´s life! Gewöhnen Sie sich daran.

Der Stress, den Sie verspüren, kommt nicht von Unerledigtem und nicht davon, viel zu tun zu haben, sondern von stressigen Gedanken. Vorübergehenden stressigen Gedanken.

Sie denken zum Beispiel, dass alles erledigt sein muss, Sie nicht genug Zeit haben und sich das alles nicht ausgehen wird. Vielleicht stimmt das. Aber davon geht die Welt nicht unter und Sie auch nicht.

Sie denken vielleicht, was es für Konsequenzen haben könnte, wenn Sie nicht alles schaffen. Konsequenzen, die in Wahrheit höchstwahrscheinlich nie eintreffen. Und Konsequenzen, die Sie im schlimmsten Fall bewältigen könnten, wenn sie tatsächlich eintreffen sollten.

Gerade, wenn Sie unter Stress sind, nehmen Sie das Tempo RAUS statt zu versuchen schneller zu werden und alles hinter sich zu bringen. Was im ersten Moment kontraproduktiv zu sein scheint, ist enorm hilfreich.

Wenn du es eilig hast, geh langsam.“, sagt ein kluges Sprichwort.

Unter Stress ist der Fokus eng. Sie haben keine Zeit, klar und konstruktiv zu denken und zu erkennen, was Wesentlich ist. Sie haben keine Chance, eine kluge Wahl zu treffen. Unter Stress re-agieren Sie auf Autopilot. Der Stress steuert Sie und das, was Sie tun.

Denken Sie daran: Sie stehen NICHT vorm Säbelzahntiger!

Nehmen Sie sich ZUERST Zeit durchzuatmen, BEVOR Sie wie wild irgendetwas wegschaufeln. Gönnen Sie sich eine Pause, OBWOHL noch nicht alles erledigt ist.

Mit dem “Ungeheuer”, das immer noch etwas ZU TUN ist und meist mehr als Sie schaffen, können Sie sich getrost anfreunden. Das ist Teil Ihrer Lebendigkeit. Und wenn Sie die Dinge entspannt und gelassen angehen, arbeiten Sie im Flow. Heißt, Sie fühlen sich großartig und sind wesentlich effizienter.

Hochproduktiv sind Sie dann, wenn Sie die richtigen und wichtigen Dinge zur richtigen Zeit erledigen – und nicht dann, wenn Sie mit höchstem Tempo möglichst viel machen.

Wo nehmen Sie heute das Tempo raus?

Go for flow!
Su Busson

P.S: Sie möchten wissen, wie Sie gemäß Ihrer Matrix – Ihres “genetischen Bauplans” – entspannt mit Stress umgehen bzw. gelassen bleiben: Matrix-Persönlichkeitsanalyse

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