Selbstakzeptanz

Selbstakzeptanz: Nehmen Sie sich an, wie Sie sind!

Wann haben Sie das letzte Mal ein Puzzle gelegt?

Dieses Geduldspiel, bei dem man versucht, viele einzelne Puzzleteile zu einem Ganzen zusammenzusetzen. Ich kenne Spiele mit bis zu 18.000 Einzelteilen und es erfordert viel Geschick, daraus ein Gesamtbild zu machen.

Einmal las ich in einem Internetforum folgenden Hilferuf:

Betreff: 10.000 Teile Puzzle fertig, aber 1 Teil fehlt :-(! Hilfe!!!

Habe 10.000 Teile Puzzle fertig, aber ein einzelner Teil fehlt. Was kann man denn da machen? Eigentlich könnte man das Puzzle ja auf kleben, einrahmen und hinhängen, aber ohne den fehlenden Teil ist das ja völlig wertlos!

10.000 Teile, und wenn auch nur EIN Teil fehlt, ist alles wertlos.

Jeder Puzzle-Stein sieht unterschiedlich aus und ist ganz individuell in seiner Form. Er passt zu bestimmten Steinen und zu anderen nicht. Es würde wenig bringen, ein Puzzleteil zu verbiegen oder ein Stückchen abzubrechen, damit es wo hineinpasst, wo es gar nicht hingehört.

Sinnlos wäre es auch, andere Steine zu verändern und zu verformen, um einem bestimmten Stein einen anderen Platz einzuräumen, als ihm zugedacht ist. Steine, die nicht zusammenpassen, verzahnen sich nicht miteinander. Das ist sonnenklar.

Kein Teil ist fehlerhaft oder besser als ein anderes – nur anders. Und das ist gut so, denn ein Puzzle funktioniert nicht, wenn jedes Teil gleich aussieht.

Vielfalt ist gefragt.

Und das gilt nicht nur für Puzzle-Spiele.

Selbstakzeptenz ist der Schlüssel für Veränderung

Schön wär´s, wenn wir uns in unserem Sein und in unserer Einzigartigkeit auch so annehmen könnten. Wenn wir uns vollkommen darüber bewusst wären, dass diese Welt Vielfalt braucht – und jeder so sein darf und so sein soll, wie er ist.

Nicht nur, dass wir oft mit anderen Menschen hart ins Gericht gehen und krampfhaft versuchen, sie zu verändern, weil wir meinen, dass sie anders sein sollten. Wir tun es auch mit uns selbst.

Wir neigen dazu, anders sein zu wollen als wir sind.
Wir neigen dazu, unsere Fehler zu sehen und unsere Stärken zu übersehen.
Wir neigen dazu, uns selbst zu kritisieren, abzuwerten und runterzumachen.

Oft steckt dahinter der große Irrglaube, auf diese Weise eine Veränderung bewirken zu können. In Wahrheit ist es ein Kampf gegen sich selbst, der nicht zu gewinnen ist.

Ein harter Umgang mit sich macht Sie NICHT zu einem besseren Menschen, sondern führt viel mehr dazu, dass Sie sich minderwertig fühlen, unglücklich und unzufrieden sind.

Sie machen sich damit selbst Stress und haben keine Chance, im Flow zu sein.

Wie Veränderung natürlich geschieht:

Haben Sie schon mal versucht, einen anderen Menschen zu verändern?

Wenn ja, welche Strategie haben Sie angewendet:
Zwang? Druck? Beschimpfungen? Bemühen? Gut zureden?

Was auch immer Sie probiert haben, mit größter Wahrscheinlichkeit hat NICHTS davon funktioniert. Eine erzwungene Veränderung stößt auf Widerstand. Druck erzeugt Gegendruck.

Interessanterweise verändern sich Menschen oft dann,
wenn sie sich wirklich akzeptiert fühlen
.

In dem Gefühl, angenommen zu sein, können der Schutzwall und die Verteidigungshaltung aufgegeben werden – der Mensch öffnet und verändert sich. Es fließt.

Ein klassisches Paradox:
Veränderung geschieht, wenn Sie annehmen, was ist.

Das gilt für andere Menschen genauso, wie für sich selbst. Selbstakzeptanz ist die schnellste Möglichkeit, inneren Frieden zu finden und sich im Flow zu verändern.

Verändern ist genau genommen nicht einmal das richtig Wort. Korrekter gesagt: Sie wachsen und entwickeln sich. Sie werden mehr und mehr, wer Sie sind. Entfalten, was in Ihnen ist.

Schön und gut. Wie wichtig es ist, sich selbst zu akzeptieren, haben Sie sicher schon unzählige Male gehört. Aber:

Selbstakzeptanz ist nicht so einfach.

Und was heißt Selbstakzeptanz überhaupt?

Viele Mental-, Glücks- und Motivationstrainer vertreten die Ansicht, man müsse stets positiv denken und alles positiv sehen. Das ist hier nicht gemeint.

Es geht nicht darum, sich nur im rosaroten Licht zu betrachten und alles super zu finden. Wer das tut, endet schnell im Selbstbetrug. Sie nehmen nicht mehr wahr, wie Sie wirklich sind. Mit all Ihren Ecken und Kanten.

Das Leben ist nicht immer nur positiv und kein Mensch hat nur positive Seiten. Schöndenken ändert nichts daran.

Sich selbst annehmen bedeutet vielmehr, ehrlich zu sich zu sein – sich die eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten ebenso anzuschauen wie die Stärken und Fähigkeiten:

Wahrzunehmen, wie Sie tatsächlich sind.

Viele Menschen kennen sich selbst nicht wirklich, weil sie nicht gelernt haben, hinzuschauen. Zeuge zu werden bei dem, was sie denken, fühlen, sagen oder tun.

Es geht um Selbstreflexion statt um Selbstkritik. Ersteres beinhaltet kein Urteil – insbesondere keine Verurteilung. Sie beginnen vielmehr:

Bewusst zu sein.

Sie sind manchmal wütend? Chaotisch? Unsicher? Aufbrausend? Neidisch? Launisch? Überkritisch? Lachen zu laut? Oder reden zu viel?

Wann immer Sie das, wie Sie eben jetzt gerade sind, ablehnen oder nicht haben wollen, sind Sie innerlich gespalten. So entsteht Stress und Chaos.

Alles, was jetzt ist, darf sein.

Alles ist ein Teil von Ihnen

Beginnen Sie damit, Ihre vermeintlichen „Unvollkommenheiten“ zu akzeptieren. Sagen Sie sich:

Ja, so bin ich auch. Das ist O.K.!

Nehmen Sie sich so an, auch wenn Sie – Ihrer Vorstellung nach – nicht perfekt sind. Gerade dann! Gestehen Sie sich zu, so zu sein, wie Sie sind – egal ob es Ihnen passt oder nicht.

Gar nicht so leicht. Denn weit verbreitet ist die Idee, dass bestimmte Wesenszüge, Verhaltensweisen, Gefühle und Einstellungen inakzeptabel und damit zu verurteilen sind.

Klar, wir alle möchten gerne bessere Menschen sein – möglichst fehlerlos. Viele machen dabei den Fehler, einem Idealbild hinterherzulaufen. Es erfordert daher schon Mut, sich selbst gegenüber so ehrlich zu sein und wahrzunehmen, was sich da manchmal unter der Oberfläche abspielt:

Wir sind beim besten Willen nicht immer lieb, nett, gut und schön.
Also ich bin das zumindest nicht.

Das gestehen wir uns nur nicht besonders gerne ein. Vor allem dann nicht, wenn wir eben “gut” und “bewusst” sein wollen.
Aber Verdrängen bringt nichts – das Unterdrückte kommt immer irgendwann zum Vorschein, und dann meist unkontrolliert. Oder es begegnet uns im Außen als Spiegel (= Gesetz der Resonanz).

Was in uns ist, hört nicht auf zu wirken, nur weil wir es nicht wahrhaben wollen.

Selbstvorwürfe und Selbstverurteilung nützen genauso wenig – damit landen wir nur in einem Teufelskreis.

Wir dürfen vielmehr der Tatsache ins Auge blicken, dass wir MENSCHEN sind. Wir alle haben auch „schlechte” Seiten, haben “Unvollkommenheiten” und machen immer wieder Fehler. Das ist vollkommen in Ordnung. Menschlich eben.

Nur wenn wir das erkennen und akzeptieren, können wir lernen, mit unseren “Schattenseiten” umzugehen, statt von ihnen unbewusst bestimmt zu werden.

Viel mehr noch: Meistens sind gerade diese “ungeliebten” Schattenseiten ein ganz wichtiger Schlüssel zu unserem wahren Potenzial und eine riesen Ressource. Schatten gibt es nur wo Licht ist.

Ja, nur wenn Sie sich selbst annehmen, wie Sie jetzt sind, kann das Beste in Ihnen zum Vorschein kommen.

Go for flow!
Su Busson

P.S: Die Schnellstraße zu mehr Selbstakzeptanz, zum Erkennen der eigenen Stärken und zur Transformation der Schattenseiten ist übrigens eine Matrix-Persönlichkeitsanaylse.

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