Nein sagen

Nein-sagen lernen und öfters zu sich selbst stehen

Ertappen Sie sich dabei, Ja zu sagen, ….
…obwohl Sie Nein sagen wollen?

Nehmen Sie zum Beispiel Arbeiten, Aufträge, Aufgaben, Einladungen oder ähnliches an, ohne das wirklich zu wollen? Oder sagen Sie etwas (nicht), um mögliche Komplikationen zu vermeiden?

Fast jeder kennt solche Situationen.
Momente, in denen man sich selbst nicht treu ist.

Ja, das mit dem Nein-Sagen und der Selbstreue ist nicht immer leicht.
Das sieht auch Bella 4 Business so und ruft zur Blog-ParadeNein sagen und selbstbestimmt glücklich werden” auf. Ein gutes und in der Praxis sehr relevantes Thema.

Wie wichtig es im Leben ist, Nein sagen zu können und für sich selbst einzustehen, wissen die meisten. Warum aber fällt es trotzdem schwer?

Warum wir oft nicht Nein sagen können

Ein Hindernisse ist ins uns verwurzelt. Ich nenne es: Das Gut-dastehen-wollen Syndrom. Dieses Syndrom zieht weite Kreis und zeigt sich in unterschiedlichen Facetten:

  • Wir sagen etwas, was wir eigentlich gar nicht so meinen.
  • Wir tun etwas, was wir in Wahrheit nicht tun wollen.
    Oder aber auch umgekehrt:
  • Wir sagen etwas nicht, was wir eigentlich sagen wollen.
  • Oder wir tun etwas nicht, was wir in Wahrheit tun wollen.

Kurz: Statt uns so zu verhalten, wie es sich gut und richtig anfühlt, versuchen wir den Erwartungen anderer zu entsprechen und es anderen recht zu machen.

Ja, ich möchte eben niemanden im Stich lassen,
niemanden enttäuschen oder gar verletzen.

So lautet eine oft verwendete Erklärung.

Das Gut-dastehen-wollen Syndrom

Wer ehrlich zu sich selbst ist, wird bei näherer Betrachtung feststellen: Es geht nicht so sehr um das Wohl der anderen. Es geht viel mehr darum, dass wir selbst gerne in einem guten Licht dastehen. Andere Menschen sollen bloß nicht schlecht über uns denken. Oder uns gar Anerkennung, Wertschätzung, Respekt oder Zuneigung entziehen.

Wenn Sie darin ein Körnchen Wahrheit entdecken, zahlt es sich aus nach einer besseren Lösung zu suchen. Der Wunsch, gut dazustehen, ist für uns Menschen wie der Käse, der Maus in die Falle lockt. Sobald Gedanken auftauchen wie…

  • Da kann ich jetzt nicht Nein sagen.
  • Eigentlich will ich…, aber…
  • Das tut/sagt man nicht. Das kann ich doch nicht machen.

… ist die Falle zugeschnappt. Wir verbiegen uns.

Sich anzupassen hatte einst seinen Sinn

Der Wunsch nach Zugehörigkeit, Wertschätzung und Anerkennung ist ein menschliches Grundbedürfnis. In der Steinzeit konnte kein Mensch alleine überleben – jeder war angewiesen auf seine Sippe. Unser Gehirn ist von Natur aus schon darauf programmiert, sich so zu verhalten, dass wir nicht ausgestoßen werden.

Dazu kommt: Als Kleinkind war jeder von uns abhängig von seinen Eltern – sich anzupassen war ein sinnvoller Überlebensmechanismus. Damit Mami und Papi uns lieb haben, waren wir bereit uns so zu verhalten, wie es sich gehört und möglichst nur die gewünschten Seiten zu zeigen.

Jetzt – in unserer Zeit, im Erwachsenenalter – ist dieses Muster weder notwendig noch sinnvoll.

Von Byron Katie stammt das Zitat: “Wenn ich ein Gebet hätte, dann wäre es dieses:

Lieber Gott,
 bewahre mich
 vor dem Verlangen
 nach Liebe, 
Anerkennung
 oder Wertschätzung.
 Amen.

Warum? Weil wir das Leben unendlich verkomplizieren, wenn wir uns verbiegen, nur um Liebe, Anerkennung oder Wertschätzung zu bekommen. Wenn wir uns anpassen, nur um wo hineinzupassen. Wenn wir uns selbst untreu sind, damit uns andere Menschen “treu” bleiben.

Gut-dastehen-Wollen ist stressig, kostet viel Energie, bremst den Flow und raubt Ihnen wertvolle Lebenszeit!

Das Blödste daran: Langfristig stehen Sie mit dem Versuch gut dazustehen schlechter da, als Sie dastehen, wenn Sie sich selbst treu bleiben. Erfolg und Erfüllung finden Sie nicht dadurch, dass Sie anderen entsprechen, sondern indem Sie tun, was Ihnen selbst entspricht; nicht indem Sie etwas tun, um Anerkennung, Zuneigung, Respekt oder Wertschätzung zu bekommen, sondern indem Sie tun, was Ihnen bekommt.

Trauen Sie sich, zu sagen und zu tun,
was sich für Sie gut, richtig und stimmig und authentisch anfühlt!

Schön und gut! Aber was tun, wenn Sie genau davor Angst haben?

Nein sagen lernen

Der 1. Schritt, um öfters zu sich selbst zu stehen

Der erste und wichtigste Schritt aus dem Dilemma ist Bewusstsein!
Schauen Sie sich Ihre Fallen näher an. Wer sie kennt, tut sich wesentlich leichter sie zu umgehen.

Holen Sie sich bitte Papier und Stift und notieren Sie sich,

  • wann
  • mit/bei wem
  • unter welchen Umständen

verhalten Sie sich anders, als Sie wollen.
WAS genau tun Sie oder tun Sie nicht, um „gut dazustehen“?

Fragen Sie sich, was Sie damit genau erreichen wollen.
WARUM wollen Sie „gut dastehen“? 

Ein paar Beispiele: Vielleicht möchten Sie

  • einen guten Eindruck hinterlassen – andere sollen gut über Sie denken.
  • Anerkennung bekommen – andere sollen sehen, was Sie leisten.
  • sich nicht unbeliebt machen – andere sollen Sie mögen.
  • Konflikte vermeiden – Sie wollen bei anderen nicht anecken.
  • gebraucht werden – andere sollen erkennen, wie wichtig Sie sind.

Wovor haben Sie Bammel?
Oft haben wir Angst vor Dingen oder versuchen Situationen zu vermeiden, die bei näherer Betrachtung gar nicht so dramatisch wären. In dem Fall ist es hilfreich, sich zu fragen:

  • Was könnte im schlimmsten Fall geschehen, wenn ich in dieser Situation ganz ich selbst bin?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass der schlimmste Fall eintritt?
  • Kann ich mit den möglichen Konsequenzen leben?
  • Zahlt sich „Gut dastehen“ in dieser Situation wirklich aus?

Was entspricht Ihnen wirklich?
Fragen Sie sich:

  • Wie würde ich mich am liebsten verhalten?
  • Was fühlt sich für mich richtig und stimmig an?
  • Warum könnte es sich auszahlen, mir selbst treu zu sein?
  • Was könnte im besten Fall passieren?
    (Malen Sie sich ruhig aus, wie gut sich das anfühlt.)

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es ist durchaus normal, von anderen anerkannt und gemocht werden zu wollen. Es ist gesund, sich nicht ständig mit anderen in die Haare zu bekommen. Es kann Freude bereiten, über seinen eigenen Schatten zu springen und etwas anderen Menschen zuliebe zu tun.

Das Ziel der Übung ist also nicht, ab sofort zu allem und jedem Nein zu sagen und ein Vollblut-Egoist zu werden. Es geht vielmehr darum, von der Meinung und Reaktion anderer Menschen unabhängiger zu werden. Selbstbestimmt statt fremdbestimmt zu agieren.

Treffen Sie eine bewusste Entscheidung

Behalten Sie Ihre Fallen von nun an „im Auge“ und entscheiden Sie so oft wie möglich bewusst:

Will ich in dieser Situation lieber gut dastehen
oder zu mir selbst stehen?

Hier finden Sie auch noch 4 Tipps, um konstruktiv Nein zu sagen.

Go for flow!
Su Busson

Thank you for sharing!

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2 Responses to Nein-sagen lernen und öfters zu sich selbst stehen

  1. Katrin Klemm 5. November 2015 at 12:27 #

    Herzlichen Dank, liebe Su, für diesen praktischen Beitrag zu unserer Blogparade – ich werde unserer Leserinnen gleich empfehlen, Stift und Papier bereitzulegen.

    Sonnigen Gruß aus Hamburg
    Katrin

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