Verzeihen-können

Verzeihen können Sie ohne diese 3 Denkfehler leichter

Wohl jeder von uns hat in seinem Leben schon einiges an seelischen Wunden und Schrammen abbekommen. In der Familie, in der Liebe, in der Schule, in der Arbeit, in Freundschaften oder anderen Beziehungen.

Manche Verletzungen sind gut verheilt, andere erfolgreich verdrängt und einige schleppen wir lange mit uns herum.

Wenn uns jemand sehr verletzt oder schlecht behandelt hat, ist aus ganzem Herzen zu verzeihen nun einmal nicht immer leicht. Da ist Wut, da ist Enttäuschung, da ist Trauer oder vielleicht auch nur ein leiser Groll, denn wir nicht so einfach loswerden.

Vielleicht gehören Sie auch zu der Sorte Mensch, die anderen sehr schnell vergibt, aber mit sich selbst hart ins Gericht geht. Heißt, Sie verzeihen sich Ihre eigenen Fehler nicht.

Nicht verzeihen zu können ist zwar menschlich, blockiert aber Ihr Glückssempfinden, Ihr Flow-Erleben und echten Erfolg  – und darum geht es ja in diesem Blog.

Drei Punkte möchte ich hier ansprechen, die oft missverstanden werden, wenn es um das Thema Vergeben geht – egal ob anderen oder sich selbst. Ohne diese Denkfehler ist es einfacher, zu verzeihen und alte Wunden wirklich heilen zu lassen. 

Verzeihen können Sie, wenn Sie …

1. Glücklich sein statt Recht haben wollen

Vergeben heißt nicht, alles gutzuheißen oder zu beschönigen, was jemand getan hat, und bedeutet nicht, dass Ihr Empfinden – wie z.B: Ihre Wut, Ihre Enttäuschung oder Ihre Traurigkeit darüber – falsch ist.

Ihre Gefühle mögen durchaus gerechtfertigt sein. Aber es macht keinen Sinn daran festzuhalten, wenn Sie glücklich sein möchten.

Dem Übeltäter das Fehlerverhalten nicht zu verzeihen erscheint zwar manchmal wie eine natürliche und vollkommen gerechte Strafe – die Rache für den erlittenen Schmerz. Doch übersehen wir dabei den wahren Effekt:

Nicht zu verzeihen und zu vergeben ist schädlich.
Möglicherweise für den anderen. Aber den größten Schaden haben wir dadurch in jedem Fall selbst.

Was immer Sie in Ihrem Leben nicht bereit sind zu vergeben – sei es anderen Menschen oder sich selbst (!) – tragen Sie als Ballast mit sich herum. Wie einen Rucksack mit großen Steinen, der Sie daran hindert unbelastet und frei Ihren Weg zu gehen.

Je weniger Sie bereit sind, zu verzeihen, desto schwerer machen Sie sich Ihr eigenes Leben. Desto schwerer fällt es Ihnen, im Flow zu sein.

2. Jetzt leben statt die Vergangenheit immer wieder aufzuwärmen

Wir können die Vergangenheit und das, was passiert ist, nicht ändern. Das liegt nicht in unserer Macht und das wissen wir alle.

Die Menschen, die uns in der Vergangenheit verletzt haben, können aber nicht darüber bestimmen, ob wir selbst ein glückliches und erfülltes Leben leben. Das bestimme in meinem Leben ich und in Ihren Leben Sie. Und diese Macht kann uns niemand wegnehmen. Mir nicht und Ihnen nicht.

Zu Verzeihen bedeutet, dass Sie die Entscheidung treffen:

Ich bin nicht bereit, aufgrund deines Verhaltens (noch länger) zu leiden. Ich übernehme die Verantwortung für mein Glück und für mein Leben und mache jetzt das Beste daraus!“

Es liegt auch nicht in Ihrer Macht, Ihre eigenen Fehler rückgängig zu machen:

Was immer Sie getan haben, Sie haben sich so verhalten, wie es Ihnen in diesem Augenblick möglich war. Entsprechend Ihrer Lebenserfahrungen, Ihrer Wahrnehmung der Situation, Ihrer momentanen inneren Verfassung und Ihres Gegenübers. Möglicherweise hätte es bessere Verhaltensweisen geben, aber die waren für Sie nicht parat und nicht abrufbar.
Statt sich Selbstvorwürfe zu machen, sich schuldig zu fühlen und sich selbst nicht zu verzeihen, geht es darum, zu akzeptieren, was geschehen ist und wie Sie sich verhalten haben. Und daraus zu lernen, wie Sie sich jetzt oder beim nächsten Mal verhalten möchten.
Sie können sich überlegen, ob und wie Sie den Fehler wieder gutmachen können und wie Sie so einen Fehler in Zukunft vermeiden. Das liegt in Ihrer Macht und macht Sinn, wo hingegen mit Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen niemandem gedient ist.

3. Annehmen statt loswerden wollen

Zu vergeben bedeutet nicht, dass Sie alles vergessen, was passiert ist. Beim Verzeihen geht es auch nicht darum, alte Wunden und Verletzungen (endlich) loszuwerden. Sie sind ein Teil unserer Geschichte und haben einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass wir heute der Mensch sind, der wir nun einmal sind.

Ob uns das bewusst ist oder nicht:
An unseren schweren Erfahrungen sind wir gewachsen!

Wenn wir das erkennen und annehmen (und im Idealfall – ich weiß das ist manchmal viel verlangt – sogar rückblickend noch dankbar sein können für diese Erfahrungen), dann können wir wirklich Frieden schließen mit der Vergangenheit und innere Ruhe finden.

Wir können aufhören, die alten Geschichten immer wieder aufzuwärmen und so die Erinnerung immer wieder wachzurufen und selbst in unseren Wunden zu bohren. Stattdessen können wir uns bewusst machen, dass wir weit mehr sind als unsere Geschichte.

Ihre wahre Essenz – wer Sie wirklich sind – ist unendlich vielmehr als irgendeine Erfahrung aus Ihrer Vergangenheit.

Ihr wahres Selbst ist unverletzlich und vollkommen heil.

Gerade die schwierigsten Erfahrungen in Ihrem Leben haben das Potenzial, das Beste in Ihnen hervorzuholen und Sie erkennen zu lassen, wer Sie wirklich sind und was in Ihnen steckt.

Soviel zur Klarstellung. Wie es Ihnen gelingt, Ihren Lebensrucksack durch Vergebung spürbar zu entleeren finden Sie hier: Vergebungsritual: In 5 Schritten verzeihen und loslassen

Der Schwache kann nicht verzeihen.
Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.
(Mahatma Gandhi)

Go for flow!
Su Busson

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