Angelegenheiten nach Byron Katie

Kümmern Sie sich um Ihre eigenen Angelegenheiten?!

Erst kürzlich habe ich mich dabei ertappt, wie ich mich mit einem Freund über einen gemeinsamen Bekannten unterhalten habe. Drüber, was der nicht besser machen könnte und wie er sich selbst ihm Weg steht …
Bis eine leise innere Stimme mir zuflüsterte:

Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten!

Uppps!

In fremde Angelegenheiten einmischen

Vielleicht kennen Sie das, dass Sie sich mit Problemen beschäftigen, die gar nicht Ihre sind. Sie sich den Kopf zerbrechen, was jemand am besten tun oder wie jemand Ihrer Meinung nach sein sollte. Oder Sie sich ungebeten in die Angelegenheiten anderer einmischen. Sei es ausgesprochener Weise – dem Betroffenen oder Dritten gegenüber – oder still und leise in Ihrem Oberstübchen.

Mal ehrlich! Wer tut das nie?

Es ist sehr verlockend, sich mit dem Leben, den Problemen und den Gefühlen anderer zu beschäftigen, für andere Ratschläge parat zu haben und für andere Verhaltensregeln aufzustellen. Manchmal passiert das aus Mitleid, manchmal aus Besserwisserei, aus Langeweile, aus Sorge, aus einem Kontrollbedürfnis oder aus Liebe.

Egal aus welchen Gründen, sich in fremde Angelegenheiten einzumischen, ist Energieverschwendung. Energie, die wir gut brauchen können, um uns um unsere eigenen Angelegenheit – um unser eigenes Sein und unser eigenes Verhalten – zu kümmern.

Schauen wir uns kurz an, was hier mit “fremden” und “eigenen” Angelegenheiten genau gemeint ist.

Die drei Angelegenheiten: meine, deine und die des Universums

Von Byron Katie stammt die Unterscheidung zwischen drei Arten von Angelegenheiten:

  1. meine eigenen Angelegenheiten –  alles, was ich denke, fühle, sage und tue; wie ich agiere und wie ich auf andere Menschen reagiere; was ich aus den Umständen und Situationen in meinem Leben mache.
  2. Angelegenheiten anderer Menschen – alles, was andere Menschen denken, fühlen, sagen und tun; wie andere agieren und reagieren, was andere aus den Umständen und Situationen ihres Lebens machen.
  3. Angelegenheiten des Universums (Gottes oder einer höheren Macht) – alles, was außerhalb meiner oder Ihrer Kontrolle oder der Kontrolle von irgendjemand sonst liegt.

Ein paar Beispiele:
Wenn ich so etwas denke wie “Ich will nicht, dass Sie beleidigt sind oder sich kränken.” “Ich möchte, dass Sie glücklich sind.” oder “Sie sollten sich anderes verhalten….”, dann bewege ich mich in Ihren Angelegenheiten.
Was ich zu Ihnen sage, wie ich mit Ihnen umgehe und was ich fühle, das ist meine Angelegenheit.

Wenn ich denke (oder sage) “Mein Partner sollte mir zuhören und mich besser verstehen.”, bin ich in den Angelegenheiten meines Partners. Mein Ärger darüber, dass mir mein Partner nicht zuhört, und das Gefühl, dass er mich nicht versteht, und wie ich damit umgehe, das ist meine Angelegenheit.

Wenn ich Angst habe, mich beklage oder mir Sorgen mache über so etwas wie Naturkatastrophen, das Wetter oder den Tod, dann bin ich in den Angelegenheiten des Universums.

Damit das klar ist: Sich um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern, heißt natürlich NICHT, dass Sie tatenlos zusehen müssen, wenn jemand etwas Schreckliches tut – das fällt unter Punkt 1.

Woran Sie bemerken, dass Sie sich unnötigerweise in fremde Angelegenheiten verstricken?

Ihr Wohlbefinden leidet. Es geht Ihnen nicht gut. Sie fühlen sich erschöpft, ausgelaugt oder müde. Gerne entsteht dann der Eindruck, dass Ihnen irgendjemand anderer Energie geraubt hätte.

Wenn wir uns mit fremden Angelegenheiten beschäftigen, entstehen innerer Stress, Unwohlsein und das Gefühl von Ohnmacht. Klar, wir versuchen Dinge zu kontrollieren, die wir in Wahrheit nicht unter Kontrolle haben. Wir schneiden uns dadurch von uns selbst ab, sind nicht präsent in unserer Mitte und übersehen die Dinge, die tatsächlich in unserem Einflussbereich liegen.

Eine Übung für den Alltag

Halten Sie untertags immer wieder inne und fragen Sie sich:

  • Womit beschäftige ich mich gerade geistig? Beschäftige ich mich mit den Angelegenheiten anderer? Oder mische ich mich in die Angelegenheiten des Universums ein?

Vielleicht entdecken Sie, wie Sie gedanklich damit beschäftigt sind, was jemand anderer denken, fühlen, sagen oder tun sollte – oder nicht tun denken, fühlen, sagen or tun sollte.
Vielleicht bemerken Sie, dass Sie – laut oder leise – ungebeten Ratschläge verteilen oder denken, besser zu wissen, wie jemand zu sein hat oder wie sich jemand fühlen sollte.
Oder Sie zerbrechen sich den Kopf darüber, warum das Leben so ist wie es ist und denken darüber nach, was daran nicht in Ordnung ist und wie das Leben stattdessen sein sollte.

Wenn Sie sich dabei ertappen, in fremden Angelegenheiten zu sein, fragen Sie sich:

  • Wurde ich um Rat oder um meine Meinung gefragt?
  • Und: Möchte ich hier wirklich meine Energie reinstecken?

Wenn nein, hören Sie auf mit der Wirklichkeit zu streiten und lenken Sie stattdessen Ihren Fokus – ohne Urteil und ohne Selbstvorwürfe – bewusst zurück zu Ihrem eigenen Kram oder am besten ins Hier und Jetzt.

Go for flow!
Flow-Experte

P.S: Eine eigene oder eine fremde Angelegenheit lässt Ihnen einfach keine Ruhe und verursacht Stress? Schreiben Sie mir ein Mail und wir schauen, ob und wie ich Sie coachingtechnisch unterstützen kann.

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