Zeit für Stille

Zeit für Stille: 15 Minuten, die Ihr Leben verändern

„Nimm dir jeden Tag 15 Minuten Zeit für Stille. Das erspart dir vieles. Es ist der schnellste Weg, um in deinem Leben wirklich etwas zu verändern.“

Diesen Rat hat mir vor vielen Jahren ein Meditationslehrer gegeben. Leider habe ich nicht gleich auf ihn gehört. Die Überforderung der Aufmerksamkeit ist eine der Hauptursachen für die meisten Probleme, und Stille ist das wirkungsvollste Heilmittel dagegen.

Jeden Tag prasseln unzählige Informationen auf uns ein – durch andere Menschen, Internet, Zeitungen, Radio, Fernsehen und so weiter.

Wir werden alle von anderen Menschen beeinflusst und hören ständig von irgendwo, wie wir angeblich sein sollen, was alles wichtig ist und wovor wir Angst haben müssen. Werbung, Nachrichten über Katastrophen, Finanzkrisen, politische Machtspiele, Verbrechen oder Unglücksfälle ebenso wie Tratsch und Klatsch oder destruktive Gespräche. Das alles wirkt sich auf uns und unsere Stimmungslage aus, weil wir nun einmal erleben, was wir gerade denken. Ob uns das nun bewusst ist oder nicht.

Selbst wenn wir gar nicht zuhören oder zusehen, bekommen wir unbewusst alles mit. Jede Information hinterlässt einen Eindruck in unserem Geist, denn unser Unbewusstes arbeitet rund um die Uhr wie eine Festplatte, die alles speichert.

So prägen sich fremde Gedanken, Wünsche, Sehnsüchte, Ängste und Ähnliches ein, die unserem wahren Wesen gar nicht entsprechen. So verlernen wir, in uns hinein zu hören, um unsere wahren Empfindungen und Bedürfnisse festzustellen und danach zu handeln.

IHRE MATRIX ENTDECKEN

Warum Zeit für Stille so wichtig ist

In der Stille, wenn alle Einflüsse von außen wegfallen, bleibt nur unser wahres Selbst über.

Viele Menschen haben Angst davor: Angst vor den Gefühlen, den Sehnsüchten und den dunkeln Seiten, die da auftauchen könnten. Angst vor der Leere. Angst davor, sich mit sich selbst zu langweilen. Viele haben sich schon so an den Stress und an den Lärm gewöhnt, dass sie die Stille gar nicht mehr aushalten.

Ich selbst konnte früher keine fünf Minuten still sitzen und nichts tun. Statt inneren Frieden zu finden, lief mein Kopf auf Hochtouren, und mir ist immer irgendetwas eingefallen, was ich unbedingt sofort erledigen musste.

Doch solange die Aufmerksamkeit ständig nach außen gerichtet ist und der Kopf völlig unkontrolliert vor sich hindenkt, sind wir innerlich voller Widersprüche und können keine klare Richtung einschlagen, geschweige denn unsere Seele hören und unsere Herzenswünsche verwirklichen. Solange wir vor der Stille davonlaufen, haben wir keinen Zugang zu dem Teil in uns, der wirklich Bescheid weiß – der weiß, was für uns gut, wesentlich, richtig und stimmig ist. Solange wir vor der Stille davonlaufen, laufen wir vor uns selbst davon. Auf diese Weise sind wir immer im Stress.

Keiner bringt uns bei, dass wir in der Stille unser wahres Selbst finden. Keiner sagt uns, dass die Ruhe, der Frieden, die Glückseligkeit und all das, was wir sonst so verzweifelt im Außen suchen, ständig in uns wohnt. Es ist das, was uns wirklich ausmacht. Es ist der Teil in uns, der immer stressbefreit und im Flow ist. Der Teil, der nur oft überlagert ist vom Lärm im Kopf.

In der Stille finden Sie nicht nur eine sichere Ausgangsbasis für Ihr Leben, sondern außerdem Zugang zu Ihrer inneren Weisheit. Einer Weisheit, die Sie auf Ihrem Weg lotst und leitet. Alle Antworten, die Sie wirklich brauchen, finden Sie hier – in Ihnen selbst.  Allerdings müssen Sie im Kopf ein wenig zur Ruhe kommen, um Ihre innere Weisheit wahrnehmen zu können. Im Alltag wird die leise Stimme Ihrer inneren Führung nur allzu leicht übertönt von den Meinungen und Stimmen anderer Menschen und dem Lärm der Welt. 

Momente der Stille im Alltag

Wenn Sie in Ihren Alltag regelmäßig Zeit für Stille einbauen, Momente, in denen Sie gar nichts tun und gar nichts wollen, dann wird Ihnen vieles klarer. Dann erst finden Sie heraus, was Sie wirklich wollen. Der Rückzug hilft Ihnen, aus dem Massenbewusstsein auszusteigen und sich abzugrenzen von dem, was andere denken, fühlen und wollen. Sie erkennen, was Sie im Leben fördert und was Sie an einem erfüllten Leben hindert, und Sie finden die Kraft, Altes hinter sich zu lassen und Neues zu wagen. In der Stille erwachsen neue Prioritäten, und so entsteht langsam aber sicher eine sich wandelnde Lebensführung.

Keine Zeit für Stille

Apropos Lebenswandel, das erinnert mich wieder an den Meditationskurs, den ich vor vielen Jahren besuchte. Dort saßen mit mir zehn Teilnehmer, die alle zu dem Kurs kamen, weil sie etwas gegen den Stress in ihrem Leben tun wollten. Jeder wünschte sich mehr innere Ruhe, Gelassenheit und Frieden. Am Schluss der ersten Stunde forderte uns der eingangs erwähnte Lehrer auf, in der kommenden Woche jeden Tag zehn bis fünfzehn Minuten einfach nur still zu sitzen. Ohne bestimmte Absicht. Ohne bestimmtes Ziel. Ohne bestimmten Fokus. Einfach aufmerksam und neutral zu beobachten, was auftaucht, und alle Gedanken wie Wolken am Himmel vorbeiziehen zu lassen.

Beim nächsten Treffen fragte der Lehrer, wie es uns allen denn so ergangen sei mit der Stille. Betretenes Schweigen. Keiner hatte die Hausaufgabe gemacht. Bei der Frage „Warum nicht?“ waren wir uns alle einig: „Keine Zeit, zu viel Stress.“ Absurd, oder?

Wenn Sie ganz sicher wüssten, dass Ihre Innenwelt – Ihre innersten Gedanken und Gefühle – Ihre Realität verursachen, was würden Sie tun? Würden Sie sich dann nicht zuerst um Ihre Innenwelt kümmern, statt vergeblich zu versuchen, die Außenwelt in den Griff zu bekommen?

Wie Sie Ihre stillen Minuten gestalten

Es geht hier nicht darum, dass Sie perfekt meditieren und den Geist von allen Gedanken befreien müssen. Es geht hier darum, sich jeden Tag ein bisschen Zeit zu nehmen für sich selbst, um (wieder) in Kontakt mit Ihrem Wesenskern zu kommen. Sie können auf Ihre Art und Weise meditieren oder so wie oben beschrieben „einfach still sein.“

Ziehen Sie sich an einen ungestörten Ort zurück, schalten Sie bewusst alle äußeren Störquellen aus, setzten sich hin und beobachten Sie, was auftaucht. Nehmen Sie die Stille zwischen Ihren Gedanken wahr. Oder achten Sie auf die Stille zwischen Ihren Atemzügen. Was zählt ist weniger, was Sie tun, sondern viel mehr, wie Sie sind: still und achtsam. Dafür brauchen Sie keine speziellen Techniken und keine strengen Regeln, richten Sie sich lieber danach, was Ihnen hilft, innerliche Ruhe zu finden.

Nur eine Regel ist wichtig: Tun Sie es regelmäßig. Planen Sie zumindest fünfmal die Woche zu einem fixen Zeitpunkt zumindest zehn bis fünfzehn Minuten Stille ein. Also zum Beispiel Montag bis Freitag jeden Tag vor dem Frühstück. Die Morgenzeit eignet sich besonders gut, weil das Gehirn dann am leichtesten im Theta- bzw. Alpha-Zustand – im „Meditationsmodus“ – ist. Einfach gesagt: in einem klaren, ruhigen und fokussierten Zustand.

Außerdem hat Ihre Morgenroutine einen ganz wesentlichen Einfluss darauf, wie Ihr restlicher Tag verläuft. Schon in der Früh stellen die Weichen für Ihre Tagesverfassung – Ihre Laune, IhrWohlbefinden und Ihre Leistungsfähigkeit. Wenn die Früh gar nicht möglich ist, wählen Sie einen Zeitpunkt, der für Sie besser passt. Legen Sie eine fixe Zeit fest, sonst ist die Gefahr groß, das immer wieder aufzuschieben oder ausfallen zu lassen. Wir alle wissen, dass Dinge, die wir nicht fix einplanen und zu einem festen Bestandteil unseres Lebens machen, fast immer zu kurz kommen.

Vor allem wenn Sie unter Stress stehen und viel zu viel zu tun haben, lohnt es sich, still zu werden und zuerst einen entspannten Ausgangspunkt zu finden. Gönnen Sie sich einen kurzen Rückzug in die Stille, bevor Sie wichtige Dinge erledigen. Wenn Sie in Ihrer Mitte sind, können Sie die Dinge klarer sehen, bessere Entscheidungen treffen und anders agieren. Ein paar Minuten Stille am Tag können Ihnen viel Stress, viele Irrwege und Probleme ersparen.

Mit der Zeit wird es leichter

Erwarten Sie bitte nicht gleich ein Wunder. Gerade am Anfang werden Sie vielleicht das Gefühl haben, dass das Stillsitzen gar nichts bringt. Ihr Geist braucht Zeit, um sich daran zu gewöhnen, und nachdem der Kopf keine Veränderung mag, wird er versuchen, Ihre Bemühungen zu boykottieren. Es ist vollkommen normal, dass in dieser Zeit Ihre Gedanken nicht vollkommen aufhören. Im Gegenteil, manchmal laufen sie in der Stille erst richtig auf Hochtouren. Verurteilen Sie sich nicht deswegen und nutzen Sie dieses Phänomen vor allem nicht als Ausrede, um wieder aufzuhören. Das ist eine großartige Gelegenheit, um sich darin zu üben, sich selbst anzunehmen und das zu akzeptieren, was eben jetzt gerade ist. Ohne Wertung.

Stille im Alltag

Geben Sie außerdem in Ihrem Alltag der Stille mehr Raum. Drücken Sie im Laufe des Tages immer wieder bewusst auf die Stopp-Taste und nehmen Sie sich Zeit, innezuhalten und für einen kurzen Moment der Stille zu lauschen. Selbst im größten Lärm können Sie mit ein bisschen Übung den Teil in Ihnen entdecken, der ganz still ist – egal was im außen ist.

Vielleicht machen Sie öfters einen Spaziergang im Grünen und lauschen der Stille der Natur. Oder Sie achten bei jedem Schritt auf das leise Knirschen unter Ihren Schuhsohlen, hören den Vögeln beim Singen zu oder spüren jeden noch so kleinen Windhauch auf Ihrer Haut. Vielleicht gönnen Sie sich medienfreien Zeiten, in denen Fernsehen, Radio, Handy, Computer & Co. ausgeschaltet bleiben. Oder Sie genießen die stillen Momente in einem Gespräch, in dem gerade alles gesagt ist, und es schön ist, gemeinsam zu schweigen.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus meinem Buch das Wachstums-ABC – So verwirklichen Sie Ihre Wünsche, Träume und Ideen. Aufs Bild klicken und mehr erfahren:Wachstums-ABC

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